Aktionsgemeinschaft zur Entsorgung gegründet

Auch im Jahr 2017 bleibt die Polystyrol-Entsorgung ein Thema, das die Dachdecker weiterhin beschäftigt. Wie Umfragen zahlreicher Landesverbände und des ZVDH unter seinen Mitgliedsbetrieben zeigten, sind immer noch einige Betriebe von dem Entsorgungsnotstand betroffen. Auch werden die zum Teil anhaltend hohen Kosten erwähnt, die bei der Entsorgung trotz des Moratoriums anfallen

Aktionsgemeinschaft EHDA
Dachdecker sind dabei: Die Beteiligten der AG EHDA treten für eine sichere, umweltverträgliche, dauerhafte, praxistaugliche und wirtschaftliche Lösung für die Entsorgung von HBCD-haltigen Dämmstoffabfällen ein.

Auch werden die zum Teil anhaltend hohen Kosten erwähnt, die bei der Entsorgung trotz des Moratoriums anfallen. Insgesamt liegen die Spannbreiten zwischen 200 und 5.000 Euro pro Tonne. Dieses Ungleichgewicht bei der Preisgestaltung ist nicht nachvollziehbar. Der ZVDH fordert daher weiterhin, die Einstufung des Polystyrols als gefährlichen Stoff komplett wieder zurückzunehmen. Mittlerweile ist das Thema von anderen Verbänden und auch von der Industrie aufgriffen worden. So haben insgesamt 17 Verbände und Unternehmen aus Handwerk, Bau-, Dämmstoff- und Entsorgungsbranche Ende März 2017 die Aktionsgemeinschaft „AG EHDA“ gegründet, um sich für eine verlässliche Entsorgung von HBCD-haltigen Dämmstoffabfällen zu engagieren. Sie wollen durch eine sichere Verwertung das Flammschutzmittel HBCD aus dem Stoffkreislauf ausschleusen und so weiteren Imageschaden für das Thema Dämmung, den Klimaschutz und die Branche insgesamt vermeiden. Der ZVDH wird hier gemeinsam mit anderen Bauhandwerksverbänden im Bereich der politischen Ansprache eine federführende Rolle einnehmen.

Positionen der AG EHDA
Die AG-Mitglieder sprechen sich in einem Positionspapier dafür aus, HBCD-haltige Dämmstoffabfälle dauerhaft wieder als „nicht gefährlichen Abfall“ einzustufen, wie es bis Ende September 2016 der Fall war. Sie begrüßen das Engagement der Bundesländer und des Bundesumweltministeriums, bis zum Ablauf des aktuellen Moratoriums eine deutschlandweit einheitliche, praxistaugliche Lösung zur Entsorgung solcher Abfälle zu erarbeiten. Die in der AG EHDA vertretenen Verbände und Unternehmen bieten der Politik ihre Unterstützung bei der Erarbeitung einer Lösung an. Aus Sicht der Aktionsgemeinschaft sollte sich diese Lösung an europarechtlichen Vorgaben orientieren und eine reibungslose Entsorgung gewährleisten.

Die AG betont, dass die energetische Verwertung HBCD-haltiger Dämmstoffabfälle in thermischen Abfallbehandlungsanlagen und gemischt mit anderen Abfällen ein bewährter Prozess ist, der für Mensch und Umwelt ungefährlich und zudem wirtschaftlich ist. Die akuten Entsorgungsengpässe im Herbst 2016 haben gezeigt, dass die Einstufung von HBCD-haltigen Dämmstoffabfällen als „gefährlicher Abfall“ nicht wie geplant zu einer besseren Nachverfolgung und Ausschleusung des als POP-Stoff klassifizierten HBCD führt. Stattdessen wurde ein etablierter Entsorgungsweg nahezu vollständig zum Erliegen gebracht. Durch die Rückkehr zur Verfahrensweise aus der Zeit vor dem 30.9.2016, ergänzt durch eine angepasste Dokumentationspflicht, könnten die etablierte Wege wieder genutzt werden. Zurzeit gibt es noch keine alternativen Verwertungsverfahren im Markt. Die AG EHDA sieht sich auch als Plattform, weitere Ansätze für künftige Entsorgungswege zu entwickeln.

Über die Aktionsgemeinschaft 
Die Beteiligten der AG EHDA treten für eine sichere, umweltverträgliche, dauerhafte, praxistaugliche und wirtschaftliche Lösung für die Entsorgung von HBCD-haltigen Dämmstoffabfällen ein. Sie engagieren sich für einen fachlichen Austausch mit politischen Entscheidungsträgern und bieten ihre Gesprächsbereitschaft und Unterstützung an. Das Positionspapier der Aktionsgemeinschaft und Informationen zu den Mitgliedern sowie weitere Studien und Materialien stehen unter www.Entsorgung-HBCD.de oder www.agehda.de zur Verfügung. Quelle: ZVDH

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