Arbeitgeber und Angestellter

Wer seinen Betrieb als GmbH führt, ist häufig in einer Doppelfunktion tätig – als Gesellschafter und Angestellter. Daraus ergeben sich interessante Chancen für die eigene Altersvorsorge. In zwei Teilen gehen wir auf unterschiedliche Rechtsformen und ein zeigen, welche Möglichkeiten Sie nutzen können.

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Wer zugleich Gesellschafter und Angstellter seines Unternehmens ist, hat viele Möglichkeiten zur Altersvorsorge. Abb.: Clipdealer.de

Als Gesellschafter-Geschäftsführer ist es zunächst Ihre Sache, Ihre Entlohnung beziehungsweise Ihre Pensionszusagen festzulegen. Vergütung und Zusagen müssen lediglich in einem realistischen Rahmen liegen, wenn Sie als Arbeitnehmer anerkannt werden sollen. Da diese Kosten Betriebsausgaben sind, die den Gewinn – und damit ihre Steuerlast – mindern, ist der Fiskus hier besonders wachsam. Die Gestaltung muss deshalb der entsprechen, die auch mit Fremden geschlossen würde.

Höhe von Vergütung und Pensionszusagen
Bei der Prüfung, ob die Vereinbarungen angemessen sind, achtet das Finanzamt auf alle regelmäßigen und Sonderzahlungen, Sachleistungen und sonstige geldwerte Vorteile, die Ihnen als Geschäftsführer gewährt werden. Dabei prüft der Fiskus, ob es sich bei den Leistungen an den Gesellschafter-Geschäftsführer um verdeckte Gewinnausschüttungen handelt. Zunächst wird geprüft, ob die Leistungen darauf zurückzuführen sind, dass es sich bei dem Geschäftsführer auch um einen Gesellschafter handelt. Falls ja, handelt es sich um eine verdeckte Gewinnausschüttung. Hier wird der sogenannte Fremdvergleich angestellt. Die Fragestellung dabei: Würde die Leistung auch einem Geschäftsführer gewährt, der kein Gesellschafter ist?
Außerdem gelten folgende Regeln für GmbH-Geschäftsführer: Überstundenvergütungen gelten immer als verdeckte Gewinnausschüttung. Zuschläge für Sonn-, Feiertags- oder Nachtarbeit werden nur im Ausnahmefall akzeptiert. Einmalzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld werden bedingt anerkannt. Vergüteter, nicht genommener Urlaub wird anerkannt, wenn der Urlaub aus betrieblichen Gründen nicht genommen werden konnte.
Pensions- und andere Versorgungszusagen werden unter strengen Richtlinien anerkannt. Zu beachten ist dabei: Die Zusage muss schriftlich, im Voraus erfolgen und zivilrechtlich wirksam sein. Bei neu gegründeten Gesellschaften darf eine Zusage erst erteilt werden, wenn die Wirtschaftlichkeit der Gesellschaft realistisch eingeschätzt werden kann (Wartezeit circa 5 Jahre). Außerdem muss der Geschäftsführer zunächst seine Befähigung unter Beweis stellen. Er muss bei der Zusage mindestens 28 Jahre sein. Beherrschende Geschäftsführer dürfen noch keine 60 Jahre alt sein und zwischen Zusage und Ruhestand müssen mindestens 10 Jahre liegen. Bei nicht beherrschenden Geschäftsführern reicht es aus, wenn bei Eintritt in den Ruhestand mindestens 12 Jahre Betriebszugehörigkeit bestehen und die Zusage mindestens 3 Jahre vor Eintritt des Ruhestandes bestand. Die Geschäftsführerbezüge dürfen maximal zu 25 % aus erfolgsabhängigen Bestandteilen bestehen. Verlustvorträge, die der Gesellschafter-Geschäftsführer mitverursacht hat, sind bei der Tantiemenberechnung zu berücksichtigen. Gehaltserhöhungen müssen einem Fremdvergleich standhalten.

Hartmut Fischer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe DDH 13.2013.

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