Brandlast minimiert

Erhöhte Brandschutzanforderungen und gute Dämmwerte – neben den technischen Anforderungen bei einem Industrieneubau musste DDM Kaup ein Dachschichtenpaket auswählen, das kostendeckend verlegt werden kann. Durch eine spezielle EPDM-Bahn mit integriertem Glasgewebe konnte auf eine Trennlage verzichtet werden.

DDM Kaup EPDM Aufmacher_preview
Bei dem Neubauprojekt eines Futtermittelherstellers setzte die Kaup GmbH auf EPDM-Abdichtungen mit spezieller Glasgewebekaschierung. Der Aufbau darunter: zwei Lagen Steinwolle, eine Dampfsperrbahn und Stahltrapezbleche (siehe Einklinker). Fotos/Skizzen: Duraproof

Aufgrund der guten Erfahrungen auf den anderen Bauteilen des Produktionsbetriebs eines Tierfuttermittelhersteller in Föhren entschied sich das planende Architekturbüro wieder für eine Dachabdichtung aus EPDM in der losen Verlegung mit mechanischer Befestigung, nicht zuletzt aufgrund der erhöhten Anforderung in puncto Brandschutz. Damit Flachdachaufbauten als brandsicher gelten können, müssen sie gegen eine Brandbeanspruchung von außen durch Flugfeuer und strahlende Wärme ausreichend lang widerstandsfähig sein. Ohne Prüfung gelten nur die in DIN 4102-4 klassifizierten Bedachungen als widerstandsfähig gegen Flugfeuer und strahlende Wärme. Im Flachdachbau sind dies nur solche „mit vollständig bedeckender, mindestens 5 cm dicker Schüttung aus Kies 16/32 oder mit Bedeckung aus mindestens 4 cm dicken Betonwerksteinplatten oder anderen mineralischen Platten“. Auch Dachbegrünungen als intensiv begrünte Dächer können ohne Prüfung als harte Bedachung eingestuft werden. Bei extensiv begrünten Dächern muss unter anderem eine mindestens 3 cm dicke Substratschicht mit höchstens 20 Gewichtsprozent organischer Bestandteil vorhanden sein.

Klassischer Industriedachaufbau

Wie auch bei den anderen Gebäudeteilen ist die Dachfläche des neuen Anbaus der Produktionshalle durch zahlreiche Lichtkuppeln durchbrochen. Die Dachdeckerfirma Kaup GmbH aus Hermeskeil erhielt den Auftrag, die Dachfläche mit einem Stahltrapez-Profilblech, einer Dampfsperre, Wärmedämmung und einer Dachabdichtung möglichst kostengünstig, aber langzeitbeständig auszuführen. In mehreren Bauabschnitten und bei teilweise ungünstigen Witterungsbedingungen im Winter mussten die Dachdecker aufgrund des engen Terminplans die Trapezprofilbleche montieren. Darauf verlegten die Dachdecker eine PE-Dampfsperre, die in den Überdeckungs- und Anschlussbereichen verklebt wurde, um die geforderte Luftdichtheit zu erzielen. Bereiche, die nicht sofort mit der Dampfsperre abgedeckt werden konnten, wurden abgeplant. Als Dachdämmung verlegte das Kaup-Team eine druckbelastbare Steinwolle-Dachdämmplatte mit der Wärmeleitfähigkeit 037 und 80 mm Schichtdicke in zwei Lagen. Auf diese konnten die Dachdecker sofort die EPDM-Dachbahn mit aufkaschiertem Glasvlies ausrollen. Die Abdichtungsbahn bot DDM Kaup gleich zwei Vorteile: Durch einen speziellen Produktionsprozess wird auf den noch unvulkanisierten EPDM-Kautschuk ein Glasgewebe aufgebracht. Beide Komponenten durchlaufen anschließend den Vulkanisationsprozess, durch den eine dauerhafte Verbindung entsteht, die nur durch sehr hohe Kräfte zerstört werden kann. Dies ist vor allem in der mechanischen Befestigung des Dachaufbaus von Vorteil. In der Folge können die Anzahl der Befestigungselemente sowie die unterschiedlichen Bahnenbreiten für Rand- und Eckbereiche geringer gehalten werden, was sich bei großen Flächen wie in Föhren auszahlt. Zudem verbessert sich durch die Glasgewebekaschierung auch das Brandverhalten der Bahn und somit des gesamten Dachaufbaus.

Hanns-Christoph Zebe

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 12.2017.

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