Dauer der Ausbildung / Arbeitszeit / Berufsschule

Die Ausbildung beträgt regelmäßig drei Jahre. Grundsätzlich sollte ein Handwerksunternehmen darauf bedacht sein, dass der Lehrling auch die vollen drei Jahre bei ihm ableistet, weil die gesamte Ausbildung und hier insbesondere der Schulunterricht darauf angelegt sind, dass alle Stufen durchlaufen werden.

Grundsätzlich ist jedoch bei einer Vorbildung oder einer besonders hervorragenden Leistung des Auszubildenden die Möglichkeit einer Verkürzung der Ausbildungszeit um sechs bzw. zwölf Monate möglich.

Bei Nichtbestehen der Gesellenprüfung kann der Azubi eine Verlängerung der Ausbildungszeit verlangen. Besteht er die Gesellenprüfung nicht, so ist das Ausbildungsverhältnis auf sein Verlangen bis zur nächst möglichen Wiederholungsprüfung gemäß § 14 Abs. 3 des Berufsausbildungsgesetzes zu verlängern. Die Verlängerung beträgt allerdings höchstens ein Jahr. Nach neuerer Rechtsprechung kann die Gesellenprüfung während dieses Jahres zwei Mal wiederholt werden. Für Auszubildende gelten grundsätzlich die gleichen Arbeitszeitregelungen wie für gewerbliche Arbeitnehmer. Grundsätzlich können Auszubildende auch in eine betriebliche Arbeitszeitregelung einbezogen werden. Bei jugendlichen Auszubildenden ist es jedoch nur unter den Beschränkungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes möglich, welches die Arbeitszeit auf höchstens 8,5 Stunden täglich bzw. 40 Stunden wöchentlich beschränkt (§ 8 JarbSchG). Zudem dürfen Jugendliche nicht an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen beschäftigt werden.

Der Ausbildungsbetrieb hat den Auszubildenden für die Teilnahme am Berufsschulunterricht freizustellen. Dies gilt auch für Ausbildungsmaßnahmen, die außerhalb des Ausbildungsbetriebes durchgeführt werden.

Für Jugendliche gilt dabei, dass diese nicht vor einem vor 9 Uhr beginnenden Schulunterricht beschäftigt werden dürfen. Ein gesetzliches Beschäftigungsverbot gilt darüber hinaus an einem Berufsschultag mit mehr als 5 Unterrichtsstunden von mehr als 45 Minuten, jedoch nur einmal in der Woche, sowie in Berufsschulwochen mit einem planmäßigen Blockunterricht von mindestens 25 Stunden an mindestens 5 Tagen.

Berufsschultage mit mehr als 5 Unterrichtsstunden von mindestens 45 Minuten werden auf die Arbeitszeit von Jugendlichen pauschal mit 8 Stunden angerechnet. Die Anrechnungsregel bezieht sich jedoch immer auf 40 Stunden wöchentlich, nicht auf die tariflich zu leistenden Stunden!

Für Volljährige gilt keine pauschale Anrechnung von Berufsschulzeiten auf die Arbeitszeit. Der erwachsene Auszubildende ist jedoch unverändert für die Teilnahme am Berufsschulunterricht freizustellen. Dabei werden nur die tatsächlichen Berufsschulzeiten auf die Arbeitszeit des Auszubildenden angerechnet, d.h. Unterrichtseinheiten von 45 Minuten werden nicht mehr als volle Zeitstunden berücksichtigt; Pausen und Wegezeiten sind nicht zu berücksichtigen.

Die Anrechnung der Berufsschulzeit erfolgt auf die Höchstarbeitszeit, die bei Erwachsenen 48 Stunden beträgt, nicht auf die tarifliche Arbeitszeit. Das bedeutet, dass volljährige Auszubildende bei nur einem Berufsschultag in der Woche grundsätzlich noch zur Erbringung der durchschnittlichen tariflichen Wochenarbeitszeit im Betrieb verpflichtet werden können. Findet aber Blockunterricht an 5 Tagen mit insgesamt 28 Unterrichtsstunden statt, könnte der volljährige Auszubildende nur noch zu einer Arbeitsleistung von 20 Stunden verpflichtet werden. Die Beschäftigung muss aber unter Berücksichtigung der Fahrzeit und der Möglichkeit der Anweisung durch den Ausbilder auch zumutbar sein.

Kommentar verfassen:

captcha