Den Großen geht es besser

Die Dachdecker verzeichneten im dritten Quartal 2016 eine positive Geschäftslage, die Werte übersteigen sogar die des Vorjahres. Insgesamt zeichnet sich jedoch ein wachsendes Gefälle zwischen Klein- und Großbetrieben ab.

Barometer 2016_3
Postitive Geschäftslage und Aussichten für den Jahresausklang 2016.

Das dritte Quartal im Dachdeckerhandwerk war geprägt von einem Aufregerthema: Die in vielen Regionen und Kommunen fehlende Möglichkeit, mit HBCD beschichtetes EPS zu entsorgen, sorgte für Unverständnis bei den Handwerkern. Bei vielen Betrieben beschränkten sich die Konsequenzen nicht auf Emotionen: Vom Baustopp bis zur Kurzarbeit und vereinzelt sogar bis zu Entlassungen hatten – und haben – Dachdecker mit konkreten Einschränkungen durch den Entsorgungsstau zu kämpfen. Inwiefern das Thema Polysterol als Sondereffekt auf die Dachdeckerkonjunktur gewirkt hat, lässt sich an dieser Stelle nicht beziffern. Ein Effekt auf das vierte Quartal ist noch nicht abzusehen. Die Ergebnisse der von uns befragten Dachdecker weisen jedoch insgesamt deutlich positive Tendenzen auf.

Binnenkonsum trägt

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung bleibt dabei auf dem eingeschlagenen Pfad der vergangenen Quartale. Nach der Gemeinschaftsdiagnose des Sachverständigenrats wird das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr um 1,9 %, im kommenden um 1,4 % zunehmen. Basis des Wachstum bleibt weiterhin der Binnenkonsum, der vom anhaltenden Beschäftigungsaufbau getragen wird. Der öffentliche Konsum wird immer noch von Aufwendungen zur Unterbringung und Integration von Flüchtlingen gestützt. Zinsumfeld und der Trend zum Immobilienkauf bleiben unverändert. Im Bereich der Wohnungsfertigstellungen entfallen große Teile des Wachstums auf Mehrfamilienhäuser, die Verschärfung der Energievorschriften zum 01.01.2016 hatte allerdings bei Ein- und Zweifamilienhäusern einen Vorzieheffekt zur Folge. 2017 werden die Fertigstellungszahlen erneut wachsen, Ein- und Zweifamilienhäuser werden voraussichtlich nicht das Niveau des laufenden Jahres erreichen. Beim Umsatz verzeichnete das Dachdeckerhandwerk nach einem rückläufigen Vorjahr (–2,1 %) im ersten Halbjahr 2016 ein Plus von 0,9 %. Für das Gesamtjahr prognostiziert der ZVDH aufgrund der steigenden Investitionen im Hochbau und der guten Auftragslage eine leichte bis moderate Zunahme. Auch im nächsten Jahr ist demnach mit einem leichten bis moderaten Umsatzanstieg zu rechnen.

Plateau vergrößert sich

Die aktuellen Umfrageergebnisse erweitern das insgesamt recht hohe Plateau, auf dem sich das Dachdeckerhandwerk seit circa 2011 befindet. Gefragt nach der Geschäftslage ihrer Betriebe im dritten Quartal zeigen sich die antwortenden Unternehmer insgesamt zufrieden. Die Durchschnittsnote stellt mit 2,3 sogar einen Bestwert der letzten Jahre für das dritte Quartal dar. Bezogen auf die Betriebsgrößen lässt sich die Grundgesamtheit der Befragten dabei in zwei Teile aufteilen: Kleinbetriebe von ein bis fünf Mitarbeitern, die mit einer Durchschnittsnote von 2,6 relativ deutlich unter dem Schnitt liegen, und den größeren Betrieben mit sechs bis zehn Mitarbeitern (2,1), 11 bis 20 (2,2) und 21 bis 50 Mitarbeitern (2,2), die relativ gleiche Ergebnisse auf einem höheren Niveau verzeichnen. Das Ergebnis ist insofern interessant, als nahezu zwei Drittel der Unternehmen bis zu fünf gewerbliche Mitarbeiter. Diese Gruppe macht allerdings deutlich weniger als zwei Drittel aller antwortenden Betriebe aus. Dies kann bei bestimmten Fragen zu einer Verzerrung der Ergebnisse führen.

Malte von Lüttichau

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 24.2016

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