Erstmals ein Rheinland-Pfälzer

Erstmals ist ein Rheinland-Pfälzer im Präsidium des ZVDH vertreten.

Zimmermann Rheinland-Pfalz
Die rheinland-pfälzischen Delegierten gratulieren dem neu gewählten Vizepräsidenten Foto: LIV Dachdecker RLP

Die Dachdecker haben neu gewählt. Am 16. und 17. März feierte das deutsche Dachdeckerhandwerk in Bonn den 2. Deutschen Dachdeckertag. An diesen beiden Tagen trafen sich die Berufskollegen aus ganz Deutschland zum Wissens-und Erfahrungsaustausch.

Nach der Obermeistertagung am 16. März fand am darauffolgenden Tag die Delegiertenversammlung statt. Hier wurden der Präsident und ein Vizepräsident gewählt.

Für das Amt des Vizepräsidenten kandidierten zwei Bewerber, der Amtsinhaber Fred Georg Schneider aus Hessen und Michael Zimmermann aus Rheinland-Pfalz.

Beide Kandidaten waren aufgerufen, sich und ihre Vorstellung der künftigen Arbeit der Delegiertenversammlung vorzustellen. Zimmermann machte deutlich: „Das Dachdeckerhandwerk besteht aus mehr als nur der Technik. Natürlich sind unsere Fachregeln für uns und für den Verbraucherschutz sehr wichtig, aber aktuell beschäftigen uns zudem noch ganz andere Themen, die sind nicht nur wichtig, sondern auch überaus dringend. Das Binnenmarktpaket der Europäischen Kommission und die hieraus resultierenden Vorhaben, neue Verhältnismäßigkeitsgrundsätze, die Notifizierungspflicht und die Dienstleistungskarte sind Angriffe auf unsere Werte und Überzeugungen. Die dadurch bewirkte Aushöhlung des Meisterbriefes als Zulassungsvoraussetzung für die Selbstständigkeit im Handwerk deckt sich nicht mit unserem handwerklichen Qualitätsanspruch. Das ist kein Verbraucherschutz, sondern Ausdruck von Beliebigkeit und passt nicht zu unserem bewährten und mit Recht hochgelobten dualen Ausbildungssystem.“

Zimmermann rief dazu auf, als Berufsorganisation geschlossen mit geeigneten Sachargumenten aber auch mit Emotion und der notwendigen Leidenschaft für den Erhalt des Meisterbriefs einzustehen. Auch das Thema „Handwerk 4.0“ ist dem 50-jährigen Unternehmer sehr wichtig. Der Name „Handwerk“ solle dabei Programm werden:

„Die Digitalisierung im Handwerk muss auch für Lösungen zur effizienten Umsetzung der betrieblichen Prozesse stehen, mit erweitertem Kundennutzen.“

„Aber vor allem müssen wir uns als Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks weiterhin um die Nachwuchsarbeit kümmern. Wir müssen die Aktivitäten der Landesverbände und Innungen im Bereich der Nachwuchswerbung nutzen und zur Schaffung von Synergieeffekten zusammenführen. Das ist unsere Hauptaufgabe in der Zukunft, das ist unsere Zukunft“, so Zimmermann. Die klaren Aussagen des rheinhessischen Unternehmers überzeugten die wahlberechtigten Delegierten aus den einzelnen Dachdeckerinnungen Deutschlands. Und das zeigte sich auch im Wahlergebnis. Mit einer deutlichen Mehrheit von 81 % wurde Michael Zimmermann zum neuen Vizepräsidenten des Deutschen Dachdeckerhandwerks gewählt, als erster Rheinland-Pfälzer.

Michael Zimmermann findet deutliche Worte des Dankes:

„Meine Vorstandskollegen und die Delegierten der rheinland-pfälzischen Innungen haben geschlossen hinter mir gestanden und mir Mut gemacht. Wenn es darauf ankommt, halten wir als „Dachdeckerfamilie“ zusammen. Das ist ein tolles Gefühl und das hat mir sehr viel Kraft gegeben. Dafür möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bedanken.“ Der neue Vizepräsident bedankte sich auch bei seinem Vorgänger für die geleistete Arbeit, aber auch für den kollegialen und freundschaftlichen Umgang während der vorangegangenen Wahlkampfzeit. Dieses vorbildliche Verhalten zeigt, dass auch unter Wettkampfbedingungen die Menschlichkeit nicht fehlen muss. „Wählen“ heißt nicht sich gegenseitig „quälen“. Dies ist auch unser Anspruch für den kollegialen Umgang miteinander im Tagesgeschäft.

Kommentar verfassen:

captcha