Gemeinsam in der Galerie

Das erste Mediengespräch zur DACH+HOLZ International 2016 in Stuttgart fand Anfang Oktober in München statt. Hier entstand innerhalb von fünf Tagen eine Unterkunft für Flüchtlinge in Holzbauweise. Wir berichten, wie sich die Verbände zur Flüchtlingsproblematik positionieren.

Dach+Holz2015
Diskutierten die wirtschaftliche Lage und die Situation der Flüchtlinge, von links: Peter Aicher, Dieter Dohr, Karl-Heinz Schneider und Dr. Patrik Hof. Foto: DDH

Der Startschuss des Presse-Events fand in der Stahlgruber-Stiftung statt. Hier besuchen jährlich mehr als 2000 Teilnehmer die Fort- und Weiterbildungskurse in den beiden Berufszweigen des Vulkaniseur- + KFZ-Handwerks. Architekt Armin Daam gab einen Überblick über die Sanierung des Gebäudes. Moderiert von Dr. Patrik Hof, Leiter der Pressestelle GHM erläuterten ZVDH-Präsident Karl-Heinz Schneider und Peter Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland - Bund Deutscher Zimmermeister die wirtschaftliche Lage der Verbände. „Wir erleben zurzeit eine riesige Völkerwanderung – vor allem kommen ledige Männer, darunter auch Handwerker. Doch die Frage ist: In welcher Zeit bekommen wir die Leute in den Arbeitsmarkt? “, sagte Schneider. Beispielhaft geht in dem Zusammenhang die Landesinnung des Dachdeckerhandwerks Berlin voran, die bereits Flüchtlingen ein Praktikum ermöglicht hat. Ein Gemeinschaftsgefühl soll die Initiative „Willkommen im Fußball“ erzeugen. Das Projekt setzt auf Willkommensbündnisse, die lokale Bildungsträger, Bürgerinitiativen, Amateurvereine, aber auch Handwerksbetriebe in Kooperation eines Vereins der 1. oder 2. Bundesliga durchführen können.

Gemeinsame Präsenz ganz oben

„Auch eine Mannschaft funktioniert am besten im Bereich Messewesen“ betonte Dieter Dohr, Vorsitzender der Geschäftsführung der GHM und zeigte die Schwerpunkt der kommenden DACH+HOLZ International 2016 auf. „450 Aussteller haben sich bereits jetzt schon angemeldet, wir sind nahezu ausgebucht“. Neu ist, dass sich die Verbände erstmalig gemeinsam auf der Leitmesse präsentieren und zwar auf der Galerie der Messehallen. Schwerpunkte der Zimmerer ist wieder das Life-Training der Zimmerer-Nationalmannschaft. „Das Thema Holzbau kann allerdings noch stärker in der Gesellschaft positioniert werden.

Drohnen und Dachdecker 4.0.

Flüchtlingsheim Schleißdorferstraße
Die Unterkünfte für Asylsuchende und Wohnungslose sollten möglichst schnell zusätzlichen Wohnraum schaffen. Eine besonders freundliche, oft farbige und vor allem warme Fassadengestaltung ist dem Architekt als Willkommensgeste wichtig. Foto: DDH

Ein technischer Schwerpunkt der Messe werden Drohnen im Bauhandwerk sein. „Sie sind für uns ein zunehmend interessanter Markt. Das sind mittlerweile Hightech-Werkzeuge, die bis zu Windstärke 7 hoch steigen, Dachflächen ausmessen und für unsere Betriebe eine Bauanalyse erstellen“, weiß der ZVDH-Präsident.

Anschließend besichtigten die Teilnehmer den Neubau „Unterkunft für Flüchtlinge und Wohnungslose“ in der Schleißheimerstraße. Bauleiter Achim Dangel zeigte einen Kurzfilm von der Entstehung des Gebäudes - hierfür benötigten die Handwerker nur 5 Arbeitstagen. Wie die Flüchtlingsunterkunft der Zukunft aussehen könnte diskutierten Architekt David Meuer, Zimmermeister Wolfgang Knöpfle. Geschäftsführender Gesellschafter bei Weizenegger, Bauunternehmer Andreas Adldinger und Simon Takasaki, Herausgeber des Buches „Refugees Welcome - Konzepte für eine menschenwürdige Architektur. „Unsere Erfahrungen zeigen: Containerlösungen sind nichts auf Dauer“, betonte Adldinger. Takasaki sprach sich dafür aus, Studentenwohnheime als Unterkünfte für Flüchtlinge zu nutzen. Architekt Meuer hob die Vorzüge des Werkstoffs Holz heraus.

Mehr zu den Projekten und den gesamten Artikel lesen Sie in DDH 21.2015.

Weitere Bilder auf unserer Facebook-Seite.

Johannes Messer

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