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Im Dialog Lösungen finden

Seit knapp anderthalb Jahren leitet Dominic Späth bei Wienerberger im Geschäftsbereich Koramic. Im Gespräch mit DDH Chefredakteurin Elke Herbst erläutert er, warum ihm regionale Nähe und der direkte Dialog mit seinen Kunden so wichtig ist.

Sie sind seit Februar 2009 als Geschäftsbereichsleiter Dach bei Wienerberger tätig. Welche Veränderungen haben Sie in Ihrem Zuständigkeitsbereich seitdem durchgeführt?

Für den Bereich Dachziegel verantwortlich: Dominic Späth

Hauptziel war unser Produktportfolio und den Vertrieb exakt auf die Anforderungen des Verarbeiters auszurichten. Dafür wurde das Vertriebsnetz umstrukturiert, so dass eine optimale Nähe zum Kunden entsteht. Außerdem haben wir Ziegelmodelle eingeführt, die ebenfalls einen starken Regionalbezug haben und zukünftig vor Ort produziert werden, so wie die Modelle der Alegra-Familie,

Ein weiterer Schwerpunkt war die Positionierung der Marke Koramic als Dachsystem-Komplettanbieter. Beispiele dafür sind:

- das Befestigungssystem Sturmfix, das wir 2008 im Markt eingeführt haben und das auch bei den neuen regionalen Ziegeln zum Einsatz kommen wird

- die konsequente Ausweitung des Angebots an nichtkeramischem Zubehör mit Firstlösungen, Wandanschlüssen, Begehungssystemen bis hin zu unseren neuen diffusionsoffenen Unterdeckbahnen KoraTech Classic und KoraTech Premium S.

Welche Vorteile haben diese Veränderungen für Ihre Verarbeiterkunden?

Der direktere und intensivere Dialog zwischen dem Dachdecker und unserem regionalen Fachberater ist ein großer Vorteil für beide Seiten. Das hat schon sehr gut rund um die Einführung der neuen Unterdeckbahnen funktioniert. So wussten wir genau, was unsere Kunden brauchen. Durch die Etablierung regionaler Ziegelmodelle kann der Trend im Norden nach großformatigen Ziegeln und der im Süden nach eher klein- und mittelformatigen Modellen optimal bedient werden. Die Produktion in der entsprechenden Region sichert eine hohe Verfügbarkeit für die Dachdecker. Und letztendlich verschafft unsere Positionierung als Komplettanbieter dem Handwerker die Möglichkeit, alles aus einer Hand anzubieten. Das ist für ihn effizienter und sicherlich auch wirtschaftlich interessant.

Sie bieten seit einiger Zeit das Befestigungssystem Sturmfix an. Wie ist die Resonanz im Markt darauf?

Zu Beginn 2008 haben wir die integrierte Sturmklammer mit dem neuen Großflächenziegel Alegra 8 eingeführt. Aufgrund der guten Akzeptanz haben wir in den letzten Jahren weitere Ziegelmodelle auf die neue Klammer umgerüstet, so dass wir mit den neuen Modellen, die wir jetzt im Markt platzieren, auf rund 15 Sturmfix-Dachziegelmodelle kommen. Mit dieser Innovation haben wir weit in die Zukunft geplant. Die klimatischen Verhältnisse, zum Beispiel die Intensität von Stürmen, verändern sich. Dies ist meteorologisch Fakt. Tornados wie letztes Jahr nahe Schwerin oder diesen Mai in Brandenburg und Sachsen sowie in Baden-Württemberg, waren für uns früher undenkbar. Der ZVDH wird auf die klimatischen Veränderungen in Kürze mit einer Verschärfung der Fachregeln zur Windsogsicherung reagieren. Mit Sturmfix sind wir für diese verschärften Anforderungen bereits jetzt optimal gerüstet. Wie sehr der Markt das annimmt, zeigt ein 25% Zuwachs, den wir bei den Sturmfix-Ziegelmodellen verzeichnen.

Wie ist Koramic durch das "Krisenjahr" gekommen?

Hinter der gesamten Branche liegt kein einfaches Jahr. Die Finanz- und Bankenkrise hat ohne Frage Spuren hinterlassen. Wir haben, ähnlich wie einige andere Hersteller, konsequent unsere Prozesse angepasst und durch Kapazitätsreduzierungen auf den schwächeren Markt reagiert. Aber der Spruch ‚Jede Krise birgt eine Chance’ wirkt eben auch in diesen Zeiten. Wir waren gezwungen unsere Produktionsprozesse zu optimieren, das Produktprogramm noch effizienter auf die Marktanforderungen zuzuschneiden und wie geschildert den Vertrieb neu auszurichten. Nun fühlen wir uns sehr gut aufgestellt für die Anforderungen der Zukunft.

Regeln, Normen und Anforderungen an die Dachhandwerker werden immer umfangreicher und komplexer. Wie hilft Ihr Unternehmen dem Dachdecker den Überblick zu behalten?

Heutzutage benötigen Dachdecker keine Produkte, sondern Lösungen. Wir arbeiten gezielt daran, dem Verarbeiter als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen und im intensiven Dialog gemeinsam praxisnahe Lösungen zu entwickeln. Dafür qualifizieren wir unsere technischen Berater im Außendienst und in der Anwendungstechnik umfassend und regelmäßig. Unsere Industrieschulungen werden weiter ausgebaut. Dort können sich Verarbeiter ganz gezielt über spezifische Praxisanwendungen innerhalb verschiedener Gewerke informieren. Der Erfahrungsaustausch hat dabei einen hohen Stellenwert. Außerdem suchen wir den intensiven Kontakt zu den Dachdecker-Fachschulen und unterstützen den ZVDH bei der Erarbeitung von neuen Fachregeln durch die Mitarbeit in den Ausschüssen. Bei einem so wichtigen Thema wie Windsogsicherung sind wir jetzt schon dabei ein ganzes Maßnahmenpaket aus Schulungen, technischen Informationen und praktischen Arbeitshilfen zusammenzustellen, um nach der Einführung der Fachregeln direkt helfen zu können.

Das ausführliche Interview lesen Sie in DDH 14/2010.

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