Integriert im Dach

Zum Ende seiner aktiven Laufbahn hatte Dachdeckermeister Jürgen Endmann noch einmal Großes für etwas Kleines vor. Das sanierungsbedürftige Einfamilienhaus sollte in ein Schmuckstück umgewandelt werden – inklusive Photovoltaik und Solarthermie.

Sanierung Endmann Solar Titel
Die Solarsysteme wurden als rahmengebundene Indachlösung in die Dachdeckungsebene integriert. Fotos: Braas

Das baufällige kleine Einfamilienhaus am Rand der Kleinstadt Lunzenau in der Nähe von Chemnitz fand in Dachdeckermeister Jürgen Endmann einen neuen Besitzer. Das Gebäude wurde umfangreich entkernt sowie saniert und es wurde ein Anbau erstellt. Für die Dachmodernisierung wählte der Kreishandwerkermeister einen kompletten Neuaufbau. Dazu wurde der alte Dachaufbau bis zur Sparrenebene abgeräumt.

Luftdicht über dem Sparren

Anschließend verlegten die Dachdecker eine neue Dampfbremsschicht. Die Modernisierungsdampfbremse mit einem sd-Wert von 2 m wurde plan direkt über den Sparren verlegt und konnte als Behelfsdeckung den vorübergehenden Wetterschutz sicherstellen. Die Bahn ist mit einer Doppelklebezone ausgestattet, um die notwendige Luftdichtheit in den Überlappungsbereichen zu gewährleisten. In den Stoßbereichen arbeiteten die Dachdecker mit dem Systemklebeband. Umlaufend wurde die Bahn auf dem Mauerwerk mit einer plastoelastischen Klebemasse an die gesäuberte Bestandskonstruktion angeschlossen. Darüber hinaus wurde die Bahn zusätzlich mit einem Systemklebeband an der Außenwand fixiert.

An der Traufe fixierte das Endmann-Team ein Anschlagholz in Dämmstoffstärke angeordnet. Darauf konnten die Dämmplatten des Dämmsystems fluchtgerecht ausgerichtet werden. Dachumlaufend ordneten die Dachdecker ein Kompriband auf der Dampfbremse an, um eine Unterströmung der Dämmung sicher zu vermeiden. Mit Konterlattenstücken wurden die Dämmplatten abschnittsweise fixiert. Hierzu wurden die entsprechenden systemgerechten Doppelgewindeschrauben im 90°-Winkel gegen Windsog eingeschraubt; Schrauben im 60°-Winkel nehmen die Schublasten auf und leiten diese in die Tragkonstruktion ein.

Um den Wohnwert des kleinen Hauses und des ausgebauten Dachgeschosses zu steigern, ordnete DDM Endmann eine Gaube im Satteldach an. Diese konnte bedingt durch ihre Größe nur mit einer Dachneigung von circa 16° ausgeführt werden. Wegen der flachen Dachneigung wurde das Gaubendach als wasserdichtes Unterdach mit dicht verschweißten Stößen und eingebundenen Konterlatten ausgeführt. Zum Einsatz kam auf der ausreichend druckfesten Aufdachdämmung zusätzlich eine wasserdichte und dennoch diffusionsoffene Unterdachbahn. Für die Dachdecker war die Handhabung der Verschweißung der Bahn einfach mit dem Heißluftföhn auszuführen. Durch die diffusionsoffene Ausführung vor allem auch der eingebundenen Konterlatten ist die langfristige Funktionssicherheit gegeben; eingeschlossene Feuchtigkeit kann ausdiffundieren, die Holzkonstruktion ist geschützt.

Horst Pavel

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 09.17

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