Keramisches Dach für hölzernen Kuckuck

Im Maßstab 60 : 1 steht die weltgrößte Kuckucksuhr im Eble Uhren-Park im Schwarzwald. Bei der umfangreichen Sanierung einiger Teildachflächen verbaute die Kammerer GmbH unterschiedliche Unterdächer. Bei der Deckung setzten die Dachdecker auf eine einheitliche Optik: ein glasierter Tondachziegel im 13er-Format.

Kuckucksuhr Sanierung Kammerer Aufmacher
An dem Haus der Kuckucksuhr begannen die Umdeckungsarbeiten, um die Attraktion zu Saisonbeginn wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Fotos: Braas

Bereits von der Bundesstraße B 33 zwischen Hornberg und Triberg aus sichtbar steht die weltgrößte Kuckucksuhr als eindrucksvolles Haus da. Die Nähe zu den Triberger Wasserfällen und dem Freilichtmuseum Vogtsbauernhof sorgen für eine weitere Attraktivität dieses Reiseziels.

Mit dem Bau der Kuckucksuhr haben die Uhrmachermeister Ewald und Ralf Eble aus Triberg-Schonachbach ihr Können auf die Spitze getrieben. Nach alten, originalen Bauplänen haben sie eine Kuckucksuhr in völlig neuen Dimensionen erbaut; dabei orientierten sich die Uhrmacher an ihrer alten Handwerkstradition, allerdings diesmal in 60-facher Vergrößerung. Dabei galt als größte Herausforderung, das riesige Schlagwerk der Kuckucksuhr mechanisch anzutreiben. Die Ausmaße des Uhrwerks sind gigantisch und beeindruckend. Der Durchmesser des größten Zahnrads beträgt 2,60 m. Das Uhrwerk misst ein Gewicht von 6 t, allein das Pendel hat eine Länge von 8 m. Die Uhr ist 13,5 m hoch. So ist das Uhrwerk alleine schon 4,5 × 4,5 m groß und der Kuckuck ist 4,5 m lang und 150 kg schwer. Für die Kuckucksuhr wurde ein eigens gebautes Haus im Stil einer schwarzwaldtypischen Kuckucksuhr errichtet. Eine Besichtigung der Kuckucksuhr von innen macht damit die Kunst des Uhrmacherhandwerks begeh- und erlebbar. Nach fünfjähriger Bauzeit wurde 1994 die weltgrößte Kuckucksuhr eingeweiht. Seither erschallt der Ruf des Kuckucks zur halben und vollen Stunde aus dem Fenster im ersten Stock. Die Pfeifen, die den Ruf des Kuckucks erschallen lassen, sind 4 m lang.

Sanierung in großen Dimensionen

Das Anwesen ist schon immer durch Erweiterungen geprägt, und so wuchs aus bescheidenen Anfängen auch die Gebäudelandschaft des Eble Uhren-Parks. So wurde sogar der Schonachbach überbaut, um eine vernünftige Verkaufsfläche zu erschließen. Dies war bei der Sanierung vor allem für den Gerüstbau während der Sanierungsarbeiten an den zahlreichen Dächern eine knifflige Angelegenheit. Mit der Zeit entstand durch zahlreiche An- und Umbauten ein Gebäudekomplex mit einer vielfältig gestalteten Dachlandschaft. Einzelne Gebäudeteile und vor allem die Dachdeckung waren sanierungsbedürftig; eine neue Dachdeckung sollte nicht nur den Stil des Schwarzwaldhauses unterstützen, sondern vor allem die Optik der zusammengewachsenen Gebäudestrukturen unterstreichen. Allen voran das Gebäude mit der weltgrößten Kuckucksuhr. Der Innungsbetrieb, die Firma Kammerer aus Furtwangen, erhielt den Auftrag zur Neueindeckung der Dachflächen.

Unterschiedliche Anforderungen

Die Aufgabenstellung war dabei sehr unterschiedlich. So sollte das Haus der Kuckucksuhr ohne Erneuerung der Traglattung nur umgedeckt werden, für die älteren Gebäudeteile waren teilweise umfangreichere Erneuerungsarbeiten erforderlich. Insbesondere bei den älteren Gebäudeteilen und im Bereich der Anschlussstellen des innen liegenden Flachdaches mussten wesentliche Tragteile wie Sparren und Pfetten erneuert werden. Die Dachkonstruktion der intensiver genutzten Dachräume wurde geschalt und mit einer Unterdeckbahn behelfsdeckend abgedeckt. Die integrierte Doppelklebezone sorgte dabei für eine schnelle luftdichte Verklebung.

Horst Pavel.

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 17.2017.

Kommentar verfassen:

captcha