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Leckagen mit (Luft-)Druck begegnen

Die Ortung von Leckagen stellt sich häufig als schwierig heraus. Ein Dachdecker hat ein System entwickelt, dass die Suche beschleunigt und in der Praxis bereits an mehreren Objekten eingesetzt wurde. Wir beschreiben die druckluftbetriebene Lösung.

Nach erfolgter Nahtüberprüfung der ersten Abdichtung wurde die zweite, kammerbildende Lage aufgebracht. Foto: Köhler

Wenn es durch Verarbeitungsfehler, mechanische Beschädigungen oder Materialermüdungen zu Leckstellen in einem Flachdach kommt, ist die Fehlersuche oft sehr mühsam. Jetzt hat Dachdeckermeister und Sachverständiger Hans-Jörg Köhler aus Frohburg/Sachsen ein System entwickelt, mit dem sich der Suchprozess beschleunigen und prophylaktische Kontrollen durchführen lassen.

Mehr Sicherheit durch Kammern

Bei einem Passivhaus in Much/Rhein-Sieg-Kreis kam sein patentiertes "K-next-System" zur Ausführung. Der Bauherr hatte bei einem anderen Objekt negative Erfahrungen mit der Dichtigkeit eines Flachdaches gemacht und sich deshalb für mehr Sicherheit entschieden. Kriterium für die Wahl der Abdichtungsbahn aus Acrylsynthesekautschuk (ASA) war die mögliche Herstellung luftdichter Nähte. Die vorgefertigten Planenteile wurden mit einem Baustellenkran auf das Dach transportiert und ausgebreitet. Nachdem die erste Lage verlegt und einzelne Segmente miteinander verschweißt waren, wurden die Nähte geprüft und eventuelle Schwachstellen nachgearbeitet. Die zweite Lage (aus dem gleichen Material) wurde anschließend so mit der unteren Lage verbunden, dass einzelne Kammern entstanden. Diese können mit Luft abgedrückt werden. Die Größe der Kammern wird je nach Anwendungsfall gewählt. Am Objekt in Much lag sie in der Fläche bei 10 bis 15 Quadratmeter, im Randbereich mit 75 Zentimeter Breite entsprechend kleiner. Die Lage der Kammern und der Einfüllstutzen wurde genau dokumentiert.

Der Dachrand wurde mit einer Bohle, einer Keilbohle und einem Ortgangblech aus Aluminium ausgeführt. Vor der Ortgangbohle wurde ein Winkel aus Folienverbundblech befestigt, an dem die untere Folienlage angeschweißt werden konnte. An der äußeren Kante der Ortgangbohle wurde ein Streifen aus Verbundblech angebracht, an dem die erste Lage ebenfalls verschweißt wurde. Die zweite Dachabdichtungslage und somit der prüffähige Bereich endet wenige Zentimeter vor dem Dachrand. Den Abschluss des Dachrandes bildet ein mit Vorstoßblechen befestigtes Ortgangblech, welches mit Dichtschrauben dachseitig befestigt wurde. Die Dachentwässerung erfolgt über einen Gully sowie drei Notüberläufe, weitere Dachdurchdringungen gab es keine. Bevor das Dach eine Kiesschüttung als Windsogsicherung und zur Verbesserung der Wärmedämmung eine Schotterschicht aus Glasschaum erhielt, wurde eine Prüfung mit Druckluft durchgeführt, um festzustellen, ob alle Kammern dicht sind. Nach Abschluss aller Arbeiten erfolgte eine nochmalige Überprüfung als Bestandteil der Abnahme der Werkleistung.

Früherkennung und Lokalisierung

Damit war die Voraussetzung geschaffen für:

- eine frühzeitige Erkennung - regelmäßige Prüfung vorausgesetzt - über ein Versagen einer der beiden Lagen, bevor Niederschlagswasser in den Dachaufbau eindringen kann und

- eine schnelle Lokalisierung bei einer eventuell doch auftretenden Undichtigkeit auch unter Auflast.

Nach Angabe von Hans-Jörg Köhler kann bei dem System auf eine aufwendige Ausbildung einer Gefälledämmung oder eines Gefälleestriches verzichtet werden. Durch den Wegfall der Gefälleplatten lassen sich die erforderlichen Anschlusshöhen oftmals leichter realisieren. Diese Aspekte ermöglichen es, so der Erfinder, das Verfahren nahezu kostenneutral im Vergleich zu anderen Dichtungen einzusetzen. Nach seiner Meinung kann die Wirtschaftlichkeit einer Dachabdichtung erst nach Jahren festgestellt werden, wenn umfangreiche Sanierungsmaßnahmen oder gar Schäden an Gebäude und Ausrüstung ausbleiben. Daraus folgert er, dass ein mit seinem System ausgeführtes Dach wirtschaftlicher als ein herkömmlich gedichtetes Flachdach ist.

Ihre Meinung ist gefragt

Als Dachdeckermeister Hans-Jörg Köhler aus Froburg/Sachsen uns sein patentiertes K-next-System erläuterte, standen wir dem skeptisch gegenüber. Wenn wir uns dennoch dazu entschlossen haben, das Ortungs- und Sicherungssystem vorzustellen, so möchten wir Ihnen einerseits Entwicklungen nicht vorenthalten und andererseits den Pioniergeist des Erfinders würdigen. Dennoch bleiben Fragen: Kann auf ein Gefälle verzichtet werden? Ist die Doppellagigkeit der Kunststoffabdichtungsbahnen wirtschaftlich durchsetzbar? Schreiben Sie Ihre Meinung ins

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