Liebevoll restauriert

Ein fliegender Turm und eine unsichtbare Aufdachdämmung – bei der Sanierung eines Mehrfamilienwohnhauses in der Fürther Altstadt verlief vieles anders als ursprünglich geplant. Für die Märkl GmbH war es ein Spagat zwischen modernen Techniken und historischer Wahrung.

Märkl Aufmacher
„So geht Denkmalpflege“, kommt einem in den Sinn, wenn man das Ergebnis der denkmalgerechten Sanierung in Fürth betrachtet. Die Firma Märkl war als Generalunternehmer am Dach tätig – Flaschner-, Holz- und Schieferarbeiten lieferte der Innungsbetrieb aus einer Hand. Fotos: Märkl

Südwestlich an Nürnberg angrenzend liegt die kreisfreie Großstadt Fürth, die geprägt ist von historischer Bausubstanz – glücklicherweise, wie die Geschichte zeigt. Im Zweiten Weltkrieg blieben trotz der Luftangriffe auf Fürth 90 % der historischen Bausubstanz erhalten, die in der heutigen Altstadt in wesentlichen Grundzügen noch Bestand hat. Eine Vielzahl dieser Gebäude steht heute unter Denkmalschutz. So auch ein Mehrfamilienhaus in der Simonstraße, welches 1904 nahe der Fürther Altstadt erbaut wurde. Ab dem Sommer 2015 fanden aufwendige Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten an Dach und Fassade statt. Die Anforderung des Bauherrn war, nicht zuletzt auch aufgrund der Vorgabe des Denkmalamtes, der Wahrung des historischen Bestands unter Berücksichtigung der Energiesparverordnung optisch treu zu bleiben. Für das Dach hieß dies: die massiven Schäden an der Holzkonstruktion zu beseitigen und zum Teil versteckte Schmuckstücke des Gebäudes freizulegen und instand zu setzen. Als Partner für alle anfallenden Arbeiten am Dach, Holzbau- Klempner- und Bedachungstechniken konnte die Firma Märkl GmbH aus Fürth gewonnen werden. DDM Thomas Märkl: „Die Vorgaben des Denkmalschutzes waren sehr streng und sollten bis ins Detail umgesetzt werden. Hier wurde sehr großes Augenmerk darauf gelegt, dass möglichst viel alte Substanz erhalten bleibt oder wiederverwendet wird. Ersatz war nur dort erlaubt, wo alte Bauteile nicht mehr zu gebrauchen waren. Das Gebäude sollte hochwertig vermietet werden. Daher wurde vom Bauherrn neben dem energetischen Aspekt sehr großer Wert auf Details gelegt, die eine lange Haltbarkeit und einen geringen Unterhaltsaufwand sicherstellen.“

Holz, Metall, Schiefer – aus einer Hand

Die Arbeiten am Dach waren so komplex miteinander verbunden, dass eine Aufteilung der Gewerke kaum möglich war. So wurden die Dachdecker-, Bauflaschner- und Holzarbeiten aus einer Hand durchgeführt, ebenso wie die Erstellung des Gerüstes. Die ursprüngliche Dachdeckung, bestehend aus alten Schieferrauten, und die alte Dachschalung sollten ersetzt und es sollte eine Wärmedämmung eingebaut werden. Beim Abtragen des Altbestands stellte das Märkl-Team fest, dass die Sparrenzwischenräume im Bereich der Wohnungen ausgemauert waren. Eine Dämmung der Gefache wie ursprünglich geplant konnte nicht ausgeführt werden. In Absprache mit dem Denkmalschutz und dem Auftraggeber wurde vereinbart, eine 100 mm dicke PUR/PIR-Aufsparrendämmung aufzubringen. Um die EnEV zu erfüllen, aber die Veränderungen am Gesims und an den Gaubenanschlüssen in Grenzen zu halten, verlegten die Dachdecker zunächst eine Dampfsperre oberhalb der Sparren, gefolgt von der Aufsparrendämmung mit aufkaschierter OSB-Schalung, sodass insgesamt eine Aufbauhöhe von plus 122 mm entstand. Die Details am Fusspunkt und den Anschlüssen konnten so gestaltet werden, dass auf den ersten Blick keine sichtbaren Unterschiede zum Altbestand zu erkennen sind. Die oberen Dachbereiche mussten um die Höhe der Aufdachdämmung mit KVH-Hölzer aufgedoppelt werden, gefolgt von einer 22 mm dicken Schalung, um so eine Ebene im Übergang zu den Aufsparren-Dämmelementen herzustellen. Eine weitere Herausforderung war es, die Dampfsperre und die Wärmedämmung in den verschiedenen Dachflächen (Mansarde/Dachboden/Gaubendächer) sauber und luftdicht zu verbinden .

Michael Zenk

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 07.2017.

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