MTB-Adventure: Sattelfest in jeder Lage

Mitte Juni luden wir zu einem außergewöhnlichen Event nach Willingen im Sauerland ein: zum MTB ADVENTURE 2017. Eine gelungene Mischung aus Fachvorträgen, Mountainbiking und Networking brachte Handwerker und Industriepartner fachlich, sportlich und persönlich zusammen.

MTB Adventure Willingen Aufmacher
Geführte MTB Tour ins Willinger Upland: ob auf dem eBike oder dem eigenen Drahtesel. Nach einer gelungenen Tagestour kamen alle Handwerker/innen wohlbehalten zurück ins Hotel, um sich abends beim BBQ zu entspannen. Fachvorträge ergänzten das erfolgreiche Event. Fotos: DDH/BmH

Natürlich könnte ich bei dem schönen Wetter auch arbeiten, aber hier erfahre ich gerade ein Stück Lebensqualität. Ich lerne nette Kollegen kennen und nehme auch fachlich noch Einiges mit.“ Mit diesen Worten brachte es einer der teilnehmenden Handwerksmeister auf den Punkt. Die drei Tage des MTB-ADVENTURE in Willingen standen unter dem Motto „Austauschen, Auskennen, Auspowern“ und begannen am Mittwoch mit einer klassischen Vortragsveranstaltung. Bauordnungswesen, Abdichtungslösungen, Bauphysik und Absturzsicherung standen im Fokus der Fachvorträge. Dabei stellte Dr. Marco Einhaus schon zu Beginn seines Vortrags klar: „Die Schuhe sind schon lange kein Problem mehr – viel schlimmer ist die Absturzsicherung.“ Der Leiter des Sachgebiets Hochbau bei der BG Bau referierte zum sicheren Arbeiten in der Höhe und mahnte unmissverständlich zu gewissenhaftem Unfallschutz. Statistisch gesehen falle jeder siebte Zimmerer jährlich einmal vom Dach, so Einhaus. Abstürze machten über 60 Prozent der Gesamtkosten der BG Bau aus. Das Ergebnis seien stark steigende BG-Beiträge für die Holzbaubetriebe ab 2018. Des Weiteren kündigte der Bauingenieur Änderungen bei den zulässigen Leiterhöhen und –für Architekten besonders interessant – die zukünftige Verpflichtung zur Planung von Sicherheitseinrichtungen auf Dächern an.

Intelligent und orientierungslos

Auch Michael Zimmermann mahnte, allerdings nicht zur Beachtung des Unfallschutzes, sondern dazu, von „intelligenten“ Dampfbremsen nicht zu viel Hirn zu erwarten. Trotz aller Qualität seien die Hightech-Materialien oft „orientierungslos“, wenn sie sich zur falschen Zeit am falschen Ort befänden, so der Sachverständige für das Dachdeckerhandwerk. Genaue Beachtung der Einbausituation und der zugehörigen Produktdatenblätter seien unerlässlich. Im Zweifel sollte der Handwerker stets Bedenken anmelden. Im weiteren Verlauf referierte Annette Clauß zur Landesbauordnung NRW und zu deren Unzulänglichkeiten in Sachen Holzbau, gefolgt von Arnim Seidel vom Informationsverein Holz e. V. Auch die Vertreter der Sponsoren, Moritz Schmidbauer, Carlisle, Joachim Werner, Klöber und Martin Binder, ST Quadrat, lieferten umfangreiche und nutzwertige Fachinformationen zu ihren Produkten und luden zum ungezwungenen, fachlichen Austausch im Nachgang der Vorträge ein.

Mit dem Bike ins Willinger Upland

Nach einem gemeinsamen Barbecue am ersten Abend auf der Terrasse des Hotels Hochheide starteten die 23 Teilnehmer dann am zweiten Tag in zwei Gruppen zu ausgedehnten Mountainbiketouren über die Höhenzüge des Sauerlands. Einige Cracks hatten ihre eigenen Räder mitgebracht. Die übrigen Teilnehmer konnten sich Mountainbikes leihen und nach vorheriger Anmeldung war auch die Nutzung von E-Bikes möglich – bei den Tagestemperaturen von gut 28 °C nicht die schlechteste Entscheidung. 40, 50 km Strecke und gut sechshundert Höhenmeter legten die Radler zurück und kamen dabei trotz aller Anstrengung schnell und gut miteinander ins Gespräch. Sowohl für Berufliches als auch für Privates standen genügend Raum, Zeit und vor allem die richtige Stimmung zur Verfügung. „Neben dem Spaßfaktor hat auch der eigentliche Zweck des Vernetzens bestens funktioniert“, war im Nachgang in den Feedbackbögen zu lesen, ebenso wie: „Eine tolle Mischung aus Event und Schulung.“

Wolfgang Schäfer

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 14.2017.

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