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Neu und nachhaltig

Aus umwelttechnischen Gründen wurden in die Dachflächen eines Bau- und Gartenmarktes Gründachbereiche und eine Photovoltaik-Anlage integriert. Für den Dachdecker eine interessante und abwechselungsreiche Aufgabe.

Energiesparender Gewerbebau

Mit dem Neubau eines Bau- und Gartenmarktes im Hamburger Stadtteil Stellingen realisierte die Baumarktkette Max Bahr einen neuen Typus von Marktgebäude. Das von den Architekten geplante Ensemble verbindet die Funktionalität eines modernen Verkaufsgebäudes mit den energie- und umweltschonenden und damit auch kostenreduzierenden Maßnahmen des nachhaltigen Bauens. An der Kieler Straße in unmittelbarer Nähe zur Autobahn gelegen, bildet der L-förmige Baukörper eine klare städtebauliche Linie. Mit einer Gebäudeausdehnung von rund 190 Meter auf der Süd- und cirka 150 Meter auf der Ostseite umfasst der Baukörper den davor angeordneten Parkbereich an zwei Seiten. Der obere Gebäudeabschluss erfolgt durch eine Stahl-Fachwerkkonstruktion mit Trapezblechen als Tragschale.

Zur Ausbildung der Fassaden erhielt der Baumarktbereich 16 Zentimeter dicke, wärmegedämmte Stahlblech-Kassettenwände, die außenseitig mit hinterlüfteten Stahlblechpaneelen bekleidet sind. Unterschiedlich farbig beschichtet, setzte man sie im freien Spiel in die Fassade. In die Fassade integrierte Fensterflügel sorgen für eine natürliche Be- und Entlüftung. Die Fensterbereiche wurden fassadenseitig mit ebenfalls farbig beschichteten Lochblechen bekleidet. Die Fassade des Gartenmarktes wurde mittels einer Pfosten-Riegel-Konstruktion verglast. Ein angrenzendes Freilager wurde auf zwei Seiten ebenfalls verglast, die zum Parkplatz gewandte dritte Seite erhielt einen Stabmattenzaun als Bekleidung.

Unterschiedliche Dachkonzepte

Das knapp acht Meter hohe Dach des Gartenmarktes führte man als klassisches Flachdach aus. Hingegen erhielt der rund zwei Meter höhere Baumarkt ein Sheddach als oberen Gebäudeabschluss. Innerhalb dieser üblichen Baukonstruktion ordneten die Planer in Absprache mit dem Bauherrn energiesparende sowie umwelt- und ressourcenschonende Maßnahmen an. Um Wärmeverluste in den Wintermonaten und unnötige Aufheizung im Sommer zu vermeiden, optimierte man die Wärmedämmung in der Gebäudehülle. Sowohl in den Wand- als auch in den Dachkonstruktionen kam eine dickere Wärmedämmung zur Verbesserung der U-Werte zum Einsatz.

Über die in der Fassade angeordneten Fenster sowie Lüftungsöffnungen im Sheddach kann das Gebäude auf natürlichem Wege be- und entlüftet werden. Ebenfalls weitgehend natürlich erfolgt die Belichtung beider Baukörper durch Tageslicht. Neben der großflächigen Verglasung sorgen vor allem die nach Norden ausgerichteten Belichtungsflächen in den Sheds sowie drei Oberlichtbänder auf dem Flachdach für eine ausreichende Belichtung.

Eine extensive Begrünung auf dem Flachdach des Gartenmarktes und des Freilagers sorgt für die Entsiegelung von bebauter Fläche. Weitere Renaturierungsmaßnahmen durch Anpflanzungen und zusätzlichen Grünflächen auf dem Grundstück wirken ebenfalls der Flächenversiegelung entgegen. Zudem nutzte man ein Großteil des Abbruchschuttes bei der Gründung der Freiflächen. Während ein Teil des anfallenden Regenwassers auf dem begrünten Dach zwischengespeichert und genutzt wird, sammelt man die auf dem Baumarktdach anfallenden Niederschläge in einer einhundert Kubikmeter großen Zisterne. Es wird dem Brauchwasserkreislauf zugeführt und reduziert den jährlichen Wasserbedarf um rund 2.300 Kubikmeter.

CO2-Ausstoss durch Photovoltaik reduziert

Sorgen die nach Norden ausgerichteten Sheddachflächen des Baumarktdaches mittels Verglasung für die Ausleuchtung des Verkaufsraumes mit Tageslicht, so nutzen die nach Süden gerichteten Sheddachflächen die Sonnenstrahlung zur Erzeugung von Strom. Denn auf einer Gesamtfläche von 1.404 Quadratmeter installierte man auf 14 der 15 Sheds eine dachintegrierte Photovoltaik-Anlage.

Zum Einsatz kam die Dachbahn Evalon-Solar von Alwitra. Sie basiert auf einer Kunststoff-Dach- und Dichtungsbahn aus Ethylen-Vinylacetat-Terpolymer (EVA). Diese Bahnen zeichnen sich durch einen hohen Anteil an hochpolymeren Feststoffen aus. Dadurch werden gleich bleibende Eigenschaften bei hoher Lebensdauer ermöglicht. Die Dichtschicht der Bahn ist homogen und erst unterseitig mit einem Polyestervlies kaschiert.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 03/2008.


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