Punkte für mehr Lohn

2005 übernahm Nicola Weller-Burmann die Leitung des Unternehmens von ihrem Vater Peter. Seitdem ist der Betrieb auf über 50 Mitarbeiter gewachsen. Diese können ihren Lohn in einem Punktesystem aufbessern, das sich die Chefin ausgedacht hat.

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Seit 2005 leitet Nicola Weller-Burmann den Dortmunder Traditionsbetrieb als Geschäftsführerin in der dritten Generation gemeinsam mit ihrem Vater Peter. Foto: DDH

Die Nachricht kam per Mail und sie kam überraschend. Nicola Weller-Burmann gewann Anfang März den Unternehmerinnenpreis 2015 der Stadt Dortmund. Die Dachdeckermeisterin konnte kaum glauben, was sie da las. „Ich habe auf meinen PC geschaut und war erst mal irritiert. Filmaufnahmen mit einer Agentur für den Unternehmerinnenpreis? Was war da los?“ Die Freude über die Auszeichnung war dann aber umso größer. Das Kuriose: Die Mitarbeiter hatten sie ohne ihr Wissen für den Preis nominiert – eine besondere Wertschätzung für die Chefin. Die Kriterien waren unter anderem: überdurchschnittliche Unternehmensentwicklung, Schaffung oder Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen in Dortmund und außergewöhnliches Engagement zum Beispiel in den Bereichen Nachhaltigkeit, Ökologie, Tradition oder Familienfreundlichkeit. Tradition wird in dem Unternehmen großgeschrieben. Seit 2005 leitet Nicola Weller-Burmann den Dortmunder Traditionsbetrieb als Geschäftsführerin in der dritten Generation gemeinsam mit ihrem Vater Peter Burmann. Der Ehrenkreishandwerksmeister machte vor 50 Jahren seinen Meister. Die Urkunde mit dem „Goldenen Meisterbrief“ erhielt Peter Burmann am 27. April 2016 aus den Händen von Obermeister Dirk Sindermann.

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Mittendrin: Nicola Weller-Burmann gewann Anfang März den Unternehmerinnenpreis 2015 der Stadt Dortmund, auch für ihre Verdienste in Sachen Ausbildung. Fotos: DDH

Der Übergang vom Vater auf die Tochter verlief unproblematisch. „Im Grunde hat sich mein Vater raus- und ich mich reingeschlichen. Das ging ohne Diskussionen – mein Vater machte eben einfach immer weniger – ich dagegen immer mehr – einfach so. Und als ich den Betrieb übernommen hatte, sagten die Mitarbeiter statt Nico plötzlich Chefin zu mir. Chefin und Du, so ist das bei uns“, lacht sie. Die gute Laune wirkt bei ihr ansteckend. Doch die Dachdeckermeisterin kann auch anders. „Das kriegen die Jungs dann schon mit, wenn mir was nicht passt oder etwas schiefgelaufen ist.“

Johannes Messer

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 11/2016.

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