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Sonne für die Autos
Während auf dem Dach elektrischer Strom erzeugt wird, werden unter Dach Hybrid-Autos elektrisch aufgeladen eine ungewöhnliche Konstellation.
Beim Autohaus in Aachen wurde die Dachabdichtung aus Kunststoff-Dach- und Dichtungsbahn (EVA) erstellt. Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Werkstoff?
"Lange standen wir Flachdach-Abdichtungen aus Kunststoffbahnen skeptisch gegenüber. Nach den ersten Erfahrungen mit kleineren Aufträgen kam der Durchbruch im Jahre 1981 mit einem größeren Objekt. Die positiven Erfahrungen die wir dabei sammeln konnten, haben dazu geführt, dass wir seitdem fast ausschließlich EVA-Bahnen verwenden. Vorteil: Die Verarbeitung ist immer gleich. So wissen wir zum Beispiel bei Ergänzungen oder Reparaturen automatisch, um welches Material es sich handelt. Nur die Farbe muss noch geprüft werden. Und meine Mitarbeiter kennen sich mit dem Material bestens aus. Sie haben mit der praktischen Verarbeitung keinerlei Probleme".
Auf einer Teilfläche kamen EVA-Bahnen mit integrierten Photovoltaik-Modulen zum Einsatz; war das Neuland für Sie?
"Absolut - es war das erste Mal, dass wir dieses Photovoltaik-System eingebaut haben. Dass wir bei der Verarbeitung keinerlei Probleme hatten ist dennoch logisch, es handelt sich ja um das gleiche Grundmaterial (EVA), dessen Verarbeitung wir kennen. Zusätzlich erhielten wir vom Hersteller schon in der Planungsphase und während der Ausführung intensive Unterstützung. Der einzige Unterschied bestand darin, dass äußerst genau nach Planvorgabe gearbeitet werden muss, denn die Photovoltaik-Elemente zeichnen sich optisch deutlich vom Bahnenmaterial ab".
Wie erfolgte die Abdichtung der Kabeldurchführungen ins Gebäude?
"Die Kabel befinden sich unter der Dachbahn und werden auf der Wärmedämmung in gefrästen Nuten geführt. Sie kommen an keiner Stelle mit der Außenbewitterung in Berührung. Natürlich muss eine dampfdichte Verklebung mit der Dampfsperre erfolgen".
Gibt es aus Ihrer Sicht noch Verbesserungspotenzial an diesem Solarsystem?
"Der Hersteller schreibt eine Mindestdachneigung von drei Grad vor. Es wäre wünschenswert, dieser Wert könnte noch weiter herabgesetzt werden. Viele alte Flachdächer, die heute saniert werden müssen, liegen unterhalb dieser Neigungsgrenze. Hier kann das System auch eingesetzt werden, wenn die Dachneigung zum Beispiel durch zusätzliche Gefällegebung erbracht wird, die jedoch mehr kostet".
Porträt: Wählen Bedachungen
Der Dachdeckerbetrieb Lothar Wählen besteht seit über 120 Jahren. Er wird in vierter Generation von Lothar Wählen und seinem Bruder Udo geführt und beschäftigt derzeit 23 Mitarbeiter. Das Leistungsspektrum deckt die ganze Bandbreite des Dachdecker- und Klempnerhandwerks ab: Steil- und Flachdachkonstruktionen, Grün- und Solardächer, Metalldächer und Fassadenbekleidungen, Dachlichtelemente und Terrassenabdichtungen. Die Firma gehört der Dachdecker-Innung Aachen an, wo Lothar Wählen im Vorstand ehrenamtlich tätig ist. Das Unternehmen gewann 2005 unseren DDH Fassadenwettbewerb.
