Unzureichender Versicherungsschutz kann teuer werden

Steigendes Transportaufkommen auf den Straßen birgt im Falle eines Unfalls ein gewisses Risiko. Kleinere und mittelständische Unternehmen erleben nicht selten eine böse Überraschung, wenn ihr Spediteur in einen Unfall verwickelt wird.

Transportversicherung
Wichtig: gut ge- und versichert beim Transport. Foto: Thomas Dietrich

Häufig ist die beförderte Ware nicht ausreichend versichert, weiß Jürgen Schulze, Experte für betriebliche Versicherungen bei der Nürnberger Versicherung, aus Erfahrung. Der Besitzer bleibt dann allzu oft auf seinem Schaden sitzen. Das Statistische Bundesamt registrierte beim Güterverkehr auf der Straße von 2014 auf 2015 eine Zunahme um 1,9 Prozent auf über 3,5 Milliarden Tonnen. Mit dem zunehmenden Verkehrsaufkommen erhöht sich leider auch das Unfallrisiko – besonders im Sommer, wenn es auf den Straßen durch Urlauber und Baustellen zusätzlich eng wird. Wird ein voll beladener LKW oder Transporter in einen Unfall verwickelt, kann das für den Händler, der dem Spediteur seine Waren anvertraut hat, teuer werden: Denn die meisten Transportunternehmen haften nur mit einem Pauschalbetrag je Kilogramm Fracht. Und der deckt selten den Wert der beschädigten Ladung ab.

Haftpflicht- und Sachversicherung reichen nicht

Der Haftungsumfang von Spediteuren und Frachtführern ist meist kein ausreichender Ersatz für eine Transportversicherung Dazu kommt: Nicht selten sind gleich mehrere Unternehmen mit dem Transport einer Ware betraut. Das erschwert die Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen in voller Höhe zusätzlich, wenn der Schaden – wie so oft – erst beim Empfänger auffällt. „Eine Transportversicherung befreit den Kunden von der Pflicht nachzuweisen, unter wessen Verantwortung der Schaden eingetreten ist“, erklärt der Experte, „Laut Handelsgesetzbuch (HGB) trägt nämlich ein Käufer beim Transport das Risiko.“ Ähnliches gilt bei Lieferklauseln wie „ab Werk“ oder „ab Fabrik“. Ganz anders aber bei Lieferungen „frei Haus“: Hier liegt das Risiko allein beim Absender.

Eine Police für viele Transporte

Es bedarf wenig Papierkram, um teure Transportschäden zuverlässig abzusichern: „Für die Beitragsberechnung unseres TransportSchutzes Europa werden bei Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu zehn Millionen Euro lediglich Angaben über Jahresumsatz, die Art der Güter, die Betriebsart und den maximalen Wert einer Ladung benötigt“, erklärt Schulze. Mit Ausnahme einiger osteuropäischer Staaten gilt der Versicherungsschutz zudem in 34 Ländern Europas. Und falls der weltweite Umsatz nicht mehr als zehn Prozent des Gesamtvolumens ausmacht, gilt die Police sogar rund um den Globus. Damit sind selbst Lieferungen im Zusammenhang mit Messen und Ausstellungen abgedeckt. Vergleichbaren Versicherungsschutz gibt es auch für weltweit agierende Firmen oder Unternehmen mit mehr als zehn Millionen Euro Umsatz.

Handwerker unterwegs abgesichert

Was aber, wenn der Inhalt des Transporters gar nicht als Lieferung gedacht war? Handwerker befördern in ihren Fahrzeugen oft auch wertvolle Güter ihrer Kunden. Und wenn die restaurierte Jugendstil-Kommode oder der geleaste Mini-Bagger nach einem Auffahrunfall nicht mehr zu retten ist, ist das kein Fall für die Kasko-Versicherung. Wer hier nicht auf den Kosten sitzen bleiben will, sollte mit einer Transporterinhalt-Versicherung vorsorgen. Der entsprechende Schutz für Unternehmen schließt sogar Verlust oder Beschädigung von firmeneigenen Arbeitsgeräten, Maschinen und Werkzeugen sowie Handelswaren und Kundengüter ein, die durch Einbruch, Vandalismus oder Diebstahl während einer dringenden Fahrtunterbrechung verursacht wurden. Für Werkstatt- und Servicewagen gilt bei Einbruch oder Diebstahl der erweiterte Tages- und Nachtzeitschutz. Damit besteht Versicherungsschutz rund um die Uhr und demzufolge auch, wenn das Fahrzeug nachts auf dem sogenannten „Laternenparkplatz“ abgestellt ist. Eine Transporterinhalt-Versicherung leistet darüber hinaus auch, wenn ein Container über Nacht auf der Baustelle bleibt, aufgebrochen und ausgeraubt wird.

Elementar versichert

Die Unwetter dieses Jahres haben es einmal mehr gezeigt: Auch der beste Fahrer ist machtlos gegen entfesselte Naturgewalten. Gut, wenn zumindest die Güter im Wagen nach einem Sturm-, Hagel-, Flut- oder Hochwasser-Ereignis voll in Stand gesetzt oder gar in Höhe des gemeinen Handelswertes für die Wiederbeschaffung in gleicher Art und Güte ersetzt werden. „Eine gute Transporterinhalt-Versicherung lässt Handwerker bei Unwettern nicht im Regen stehen “, betont Jürgen Schulze. Das gilt auch für die anfallenden Aufräumarbeiten nach einem so genannten Elementarschaden an Fahrzeug und Inhalt: Auch sie werden bis zu einer Höhe von 2.500 Euro von einer Transporterinhalt-Versicherung übernommen. „Unternehmer investieren viel Geld in ihre Transportfahrzeuge, um teure Kundenware und Arbeitsmaterialien zu transportieren“, weiß Schulze. Wer nach einem Unglücksfall nicht auch noch hohen Schadensersatz leisten will, so die Empfehlung des Experten, „ist mit einer Transporterinhalt-Versicherung stets auf der sicheren Seite.“

weitere Informationen unter www.nuernberger.de

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