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Vedag baut wieder auf

Etwa drei Monate sind seit dem verheerenden Brand am 16. Juni 2011 im Werk Bamberg, welcher die Produktionsanlagen komplett zerstört hat, mittlerweile vergangen. Bereits sechs Wochen vorher hatte am Produktionsstandort Rheinsheim ein Großfeuer weite Teile des Lagers zerstört. Was hat sich in der Zwischenzeit getan, wie stellt sich der aktuelle Stand dar und welche konkreten Planungen gibt es für die Zukunft?

Die von Bitumenresten gereinigten Kessel der Rührwerke werden zur Prüfung auf Wiederverwendbarkeit abtransportiert. Foto: Vedag GmbH

Im Bamberger Werk startete der Abriss des zerstörten Produktionsgebäudes bereits Ende Juni und sollte ursprünglich Anfang August komplett abgeschlossen sein. Verschiedene Faktoren führten allerdings zu einer Verzögerung des Rückbaus. Zum einen dauerten die laufenden Ermittlungen von Polizei und Versicherung länger als erwartet. Zum anderen werden die Kessel der insgesamt sieben Rührwerke derzeit aufwändig von Bitumenresten gereinigt. Dank der starken Dämmung haben nach aktuellem Kenntnisstand die Kessel der Rührwerke den hohen Temperaturen des Feuers stand gehalten. Sollte sich dies bestätigen, werden die Kessel wiederverwendet, da die Neubeschaffung mit einem äußerst großen finanziellen und zeitlichen Aufwand verbunden wäre. Aber auch wenn die Prüfung der Wiederverwendbarkeit doch negativ ausfiele, müssen die Kessel zur Entsorgung frei von Bitumen sein. Die Säuberung eines Rührwerkes nimmt etwa eine Woche in Anspruch, so dass die Reinigungsarbeiten spätestens Ende Oktober abgeschlossen sein dürften.

Neue Produktionsanlage in Bamberg bis Ende 2012

Nach außen derzeit noch unsichtbar läuft im Hintergrund eine Vielzahl von weiteren Aktivitäten und Planungen. Mit Hochdruck wird auf das festgelegte Ziel hin gearbeitet, die neue Produktionsanlage in Bamberg bis Ende 2012 fertig zu stellen. Vorgesehen ist hierbei ein neues, modernes Gebäudekonzept. Dieses wird sowohl den Mitarbeitern bessere Arbeitsbedingungen ermöglichen als auch technologisch für die Fertigung von Produkten in höchster Qualität gerüstet sein. Gemäß aktueller Planung wird die Anlage wieder zwei Linien umfassen, wobei die Bitumenmischanlage ausgelagert wird. Um diese Standards zu erreichen, werden über die Versicherungsleistungen hinaus voraussichtlich zusätzliche Mittel seitens des Icopal-Konzerns bereit gestellt. Die entsprechende Bau- und Betriebsgenehmigung wird noch in diesem Herbst erwartet. Im Zuge der Planungen und Genehmigungen besteht ein intensiver Kontakt zu den Behörden, insbesondere zur Stadt Bamberg und deren Oberbürgermeister Andreas Starke.

Vedag Geschäftsführer Michael Thomé (li.) zeigt Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke den aktuellen Stand der Abrissarbeiten. Foto: Pressestelle Stadt Bamberg

Standort Rheinsheim: nach dem Brand eingeleitete Umweltmaßnahmen zeigen Erfolg

Nachdem das

Großfeuer im Vedag Werk Rheinsheim

etwa 6.000 m² Lagerfläche vernichtet hat, ist neben der PMB-Anlage auch die dortige Dachbahnanlage wieder voll in Betrieb. Dank besonderer Anstrengungen konnte die Produktionskapazität sogar um circa 20 Prozent gesteigert werden. Zudem besteht auch hier ein sehr enger und konstruktiver Austausch mit der Stadt Philippsburg. Als erster Erfolg ist zu vermelden, dass die durchgeführten bzw. laufenden Geruchs- und Lärmmessungen die Wirksamkeit der nach örtlichen Protesten unverzüglich eingeleiteten Maßnahmen bestätigt haben. Dabei erfüllen die Messwerte nicht nur die strengen Auflagen, sondern übertreffen diese sogar. "Damit erwarten wir, entsprechend den Umwelt- und Emissionsbedingungen produzieren zu können", zeigt sich Geschäftsführer Michael Thomé überzeugt. "Wir sind uns unserer besonderen Verantwortung vollends bewusst, über das geforderte Maß hinaus umweltschützende Vorkehrungen zu treffen, gerade in der Nähe von Wohngebieten".

Der Neubau des Lagers in Rheinsheim startet voraussichtlich Mitte 2012. Derzeit wird die komplette Logistik über Bamberg abgewickelt. "Dank der intensiven Unterstützung unserer Schwestern im Icopal-Konzern bei der Produktion und der erhöhten Kapazität im Werk Rheinsheim sind wir uneingeschränkt lieferfähig", bestätigt Thomé. Um auf erhöhte Anforderungen aus dem Markt auch kurzfristig reagieren zu können, ist darüber hinaus ein umfassender Lagerbestand an Bitumen- und Polymerbitumenbahnen aufgebaut worden.


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