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Zusatzauftrag von oben
Wird ein Umkehrdach als Parkdach genutzt, ist ein zusätzlicher Fahrbelag erforderlich. Hierzu werden oft Betonplatten verwendet, die auf die Dämmung aufzulegen sind ein mögliches Zusatzgeschäft für den Dachdecker.
Mit dem Parkdachsystem 1095 hat BTE Stelcon, Hersteller von Betonfertigteil-Fahrbahnplatten, ein neues System entwickelt, das auch für Probleme an Detailpunkten praxisgerechte Lösungen bietet. Das System unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht von den seit Jahren bekannten Aufbauten. Grund hierfür ist, dass die erprobten und bewährten Bauteile beibehalten wurden und vorrangig an der Lösung von Details gearbeitet wurde. Auf diesem Wege wurden viele Schwachstellen eliminiert, die in der Vergangenheit für Kritik am Gesamtsystem gesorgt haben.
Im Einzelnen sind folgende Systembestandteile zu beachten:
-Fahrbahnplatten
Die Platten im Raster von 1.095 x 1.095 Millimeter (Plattendicke: 100 Millimeter) werden aus Beton der Festigkeitsklasse C45/55 hergestellt. Sie sind oberseitig mit einer Besenstrichstruktur versehen. Aufgrund ihrer Größe und dem Gewicht von cirka 300 Kilogramm pro Platte sind sie noch mit leichtem Gerät zu verlegen und lassen sich im Bedarfsfall relativ einfach entfernen oder austauschen. Die aufgebrachte Oberflächenstruktur bietet einen gleichmäßigen optischen Eindruck und liefert, aufgrund der hohen Rutschhemmklasse R13 V6, eine hohe Betriebsicherheit. Die unbewehrte Auslegung und die hohe Betonqualität bieten eine große Unempfindlichkeit gegenüber den auf Parkflächen vorliegenden Belastungen, wie Tausalz, Frost und mechanischer Beanspruchung.
Die Standardausführung der Fahrbahnplatte ist für eine Belastung mit Fahrzeugen bis zu vier Tonnen Gesamtgewicht ausgelegt und so für den üblichen Parkhausbetrieb vollkommen ausreichend. Bei höheren Nutzlasten können verstärkte Platten eingesetzt werden. Eine Phasung aller Kanten schützt vor Kantenabbrüchen und die offenen Fugen verhindern auch bei nicht geneigten Parkdecks eine Pfützenbildung.
-Systemplatten
Unter dem Begriff Systemplatten sind alle Fertigteilplatten zusammengefasst, die von der Standardplatte abweichen. Hierbei handelt es sich im einfachsten Fall um besondere Formate, die zum Beispiel im Randbereich oder an nicht rechtwinkligen Kanten eingesetzt werden. Darüberhinaus werden Platten mit einer integrierten Randaufkantung angeboten, die als Anfahrschutz Verwendung finden und so angrenzende Bauteile schützen. Zuletzt sind noch keilförmige Platten zu nennen, welche als Rampen vor Eingängen und Durchfahrten eingesetzt werden.
-Zubehör
Hierzu gehören alle Bauteile die zum Einbau der Fahrbahnplatten benötigt werden. Hierbei sind zunächst die Stelzlager zu nennen, die unter den vier Ecken der Platten für ein gleichmäßiges Auflager sorgen. Die verwendeten Stelzlager bestehen aus einem Gummigranulat, welches in Scheiben mit einem Durchmesser von fünfzig Zentimeter eingesetzt wird. Durch die verschiedenen Schichtdicken zwischen vier und 15 Millimeter können die Platten auch bei unebenen Untergründen gleichmäßig unterbaut werden, so dass eine stabile Lagerung sichergestellt wird. Weiterhin sind die Fugenabstandhalter zu betrachten, die bei diesem System eine gleichmäßige Fugenbreite von drei bis fünf Millimeter sicherstellen. Durch die keilförmige Ausbildung des Fußpunktes (die der Phase an den Plattenkanten entspricht), sind sie sicher fixiert. Auch ein Herauswandern der Abstandhalter infolge der dynamischen Belastung durch der Fahrverkehr wird so unterbunden.
Als besonders wichtiger Detailpunkt ist die Randausbildung zwischen den Platten und den aufgehenden Bauteilen zu betrachten. Die formstabile Ausbildung dieses Übergangs ist für die Lagerstabilität der Fahrbahnplatten von besonderer Bedeutung. Hier hat die Verwendung von plastischen Baustoffen häufig zu Verschiebungen im Plattenbelag geführt, die zu einem ungleichmäßiges Fugenraster, zu verschobenen Auflagern und daraus resultierende Kantenabplatzungen führen. Beim neuen System wird die Randfuge mit einem Gemisch aus Gummigranulat und einem Polyurethanbindemittel vergossen. Dieser Mörtel verfügt über eine ausreichende Elastizität um Spannungen aus Temperaturschwankungen aufzunehmen und besitzt eine Festigkeit die die Fixierung der Platten sicherstellt.
-Dämmung
Als Dämmung werden hochdruckfeste Dämmplatten aus extrudiertem Polystyrol (XPS) in den erforderlichen Dicke verwendet. Die formstabilen Dämmplatten sorgen aufgrund der geringen Kompressibilität für eine sichere Auflagerung der Fahrbahnplatten und zur Vermeidung von Eindrücken in besonders stark belasteten Bereichen. Die Druckspannung liegt (bei einer zweiprozentigen Stauchung) bei 0,18 N/mm² gemäß DIN EN 1606. Durch die extrem geringe Wasseraufnahme der Dämmung bleibt ihre Wirkung auch bei starker Wasserbeaufschlagung erhalten. Die Plattenkanten mit Stufenfalz verringern zusätzlich den Wasserdurchtritt bis zur Abdichtungsebene und verhindern mögliche Kältebrücken. Durch das diffusionsoffene System ist die verwendete Dämmung auch bei gefällelosen Parkdecks zulässig, da eine Pfützenbildung auf der Abdichtung verhindert wird. Aufgrund der losen Verlegung ist eine Öffnung der Dämmung für Wartungarbeiten oder Reparaturen jederzeit möglich.
-Abdichtung
Die Abdichtung besteht aus einer zweilagigen Polymerbitumen-Dichtungsbahn, die im Verbund mit dem Untergrund verlegt werden. Somit werden die Anforderungen der DIN 18195-5 an nicht oder gering geneigte Dächer (unter zwei Prozent) erfüllt. Durch die Verlegung der Dichtungsbahnen im Verbund mit Elastomerbitumen wird eine Unterläufigkeit des Systems bei Beschädigungen praktisch ausgeschlossen, was die Lokalisierung von möglichen Beschädigungen erheblich erleichtert.
