17 Meter am Stück: Sanierung eines Schleusengebäudes in Trier

Die traditionelle Leistendeckung mit Titanzink hat mit dem Klick-Leistensystem eine moderne Weiterentwicklung erfahren. Optimal gewappnet gegen thermisches Längenausdehnungsverhalten, können damit sehr lange Dachflächen in einem Stück gedeckt werden.

Metalldeckung: Sanierung eines Schleusengebäudes
Kanten, Umlegen, Falzen: Anders als in der Fläche, musste das Thieltges-Zunker Team die Details an den Lichtkuppeln in klassischer Klempnertechnik ausführen. Fotos: Thieltges-Zunker/Rheinzink

Genau richtig für die Sanierung eines Schleusengebäudes in Trier, entschied die Thieltges-Zunker Bedachungen und verbaute Scharen in einer Sonderlänge. An der Moselschleuse in Trier hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Trier eine neue Leitwarte errichtet, von der aus künftig die Schleusenanlagen in Detzem, Wintrich und Zeltingen fernbedient werden können. Herzstück des eingeschossigen Gebäudes ist der sogenannte Warteraum, also der Leitstand für die Überwachung und Ansteuerung der Schleusen, an den sich ein weiterer Trakt mit Technik-, Büro- und Sozialräumen anschließt.

Zweigeteilt mit Grün und Metall

Diese Zweiteilung in der Nutzung ist am Dach ablesbar: Der Funktionsbereich für die Mitarbeiter erhielt ein Gründach. Etwas höher erhebt sich das Dach des Leitstands mit seiner leicht nach vorn geneigten Titanzink-Deckung im Klick-Leistensystem. Durch klassische Fassadenfenster kann das Personal den Verkehr in der Schleuse beobachten. Jedoch waren wegen der großen Tiefe des Raums zusätzliche Tageslichtöffnungen erforderlich, die mit insgesamt zwölf Flachdachfenstern hergestellt wurden. Gerade die große Raum- bzw. Gebäudetiefe war es auch, die zur Wahl eines Klick-Leistensystems bei diesem Bauvorhaben führte, welches ab Dachneigungen von 3° und maximalen Scharlängen von bis zu 25 m in einem Stück verarbeitet werden kann. Möglich wird dies durch die spezielle Befestigungstechnik, die die Längendehnung der Schare nicht behindert und so auch bei hoher thermischer Belastung ein ausgezeichnetes Ausdehnungsverhalten sicherstellt.

Klickleistenhalter ersetzt Holzleiste

Das eingesetzte Sytem ist eine Weiterentwicklung der traditionellen Leistendeckungen, wie sie vor allem in Frankreich, Belgien oder Großbritannien verbreitet sind. In der klassischen Ausführung wird in der Längsverbindung zwischen den Scharen eine Holzleiste verlegt und mit einer Leistenkappe abgedeckt. Durch die Leiste sind die Elemente voneinander getrennt, sodass sie sich ausdehnen können, sich aber zum Beispiel auch einzeln austauschen lassen. Die Weiterentwicklung des Leistensystems zum Klick-Leistensystem ersetzt nun die Holzleisten durch Klick-Leistenhalter aus verzinktem Stahl, wodurch auf brennbare Komponenten im Aufbau der Deckung komplett verzichtet werden kann.

Erhöhter Dampfdruckausgleich durch Fugenanteil

Das mit rund 7° nur leicht geneigte Dach kann von einfahrenden Schiffen aus eingesehen werden und die Deckung sollte deshalb auch nach längerer Standzeit noch einen ansprechenden Eindruck vermitteln. Vorteil war hier zum einen die nicht sichtbare Befestigung, darüber hinaus die bereits ab Werk zugeführte blaugraue Farbgebung, die der späteren natürlichen Patinabildung schon vom ersten Tag an sehr nahekommt. Die prägnante Leistendeckung gliedert die große Dachfläche in einem gleichmäßigen und markanten Rhythmus. Vor allem aber verlaufen die rund 17,40 m langen Schare ohne jeden Querstoß von der Traufe bis zum Pultdachfirst. Bei einer Ausführung der Dachdeckung in Falztechnik dürfen die Schare laut Fachregel hingegen nur bis zu 10 m oder in Sonderfällen bis zu 16 m lang sein, um eine ausreichende thermische Dehnungsfähigkeit sicherzustellen. Mit dem Klick-Leistensystem konnte auf dem langen Dach der Leitwarte ohne Dachstufe (Gefällesprung) ein harmonischer und architektonisch geschlossener Eindruck gewahrt werden. Gleichzeitig verbessert sich die Diffusionsoffenheit der Deckung (max. sd-Wert 12...

Friedhelm Dill

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 09/2020

Regeln für Abdichtungen

Taschenbuchformat: Grundregel und Fachregel für Abdichtungen - mit Flachdachrichtlinie 




Letzte Aktualisierung: 27.05.2020