4 Themen zur BAU 2019

Digital, vernetzt, integral und smart: Das sind die 4 Leitthemen zur BAU 2019. Bei uns erfahren Sie, was Sie in München erwartet.

BIM auf der BAU
Die Möglichkeiten von BIM zeigten Mitarbeiter unseres Verlags auf der BAU. Foto: DDH

Digital: Prozesse + Architektur
Mit BIM nimmt die Digitalisierung am Bau Fahrt auf. Heute ist es Standard, dass internationale Planungsteams gemeinsam und zeitgleich an denselben Daten arbeiten. Das vereinfacht den Austausch und die Arbeit erheblich und trägt zu einer besseren Qualität der Planung bei. Auch wenn die Anschaffung spezieller BIM-Werkzeuge und die Planung in BIM zunächst einen gewissen Aufwand bedeuten, amortisiert sich dieser im Verlauf eines Projekts schnell. Bei Großprojekten ist diese Art der Planung sogar bereits gang und gäbe. Zukünftig werden die digitalen Planungswerkzeuge auch bei kleineren Projekten und Altbau-Sanierungen angewendet und somit weltweit gültiger Standard sein. Auf diese Entwicklung muss sich auch das ausführende Handwerk einstellen, um wettbewerbsfähig bleiben zu können. Künftig wird es möglich sein, eine Planung teilweise direkt in die 3D-Produktion zu übersetzen. Die Arbeit des Handwerkers ändert sich damit zwar, sein Know-how wird dabei immer gefragt sein.

BIM auf der BAU 2017 .

Vernetzt: Wohnen + Arbeiten
Die Arbeitswelt befindet sich derzeit in einem bemerkenswerten Umbruch. Für viele liegt der Fokus nicht mehr nur auf der Entlohnung, sondern auch auf der Flexibilisierung der Arbeitszeit und der besseren Vereinbarkeit von Privatleben und Arbeit. Viele Arbeiten lassen sich (dank mobiler Datenverarbeitung) auch im Home Office oder sogar im Café um die Ecke erledigen. Die Betreuung von Kindern oder die Pflege von Familienmitgliedern lassen sich so mit der Arbeit eleganter und vor allem intelligenter vereinbaren. Feste oder gleitende Arbeitszeiten, erfunden für eine analoge Welt, können mitunter getrost durch flexible Modelle ersetzt werden.

Integral: Systeme + Konstruktionen
Was Architekten und Ingenieure tun, lässt sich manchmal nur noch schwer voneinander trennen. Technisch und technologisch immer ausgereiftere Systeme erfordern immer häufiger Fachleute, die das Machbare ausreizen. Beim Bauen geht es neben der guten Gestaltung und dem guten Arrangieren von Materialien zunehmend um komplexe Tragwerke, leichte Konstruktionen und hochtechnologisierte Bauteile. Etwa in der Fassade, die als äußere Haut eines Bauwerks auf kleinem Raum oft auch Technologien zur Belüftung oder zur Energiegewinnung aufnehmen muss. Bei solchen Themen treffen sich die Architekten und Ingenieure recht direkt, was nicht zuletzt eine frühzeitige und detaillierte, integrale Planung voraussetzt. Nur so lassen sich Planungsfehler vermeiden, die später irreversibel sein können.

Smart: Licht + Gebäude
Auch das Gebäude selbst wird immer digitaler. Im „Smart Building“ sind alle Geräte in einem gemeinsamen „Smart Grid“ vernetzt und können so direkt oder indirekt miteinander kommunizieren, unterstützt durch die Internet-of-Things-Technologie. Das bringt mehrere Vorteile: Energieströme etwa können optimal gesteuert, die etwa aus Solarzellen gewonnene Energie kann bedarfsgerecht verteilt oder auch gespeichert werden. In einem etwas größeren Netzwerk lässt sich überschüssige Energie auch zu benachbarten Gebäuden weiterverteilen. Ganze Quartiere können so in einem intelligenten Netz verbunden werden, mit dem Ziel, Energie dort zu verbrauchen, wo sie erzeugt wurde.

Stark verändert hat sich in den letzten rund zehn Jahren vor allem der Umgang mit dem Kunstlicht. Die LED-Technologie – mittlerweile zum Standard bei der Beleuchtungsplanung geworden – hat die gesamte Beleuchtungsbranche nicht weniger als einmal auf den Kopf gestellt. Das Licht im Gebäude verbraucht jetzt nicht nur weniger Energie, sondern benötigt auch weniger Platz und bedarf wegen der längeren Haltbarkeit der LEDs auch weniger Wartung.

Im Smart Building wird das Licht zu einem Teil des Smart Grids, in dem alle Geräte im Gebäude miteinander vernetzt sind. So ist es möglich, über das Smartphone die Jalousien und gleichzeitig das Kunstlicht zu steuern und diese sogar zu Atmosphären-Programmen und Lichtkonzepten zusammenzufügen. Auch Notprogramme etwa für den Brandfall lassen sich definieren. Im Smart Building sind (fast) keine Grenzen gesetzt, vorausgesetzt die einzelnen Komponenten können im Smart Grid miteinander kommunizieren. Wo früher einzelne Gewerke vom Planer verwaltet und gesteuert werden mussten, sind heute also Smart-Building-Fachplaner gefragt: Universalisten, die im smart gesteuerten Gebäude alle Software- und Hardware-Technologien zusammenbringen können. So wird im Gebäude der Zukunft der Umgang mit Energie im Gebäude viel bewusster sein. Nicht mehr nur nachhaltig, sondern intelligent, clever und smart.

Letzte Aktualisierung: 21.08.2018