Abfallverordnung in der Diskussion

Zu einem Informationsgespräch trafen sich Vertreter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) mit Betriebsratskollegen und Führungskräften von Isobouw sowie der Geschäftsführerin des Industrieverbands Hartschaum (IVH), im Werk Liesborn.

Isobouw-Informationsgespräch
Zu einem Fachgespräch über die Zukunft der Dämmstoffindustrie trafen sich Vertreter der IGBCE im Isobouw-Werk Liesborn. Foto: Isobouw

Hintergrund des Informationsgesprächs waren die von Fachkreisen und Verbänden gegenüber der Politik und Verwaltung bereits angemahnten Schwierigkeiten bei der Entsorgung von EPS-Abfällen (Expandiertes Polystyrol).

Bekanntermaßen hatte die Einstufung von HBCD-haltigen Dämmstoffabfällen als „gefährlicher Abfall" im Herbst 2016 zu einem Entsorgungsengpass geführt, der die Existenz von Dachdeckerbetrieben ernsthaft gefährdete.

Jürgen Hütter, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates hierzu: „Seit 2014 werden unsere EPS-Dämmstoffe ohne das Flammschutzmittel HBCD produziert. Für die Entsorgung von Bauabbruchabfällen, die noch das alte Flammschutzmittel HBCD enthalten und somit EPS-Platten, die vor 2015 verbaut wurden, hat sich die energetische Verwertung als ein wirksamer Weg gezeigt, den Stoff HBCD sicher zu zerstören.“

Die Geschäftsführerin des IVH, Stefanie Mohmeyer,  erläuterte: „Die energetische Verwertung HBCD-haltiger Dämmstoffabfälle in thermischen Abfallbehandlungsanlagen und gemischt mit anderen Abfällen ist ein jahrzehntelang bewährter, für Mensch und Umwelt sicherer und zudem wirtschaftlicher Prozess. Die erfolgte Einstufung von HBCD-haltigen Dämmstoffabfällen als „gefährlicher Abfall“ führte, wie es sich im Herbst 2016 gezeigt hat, nicht wie geplant zu einer besseren Nachverfolgung und Ausschleusung des als POP-Stoff klassifizierten HBCD. Stattdessen wurde ein etablierter Entsorgungsweg zum Erliegen gebracht.“ Sie schilderte auch das Engagement der Industrie für ein stoffliches Recycling. „Der IVH unterstützt das europäische Forschungsprojekt, zurzeit laufen gerade die Planungen für eine erste Pilotanlage, die 2018 in Betrieb gehen soll. In Zukunft könnte das Verfahren dann eine Alternative zur thermischen Verwertung sein, die jedoch zurzeit kommerziell noch nicht zur Verfügung steht. Das CreaSolv®-Verfahren ermöglicht die Trennung von HBCD und EPS. Über eine stoffliche Verwertung kann der EPS-Ausgangsstoff Polystyrol gewonnen werden und parallel dazu kann das HBCD, gemäß den Basel POP-Richtlinien ausgeschleust werden.“

Letzte Aktualisierung: 26.05.2017