Aller guten Themen sind drei

Im November trafen sich in der Geschäftsstelle der Berliner Dachdecker die Bezirksmeister sowie der Vorstand der Landesinnung Berlin zur traditionellen Jahresschlusssitzung. Landesinnungsmeister Jörg-Dieter Mann freute sich über ein volles Haus - alle eingeladenen Ehrenamtsträger waren gekommen.

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Volles Haus in Berlin. Foto: DI Berlin

Mit den aktuellen Vorträgen startete die Prokuristin der SBB Sonderabfallgesellschaft Brandenburg/Berlin, Ariane Blaschey. Sie informierte die Dachdecker über die aktuelle Situation bei der Entsorgung von HBCD-haltigen Polystyrolabfällen. Nach dem Entsorgungsnotstand vor einem Jahr konnten die betroffenen Handwerksverbände eine neue Gesetzgebung ab 1. August 2017 erreichen. Danach sind HBCD-haltige Polystyrolabfälle keine besonders gefährlichen Abfälle mehr. Gleichwohl gilt ein verschärftes Nachweisverfahren, das am besten über einen Sammelentsorgungsnachweis zu meistern ist. Blaschey bezeichnete die Entsorgungssituation im Raum Berlin/Brandenburg mit 19 Entsorgern und 7 thermischen Verbrennungsanlagen als ausreichend.

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Ariane Blaschey informierte zum Thema Entsorgung. Foto: DI Berlin
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Dr. Michael Meetz sprach über die neue Gewerbeabfallverordnung. Foto: DI Berlin

Dr. Michael Meetz von der uve Gesellschaft für Arbeitsschutz referierte zur neuen Gewerbeabfallverordnung, die seit 1. August 2017 in Kraft getreten ist. Zum allgemeinen Missfallen der Anwesenden wurde hier ein neues Bürokratiemonstrum in Gang gesetzt: Alle Müllfraktionen müssen getrennt aufbewahrt werden. Außerdem gilt eine umfangreiche Dokumentationspflicht. Meetz empfahl, die neuen Vorschriften mit den Entsorgern abzusprechen, da die Betriebe allein das komplexe Regelungswerk kaum bewältigen könnten.

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Kriminaloberkommissar Olaf Borries schilderte die Auswirkungen von Internetkriminalität. Foto: DI Berlin

Den dritten Vortrag des Abends hielt Kriminaloberkommissar Borries vom Landeskriminalamt Berlin zum Thema Internetkriminalität im Mittelstand. Borries betonte, dass gerade in mittelständischen Handwerksbetrieben die Internetkriminalität ein weit unterschätztes Problem sei. Sollte ein Betrieb gehackt werden, drohe im schlimmsten Fall der Verlust sämtlicher Daten, was in vielen Fällen zur Insolvenz führe. Daher erläuterte er den Anwesenden die wichtigsten Maßnahmen, die jeder Betrieb ergreifen sollte, um sich besser zu schützen.

Anschließend erläuterten LIM Jörg-Dieter Mann und GF Ruediger Thaler die Ergebnisse der Klausurtagung des Vorstandes. Zunächst wurden die aktuellen Lehrlingszahlen analysiert. Aktuell befinden sich 95 Auszubildende im 1. Ausbildungsjahr. Damit wurde fast dieselbe gute Zahl erreicht wie im Vorjahr. Insgesamt sind derzeit in Berlin 228 Ausbildungsverhältnisse eingetragen. Als besonders erfreulich bezeichnete Mann die geringe Durchfallquote bei der Sommer-Gesellenprüfung mit 20 %. Hier haben sich der Blockunterricht in der Berufsschule sowie entsprechende Praxislehrgänge im Bildungszentrum bewährt. Im Jahr 2018 wird die Innung rd. 10.000,00 Euro für Nachwuchswerbung ausgeben. Dazu gehören Fensterwerbung in allen U-Bahn-Waggons sowie eine Serie von Werbespots im Radiosender rs2, um insbesondere die Eltern anzusprechen. Auch soll der Ausbildungsknigge des ZVDH in Papierform gedruckt und an alle Ausbildungsbetriebe verteilt werden.

Abschließende Themen waren die im kommenden Jahr anstehenden Veranstaltungen sowie die Kritik an den Vorschriften zum Dachgeschossausbau. Landesinnungsmeister Mann und Innungsgeschäftsführer Thaler wollen gemeinsam mit derFachgemeinschaft Bau das Gespräch mit der Berliner Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher suchen, um eine Besserung zu erreichen.

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