Ganz schön schuppig

Arbeiten mit Schutzanzug und Maske, Entsorgung in Big Bags – mitten in der Kölner Innenstadt: Bei den Rückbauarbeiten am Dach eines Wohn- und Geschäftshauses musste die Firma Schächt und Sohn behutsam vorgehen. Nach den Abbrucharbeiten verlegten die Dachdecker zwischen die Sparren eine Ausgleichsdämmung, um hervorstehende Nagel- und Schraubspitzen aus dem Innenraum zu kompensieren.

Ehrenstraße Titelstory 22
Sanierung erfolgreich abgeschlossen: Nach den Vorgaben des Denkmalschutzes sanierte die Firma Schächt und Sohn GmbH das Wohn- und Geschäftshaus in der Kölner Innenstadt. Fotos: Gärtner

Das in die Jahre gekommene Mansarddach inmitten der Kölner Innenstadt sollte wegen der nicht mehr funktionierenden Deckung der kleinformatigen Asbestzementplatten saniert werden. Hierbei sollten ebenfalls die energetische, Gesichtspunkte berücksichtigt werden, um den aktuellen Mindestvorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) gerecht zu werden. Mit der entsprechenden Leistungsbeschreibung zur Sanierung der Dach- und Mansardenflächen des denkmalgeschützten Wohn- und Geschäftshauses beauftragte die WEG-Hausverwaltung einen unabhängigen Sachverständigen.

Zum Fachbuch Altdeutsche Schieferdeckung

Denkmalamt fordert Schiefer

Zunächst sollte die Ausführung in einer Zinkstehfalzdeckung realisiert werden, um sich an die bestehende Nachbarbebauung anzupassen dennoch und ein modernes Erscheinungsbild zu generieren. Das Denkmalamt der Stadt Köln hat jedoch die Intention einer Metalleindeckung nicht akzeptieren können und so wurden sämtliche Arbeiten als Schieferdeckung ausgeschrieben, genauer: einer Schuppendeckung in 28 × 23. Dies akzeptierte das Denkmalamt schlussendlich und es konnte ein passendes Unternehmen gefunden werden. Mit der Sanierung wurde die Firma Schächt und Sohn GmbH aus Hürth beauftragt.

Behutsam rückgebaut nach Vorgaben der TRGS 519

Bei der Planung des neuen Dachaufbaus wurden zunächst Probeöffnungen erstellt, um die vorhandenen Gegebenheiten definieren zu können. Nach Feststellung der Höhen und der Konstruktion im Dachbereich wurde der damals noch geltenden Regel (Merkblatt Wärmeschutz, DIN 4108-3) folgend eine instationäre hygrothermische Berechnung in Auftrag gegeben. Die Planung sah vor, dass eine Sanierung von außen erfolgen sollte, dies lag insbesondere darin begründet, dass der Innenbereich, ein Penthouse, bewohnt ist und jedwede Störung der Bewohner vermieden werden sollte.

Flachdachsanierungen mit DDM Schächt.

Zunächst stellte der Innungsbetrieb das Gerüst für die Arbeiten auf und dann machte sich das Dachdeckerteam daran, den Rückbau der asbesthaltigen, kleinformatigen Faserzementplatten nach den strengen Vorgaben der TRGS 519 (Technische Regel Gefahrstoffe) durchzuführen. Vorarbeiter Daniel Euler: „Natürlich ist eine Sanierungsmaßnahme, bei der alte Werkstoffe mit Asbestfasern zurückgebaut werden, immer anspruchsvoller als ‚Ziegel runter, Dämmung rein, neue Ziegel drauf‘ .

Herbert Gärtner

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 22.2018.


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Letzte Aktualisierung: 09.11.2018