Ausbildung mit Migrationshintergrund

"Der Meister der Zukunft ist ein Türke." Unter diesem Motto weist das Handwerk auf die großen Potenziale hin, die Betriebe auf der Suche nach Nachwuchskräften unter den jungen Menschen mit Migrationshintergrund noch erschließen können.

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Der Lehrstellenmarkt wird enger, die größten Potenziale für passenden Nachwuchs bieten junge Frauen und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Foto: DDH

Passend dazu hat die Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) jetzt in ihrem Projekt "Ziellauf Initiative zur Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen" eine Broschüre erstellt, die den Unternehmen Anregungen und Hilfestellungen gibt, sich vermehrt dieser Gruppe zu öffnen. Der Titel: "Igor, Hülya, Angelos Tipps für die betriebliche Ausbildung von jungen Menschen mit Zuwanderungshintergrund".

Wer Migranten beschäftigt oder als Kollegen hat, muss sich mit deren speziellen Werten, Traditionen und kulturellen Prägungen auseinandersetzen. Sprach- und Identitätsprobleme oder Schwierigkeiten bei der Integration können zusätzlich zu Missverständnissen oder gar Konflikten beitragen. Andererseits bringen diese Lehrlinge zusätzliche positive Aspekte in das Unternehmen ein wie Mehrsprachigkeit oder Kenntnisse über andere Kulturen und Märkte. Die LGH-Broschüre gibt anhand von Praxisbeispielen Tipps, damit die Ausbildung erfolgreich abläuft. Es wird auf die kulturellen Unterschiede und ihre Folgen eingegangen, aber auch davor gewarnt, dass nicht alle Konflikte ihre Ursache in der Kultur haben.

Eine zweite Broschüre in dieser Reihe regt unter dem Titel "Chancen nutzen!" dazu an, mehr junge Frauen auszubilden. Sie stehen in ihrer Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit gegenüber ihren männlichen Altersgenossen in nichts zurück. Das haben zahlreiche Erhebungen bestätigt. Zudem bringen sie mit ihren kommunikativen und gestalterischen Kompetenzen andere Qualitäten in die Betriebe ein, die sich in Wettbewerbsvorteile "ummünzen" lassen. Unternehmen können also von weiblichen Auszubildenden in mehrfacher Hinsicht profitieren. Allerdings muss gerade der Übergang zu gemischten Teams als "Chefaufgabe" und mit Bedacht angegangen werden. Unter anderem sollte gelernt und akzeptiert werden, dass Frauen an Aufgaben zumeist anders herangehen als Männer, und es sollte darauf geachtet werden, dass Arbeiten gleichmäßig an alle verteilt und von ihnen erledigt werden, auch die eher unliebsamen.

Beide Broschüren sind bei der LGH erhältlich (Tel.: 0211/ 30 10 8-399, Fax: 0211/ 30 10 8-500, E-Mail: helmig@lgh.de).

Hier gibt es weitere Tipps den Themen: Ausbildungsdauer, Ausbildungsinhalte, Ausbildungsvertrag und Ausbildungszentren.

Letzte Aktualisierung: 12.01.2016

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