Ausbildungstipp Teil 4: Checkliste für den Ausbildungsbetrieb (2/2)

Wo bekomme ich meine Informationen? Welche gesetzlichen Regelungen sind zu beachten? Welche Rechte und Pflichten habe ich als Betrieb gegenüber dem Azubi? Diese Fragen beantworten wir Ihnen in unserer Checkliste.

Ausbildungsbetrieb Checkliste Schmuckbild 2
Foto: DDH

4. Wesentliche rechtliche Rahmenbedingungen

- Verordnung über die Berufsausbildung zum Dachdecker und zur Dachdeckerin

vom 28. April 2016

- Tarifvertrag über die Berufsbildung im Dachdeckerhandwerk

- Tarifvertrag über die Gewährung eines Teils eines 13. Monatseinkommens für Auszubildende

- Tarifvertrag Vermögensbildung

- Tarifvertrag tarifliche Zusatzrente 01

- Ausbildungstarifvertrag im Dachdeckerhandwerk

- Berufsbildungsgesetz

- Jugendarbeitsschutzgesetz

- Handwerksordnung

5. Überbetriebliche Unterweisung

- Die überbetriebliche Unterweisung ist Bestandteil der betrieblichen Ausbildung. Sie ergänzt und vertieft diese. Der Ausbildungsbetrieb hat den Auszubildenden für die Lehrgänge der überbetrieblichen Unterweisung unter Fortzahlung der Ausbildungsvergütung freizustellen.

- Die Kosten der überbetrieblichen Unterweisung werden von der SOKA DACH mit einem Höchstbetrag von 65,00 € für den Unterweisungstag und wenn erforderlich für die internatsmäßige Unterbringung von 40,00 € pro Unterbringungstag übernommen. Darüber hinaus gehende Kosten hat der Ausbildungsbetrieb direkt zu tragen.

- Die Leistungen der SOKA DACH werden durch eine lohnsummenabhängige Umlage aller Arbeitgeber im Dachdeckerhandwerk finanziert (zurzeit 2,3 % für Berufsbildung, mindestens aber 55,00 € pro Monat).

- Der Auszubildende hat Anspruch auf die Erstattung der ihm entstandenen Kosten für die Fahrt von der Wohnung zur überbetrieblichen Ausbildungsstätte mit dem günstigsten öffentlichen Verkehrsmittel, bei der Benutzung des eigenen PKW´s auf den steuerlichen Pauschalsatz.

- Die Überbetriebliche Unterweisung umfasst insgesamt 15 Wochen. Diese verteilen sich wie folgt:

ÜLU Zeitliche Aufteilung

6. Was ist sonst noch zu beachten?

- Arbeitszeit an Samstagen:

  • An Samstagen dürfen Jugendliche nicht beschäftigt werden. Zulässig ist die Beschäftigung an außerbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen (überbetriebliche Unterweisung).

- Saison-Kurzarbeitergeld:

  • Auszubildende nehmen in der Regel nicht am Saison-Kurzarbeitergeld-Verfahren teil.

- Krankheit:

  • Entsprechend Berufsbildungsgesetz § 12 erhält der Auszubildende eine Fortzahlung der Vergütung bis zu einer Dauer von sechs Wochen.

- Ausbildungsnachweis:

  • Der Ausbildungsbetrieb hat dem Auszubildenden während der Arbeitszeit Gelegenheit zum Führen der Ausbildungsnachweise zu geben und die Ausbildungsnachweishefte zur Verfügung zu stellen.

  • Die Ausbildungsnachweise sind Voraussetzung für die Zulassung zur Gesellenprüfung.

- Prüfungen:

  • Zwischenprüfung

Der Ausbildungsbetrieb hat den Auszubildenden zur Teilnahme an der Zwischenprüfung freizustellen. Die Teilnahme an der Zwischenprüfung ist zwingende Voraussetzung für eine Zulassung zur Gesellenprüfung.

  • Gesellenprüfung

◊ Der Ausbildungsbetrieb hat den Auszubildenden fristgerecht zur Gesellenprüfung anzumelden und hat die Prüfungskosten zu tragen.

◊ Anmeldefristen sind bei der Geschäftsstelle des Prüfungsausschusses zu erfragen.

◊ Der Ausbildungsbetrieb hat den Auszubildenden zur Teilnahme an der Gesellenprüfung freizustellen.

- Beendigung des Ausbildungsverhältnisses:

  • Das Ausbildungsverhältnis endet im günstigsten Fall mit Bestehen der Gesellenprüfung (Tag der offiziellen Ergebnisbekanntgabe). Ansonsten endet das Ausbildungsverhältnis mit Ablauf des im Ausbildungsvertrag festgelegten Ausbildungsendes.
  • Im Falle des Nichtbestehens kann der Auszubildende ohne Zustimmung des Ausbildungsbetriebs eine Verlängerung bis zur nächstmöglichen Wiederholungsprüfung, höchstens aber um ein Jahr verlangen.

  • Das Ausbildungsverhältnis kann grundsätzlich außerhalb der Probezeit nur in gegenseitigem Einvernehmen oder bei besonders schwerwiegenden Gründen auch einseitig gelöst werden.

- Ausbildungsförderung:

  • Die SOKA DACH erstattet nach Ablauf des ersten Ausbildungsjahres das

◊ fünffache,

nach Ablauf des zweiten Ausbildungsjahres das

◊ dreifache

und nach Ablauf des dritten Ausbildungsjahres das

◊ einfache der tatsächlich gezahlten monatlichen, aber höchstens der tariflichen Ausbildungsvergütung an den Ausbildungsbetrieb.

Zum Download Ausbildungsknigge

Ausbildungstipp Teil 1: Absprünge vermeiden

Ausbildungstipp Teil 2: Der erste betriebliche Ausbildungstag

Ausbildungstipp Teil 3: Checkliste zur Einstiegsqualifizierung

Ausbildungstipp Teil 4 (1/2): Checkliste für den Ausbildungsbetrieb

Letzte Aktualisierung: 20.07.2017