Dachdecker Azubi-Suche: Battle um die Besten

Um gute Azubis zu finden, setzt Dachdecker Viellechner bei der Vorauswahl auf die Herausforderung. Die Azubi-Challenge des Dachdeckers aus Berlin fordert die Kandidaten dort wo es Sinn macht: Bei der praktischen Arbeit.

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Die Gewinner der Azubi-Challenge 2018 beim Dach- und Holzbauunternehmen Viellechner aus Berlin mit einem Teil der „Mannschaft“. Fotos: Viellechner

„Bei Bewerbungsgesprächen hatten wir oft einen anderen Eindruck von den Bewerbern als später im Praktikum. Zudem dauerte das ganze Auswahlverfahren zu lange. Beides wollten wir ändern“, berichtet Kirsti Kutzbach von der Dachdeckerei Viellechner. Kirsti Kutzbach ist beim Unternehmen für das Marketing zuständig, unter anderem. Und natürlich ist sie – wie andere Handwerker auch – auf der Suche nach passendem Nachwuchs. 2014 hatte ihr Mann und Betriebsinhaber Lasse Kutzbach die Idee, den „Azubitag“ als eine Art Assessment-Center zu veranstalten. Gesagt, getan. Und auch dieses Jahr standen vorwiegend die praktischen Fertigkeiten der angehenden Dachdecker im Vordergrund. Denn die theoretischen Kenntnisse sind bei den Bewerbern nicht unbedingt wichtig. Bei der Azubi-Challenge werden die Bewerber in Gruppen aufgeteilt. „Wir sehen schnell, wie sich die jungen Menschen untereinander verhalten, die Teamfähigkeit ist zu sehen. Für uns ist es ein insgesamt ein schönes Tool, um die jungen Leute kennenzulernen“ sagt Kutzbach.

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Basisdemokratie in Berlin

Der Erfolg gibt Viellechner Recht. 50 Kandidaten bewerben sich jedes Jahr zur Azubi-Challenge, ungefähr 25 Bewerber kommen dann zum Dach- und Holzbauunternehmnen nach Berlin Tempelhof und zeigen, was sie drauf haben. Sie schlagen zum Beispiel nach Vorlage die berühmten Schieferherzen, bearbeiten ein Stück Metall oder fertigen kleine Holzarbeiten. An zehn Stationen können die Bewerber ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen.

„Gerade Jugendliche, die das das Zimmererhandwerk erlernen wollen, haben oft recht illusorische Vorstellungen vom Beruf. Auch das können wir in der Challenge dann schon mal vermitteln, dass es nicht immer nur um Dachgeschossausbauten geht, sondern oft auch um kleine Reparaturarbeiten“, so Kirsti Kutzbach. Die Challenge geht den ganzen Tag, mittags wird auf der großen Dachterrasse des Unternehmens gegrillt – in jedem Fall ein schönes Erlebnis. Die spätere Auswahl der Kandidaten findet im Anschluss gemeinsam statt. „Es ist uns wichtig, dass nicht der Chef auswählt, wer 5 Ausbildungsplätze besetzt, sondern alle Mitarbeiter gemeinsam. Jeder hat eine Stimme“, betont Kutzbach. Anschließend machen die „Shortlist-Kandidaten“ ein Praktikum und starten dann später mit der Ausbildung als Dachdecker, Zimmerer oder Klempner. Gute Leistungen belohnt das Unternehmen mit Ausflügen zu unterschiedlichen Events. Am heißesten Tag des Jahres gehen alle Azubis und die Mitarbeiter zusammen Wasserskifahren. Der Trailer „Hitzefrei“ steht auf der Facebookseite des Unternehmens und lohnt sich auf jeden Fall.

Tipp: So vermeiden Sie Absprünge und halten Azubis bei der Stange:

Werbung für den Nachwuchs gibt es natürlich schon. Der Innungsdachdecker aus Berlin beschäftigt mittlerweile 35 Mitarbeiter und hat sich in Berlin schnell einen guten Namen gemacht. Das Unternehmen arbeitet eng mit den Innungen und Handwerkskammern zusammen. Viellechner platziert Stellenausschreibungen und präsentiert sich bei ausgewählten Veranstaltungen wie Ausbildungsmessen. Und auch hier wählt das Unternehmen einen unkonventionellen aber naheliegenden Weg: Die bestehenden Azubis fungieren als Botschafter für ihren Handwerksberuf. Das ist authentischer und wirkt glaubwürdiger, als wenn der Chef von seiner Arbeit berichtet. Mit Leistungsprämien, Zuschüssen für den Führerschein und Sponsoring von Kletterwochen werden die Azubis für gute Mitarbeit belohnt und motiviert. Und das spricht sich in der Hauptstadt herum.

Wohlfühlpaket für Familienmitglieder

Das passt perfekt zum nächsten Projekt: Der Viellechner Family. „Ziel ist es, gute Kunden noch besser zu betreuen. Denen wollen wir noch besseren Service bieten . Wir punkten nicht mit dem Preis, sondern mit Sachkompetenz und einem breitem Leistungsspektrum. Der Kunde bekommt von uns das Gesamtpaket am Dach.  Ein quasi Sorglos-Paket vom Dach- und Holzbauunternehmen Viellechner. Und hoffentlich mittendrin statt nur dabei: Die Azubis des neuen Lehrjahrs.

Johannes Messer

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 19.2018.


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Letzte Aktualisierung: 02.10.2018