Bäume runter, Warmdach drauf

Wie wichtig ein sicheres Dach über dem Kopf ist, schätzen die Bewohner eines Einfamilienhauses in Cadolzburg seit dem Sommer 2017 auf besondere Art. Quasi von einer Sekunde auf die andere wurde ihr Steildach komplett zerstört. Für die Firma Fleischmann & Grummt hieß dies: Trümmer wegräumen, Notdach erstellen und von Grund auf energetisch sanieren.

Sturmschaden Fleischmann DDH 21 (4)
Die alten Bäume knickten wie Streichhölzer um und trafen das Haus aus den 60er-Jahren. Teilweise bohrten sich die Stämme durch die gesamte Dachkonstruktion und durchschlugen die innere Gipskartonbeplankung. Fotos: Stubbe

Als im Sommer 2017 der Gewittersturm Kolle über die Region Niederbayern wegzog, war das Ausmaß der Zerstörung erheblich. Mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern rollte er wie eine Walze über Landstriche hinweg und hinterließ ein Chaos: Erheblichen Schaden richtete das Sturmtief auch in Cadolzburg an – genauer bei Familie Stubbe, deren Haus unmittelbar neben einem Waldrand steht und bis dato von circa 20 Kiefern, Birken und Tannen umgeben war. Von einer Sekunde auf die nächste rollte der Sturm in einer etwa 200 m breiten Walze in rund 5 m Höhe über Cadolzburg hinweg und rasierte alle großen, teils uralten Bäume ab.

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Totalschaden nach Sturm

Für das Steildach in Cadolzburg bedeutete dies das Aus: Ein Großteil der Bäume schlugen auf das Dach ein, Hunderte Ziegel zerbarsten, Teile des Dachstuhls knickten ein und Stämme bohrten sich durch das Dach in den Wohnbereich – zum Glück ohne jedweden Personenschaden. „Das war eine Sache von Sekunden. Von jetzt auf gleich gab es ein riesiges Getöse und dicke Äste ragten bei uns in den Wohnraum. Unser erster Gedanke waren die Kinder. Wir alle liefen nach dem Sturm unversehrt aus dem Haus und waren umgeben von Bäumen, vom Dach war fast nichts mehr erkennbar“, erinnert sich Jan Stubbe. Unmittelbar nach dem ersten Schock und der Sicherheit, dass alle Bewohner außer Gefahr waren, setzte die Bauherrenfamilie die ersten Notfallmaßnahmen in Gang. Die Bäume wurden zunächst von einer Baumkletterfirma und einem angemieteten Autokran vom Dach gehoben. Nachdem diese zunächst gefährlichen Arbeiten erledigt waren und sicher gestellt war, dass die Statik des Gebäudes aus den 60er-Jahren nicht beeinträchtigt war, konnte mit der eigentlichen Sicherung des Gebäudes begonnen werden.

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Erste-Hilfe-Maßnahmen am Tag danach

Mit Familie, Freunden und Helfern wurden Planen gespannt, sodass die Familie zunächst im Hause nächtigen konnte. Stubbe weiter: „Am Tag nach dem Sturm war klar, dass wir schnellstmöglich die Hilfe eines Dachdeckers benötigten. Es regnete trotz Planen überall rein. Ich griff zum Hörer und informierte die Firma Fleischmann & Grummt über den Sachverhalt, welche umgehend eine ‚Erste-Hilfe-Kolonne‘ zu uns schickte.“ Als die Mitarbeiter des Uttenreuther Innungsdachdeckers vor Ort ankamen, waren diese zunächst über das Ausmaß des Schadens „baff“. Juniorchef Carsten Dierke: „Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich mit unserem Vorarbeiter telefoniert habe und dieser als Erstes in den Hörer rief: ‚Sowas hab ich noch nicht gesehen – beim Auto wäre das ist ein Totalschaden!‘“ Gemeinsam mit Freunden und Bekannten der Familie wurden am nächsten Tag die restlichen herabgestürzten Bäume mit Kettensägen und unter wiederholtem Einsatz des angemieteten Autokrans von der Dachfläche geschafft, dabei waren alle am Dach arbeitenden Helfer mit Anseilschutz gesichert.

Michael Zenk

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 21.2018.

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Letzte Aktualisierung: 07.11.2018