BAU mit BIM

Vom 16. bis 21. Januar 2017 fand die BAU in München statt. Fester Bestandteil der Messe war der Blick nach vorne. Neben Materialien und Systemen stand dabei die Vernetzung von Informationen im Vordergrund. Einige Aussteller zeigen, wie Building Information Modeling – kurz BIM – am realen Gebäudemodell aussehen kann.

BAU Messestand 2017
Architektur-, aber auch Handwerkermesse: So sieht sich die BAU 2017 in München. Rund 40 % der Besucher kommen aus dem Handwerk. Foto: Messe München

Auch für Handwerker hat sich die BAU längst als Fixpunkt etabliert, die Messe trägt dieser Entwicklung mit speziellen Handwerker-Angeboten Rechnung. Zum BeispieI mit dem Austausch von Handwerkern und Architekten beim Stammtisch am Stand des Zentralverbands des Deutsches Baugewerbes . Ein Auszug aus den Themen: „Dämmen nach Fahrplan“ thematisiert die Folgen hoher Luftfeuchtigkeit und unzureichender Lüftung in modernen Gebäuden, unter dem Motto „Bauen 2017 – ist Qualität unbezahlbar geworden?“ wird darüber diskutiert, wie Handwerksunternehmen es auch heute noch schaffen, qualitativ hochwertige Bauten abzuliefern, ohne gleich Konkurs anmelden zu müssen und natürlich wird auch die Frage beleuchtet, welchen Einfluss BIM auf Ausschreibungsprozesse haben wird und welche am Bau Beteiligten davon profitieren können. BIM konkreter zu fassen ist auch das Ziel von fünf führenden Regelsetzern, Informations- und Softwareanbietern im BAU: der VDI Verein Deutscher Ingenieure, der Beuth Verlag, die Rudolf Müller Mediengruppe, f:data und DBD Dr. Schiller und Partner haben sich zusammengetan, um für Besucher der BAU die Vernetzung von BIM-Informationen am realen Gebäudemodell erlebbar zu machen. Denn das Modellieren von und mit Informationen ist der Kern des BIM-Prozesses.

Hotelprojekt als digitales Gebäudemodell

Für die gemeinsame Aktion wurde das bereits verwirklichte Hotelprojekt „Laasenhof“ als digitales Gebäudemodell in der CAD-Software Autodesk Revit erfasst. Direkt bei der Bearbeitung erfolgte das „Beschreiben“ der Bauteileigenschaften im Auswahldialog des DBD-BIM Plug-in. Durch die online eingebundenen Dynamischen BauDaten von DBD-BIM ist die Konformität zu STLB-Bau (gemäß DIN SPEC 91400) gesichert. Außerdem die Vernetzung mit den jeweils für die Aufgabenstellung benötigten Regeln der Technik.

Abschließend entstand das Gebäude aus dem 3D-Drucker noch einmal neu. Dieses im wörtlichen Sinn begreifbare Modell gibt nun sowohl den realen Blick auf seine innere Struktur frei als auch den virtuellen Blick auf die eingebundenen BIM-Informationen. Raum und bauteilweise lassen sich per QR-Code und NFC gezielt die planungsrelevanten Informationen aus DIN-Baunormen, VDI-Richtlinien und Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks aufrufen.

Außerdem detaillierte Leistungsbeschreibungen nach STLB-Bau, zugehörige Baupreise und DIN 276-Kosten, die der Planer dank der Anwendung von DBD-BIM auf Knopfdruck zur Verfügung hat. Selbst Einzelkosten der Teilleistungen können abgerufen werden.

Kalkulation direkt aus dem Modell möglich

So wird für Bauunternehmer erstmals eine Angebotskalkulation direkt aus dem BIM-Gebäudemodell möglich.

Messebesucher finden das Explosionsmodell bei jedem an der Aktion beteiligten Aussteller, natürlich auch am Stand der Rudolf Müller Mediengruppe in der Halle Eingang West, EWE.02. Direkt am Modell lassen sich die eingebundenen BIM-Informationen live erleben. Weiterführende Informationen gibt es unter anderem zur CAD-Bearbeitung mit DBD-BIM und zum verlinkten BIM-Datenaustausch mittels BIM-LV-Containern nach dem neu verabschiedeten Standard der DIN SPEC 91350. Bauwerksmodelle und Leistungsverzeichnisse werden dabei im IFC- und GAEB-Format über ein Linkmodell verbunden und als Archivdateien von Anwendungsprogrammen exportiert und importiert.Ein kompletter Rundgang bei BIM.together ist zu empfehlen.

Letzte Aktualisierung: 11.01.2017