Bauwirtschaft zuversichtlich: Plus 2,6 Prozent erwartet

Anlässlich der Internationalen Handwerksmesse IHM in München fand gestern die Pressekonferenz der Bundesvereinigung Bauwirtschaft (BVB) statt. Die Stimmung war insgesamt von Zuversicht geprägt: „Wir erwarten in diesem Jahr für die rund 385.000 Mitgliedsbetriebe der Bundesvereinigung Bauwirtschaft ein Umsatzplus von 2,6 Prozent auf 324 Milliarden Euro“, so der BVB-Vorsitzende Karl-Heinz Schneider.

Karl-Heinz Schneider BVB
Karl-Heinz Schneider, Vorsitzender Bundesvereinigung Bauwirtschaft. Foto: Bundesvereinigung Bauwirtschaft

Das Bauhauptgewerbe und der GaLa-Bau werden mit einem Umsatzwachstum von gut drei Prozent auf 107 Milliarden Euro Schrittmacher dieser Entwicklung bleiben. Allerdings falle das Wachstum etwas verhaltener als im Vorjahr aus, da der Wohnungsbau keinen ganz so großen Sprung mehr machen dürfte. So zeige sich im Ein- und Zweifamilienhausbau eine Stabilisierung der Nachfrage bei gut 100.000 Wohnungen. Allein im Mehrfamilienhausbau dürften mit rund 175.000 Wohnungen deutliche Wachstumsraten zu erzielen sein.

Allerdings müsse man sich bewusst sein, dass ohne einen weiteren Zuwachs an Beschäftigung diese Steigerungsraten nicht geleistet werden können, erklärte Schneider. Der BVB-Vorsitzende mahnte weiterhin eine zügige Umsetzung der Koalitionsvereinbarung an. Als Stichworte nannte er die Baulandbereitstellung, Maßnahmen zur Wohneigentumsbildung sowie die Förderung der energetischen Gebäudesanierung. Weiter forderte er eine zügige Regierungsbildung. „Wenn wir in dieser Legislaturperiode 1,5 Millionen neue Wohnungen bauen sollen, dann müssen wir bald anfangen. Wir können aber nur bauen, wenn wir die Baustellen mit unseren Fahrzeugen auch erreichen. Wir appellieren daher dringend an die politisch Verantwortlichen, bundesweit einheitliche Regelungen bezüglich des drohenden Diesel-Fahrverbots zu schaffen. Gleichzeitig fordern wir umfassende Ausnahmegenehmigungen für unsere Branche.“

Die Investitionsansätze für die Verkehrsinfrastruktur, die Kommunen und den Wohnungsbau wertete Schneider uneingeschränkt positiv. Das gelte auch für die Pläne, eine Altersvorsorgepflicht für Selbstständige einzuführen; könne diese doch, verbunden mit einer Krankenversicherungspflicht, zu einem faireren Wettbewerb am Bau beitragen. Angesichts der Tatsache, dass die Belange der Bauwirtschaft künftig von einem Ministerium für Inneres, Bau und Heimat bearbeitet werden, wünscht sich Schneider „zumindest einen eigenständigen Bauausschuss im Bundestag.“

Letzte Aktualisierung: 09.03.2018

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