Corona konnte Roto nicht bremsen

Zum digitalen Pressetag lud die Roto Gruppe Anfang November 2020 ein. Holding-Vorstand Dr. Eckhard Keill gab einen Überblick über die Aktivitäten. Es zeigte sich, dass die Gruppe trotz Corona stabile Umsätze verzeichnen kann.

Roto Dr. Keill 2020
Präsentierte Zahlen, Fakten und Visionen der Roto-Gruppe im digitalen Meeting: Dr. Keill. Foto: DDH

„Die Deutsche Lüftungskultur beeindruckt die Medienlandschaft, auch die Amerikaner stellen fest, dass man Fenster auch kippen kann. Wir gehen davon aus, dass der Rückzug der Menschen auf ihr Heim, weitere Kaufkraft bzw. Sanierungen freisetzt. Erfreulich war, dass wir in der Corona-Krise unsere Kunden beliefern konnten“. so Dr. Keil. Zum 30.9.2020 lag der Gesamtumsatz bei 511,8 Millionen Euro und damit knapp über Vorjahr. Falls es zu keinen weiteren Verschiebungen käme, rechnet man bei Roto für 2020 mit einem Gruppenumsatz von 675 Millionen Euro.

„Die Corona-Krise konnte uns bisher nicht bremsen. Im Gegenteil: Unsere Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr wurden sogar übertroffen.“ So resümierte Christoph Hugenberg die Entwicklung der Division Dachsystem-Technologie (DST). Wie der Vorsitzende der Geschäftsführung des Wohndachfenster-Produzenten berichtete, schlägt sich das in deutlich verbesserten Umsatz- und Ertragszahlen gegenüber dem Vorjahr nieder. Mit ein Grund dafür sei das beträchtliche Wachstum des Renovierungsmarktes im deutschsprachigen Raum.

Nach aktuellen Studien sei 2020 für die globale Bauentwicklung durch Corona ein Minus von gut 2 % zu erwarten. Mit Blick auf das Bauvolumen erleide vor allem Westeuropa mit prognostizierten - 6,9 % einen höheren Einbruch als andere Regionen in der Welt. Erhebungen des B+L-Institutes zufolge schwächt sich speziell der Neubau ab. So gingen die Experten bei den Fertigstellungen im Einfamilien- bzw. Mehrfamilienwohnungsbau in Deutschland frühestens ab 2022 von einer Aufwärtsbewegung aus.
Ganz anders im Renovierungsbereich: Laut Hugenberg profitiert der für Roto DST relevante Markt besonders von den freigewordenen Handwerker-Kapazitäten. Daher habe man die bereits in den Vorjahren gemeldete erfreuliche Firmenkonjunktur nochmals verstärken können. Für Deutschland bedeute das ein zweistelliges Umsatzwachstum, zu dem das Außenausstattungssegment einen wesentlichen Beitrag leiste. In Westeuropa gebe es einen signifikanten Trend zum Online- und Direktvertrieb, sodass der professionelle Vertriebsweg stark unter Druck gerate. Deshalb habe man die eigenen Aktivitäten zurückgefahren. Sehr zufrieden ist der DST-Chef dagegen „einmal mehr“ mit dem Osteuropa-Geschäft. Hier stehe ein hohes einstelliges Umsatzplus zu Buche. Der einstellige Anstieg in Südeuropa sei ebenfalls ein Erfolg. Zum einen koppelte er sich damit, wie es hieß, von dem negativen Markttrend vor allem in der Schweiz ab. Zum anderen verlaufe trotz mehrmonatiger Stilllegung der Bautätigkeit die Entwicklung auch in Italien positiv. Im klassischen Exportgeschäft schließlich könne man in der Ukraine, in Portugal sowie in den baltischen Staaten von einem guten Ergebnis sprechen und ungeachtet zweimonatiger Grenzschließungen insgesamt das Umsatzniveau vom Vorjahr bestätigen. Hugenberg: „In den nächsten Wochen und Monaten gilt es, dieses starke Fundament abzusichern, um den schwierigen Marktbedingungen und -veränderungen zu trotzen. Dabei spielt die enge Einbindung unserer Vertriebspartner in den Ländern eine wesentliche Rolle.“

Positive „ProfiLiga“-Bilanz


Unter dem Titel „Von der ProfiLiga zur Champions League“ gab Hugenberg einen Überblick über die wichtigsten Meilensteine des 2006 gegründeten Kundenclubs. Die Service-Angebote für den Extranutzen der Mitglieder reichten von der Expresslieferung und Unterstützung beim professionellen Außenauftritt über ein eigenes Schulungsprogramm bis zu einem Shop mit Prämiensystem. „Mit dem Wandel wachsen zudem die Erwartungen der Kunden“, fuhr Hugenberg fort und nannte exemplarisch 24/7-Erreichbarkeit, professionelle Digital-Beratung und -Tools sowie einfache Kommunikation. Sich verändernde gesetzliche und soziale Rahmenbedingungen etwa bei Förderprogrammen, Dokumentationspflichten oder Sicherheitsbestimmungen erforderten einen Partner, der den Wandel mittrage. „Für uns war und ist das Anlass genug, ein komplett neues, sechsteiliges Leistungspaket auf die Beine zu stellen. Ab 2021 schafft es für unsere Profipartner echte Mehrwerte bei der täglichen Arbeit“, kündigte der DST-Chef an. Sein Ziel und seine Überzeugung zugleich: „Wir etablieren einen entscheidenden Marktvorteil für die Marktpartner und sorgen so für eine starke gemeinsame Performance.“//

Letzte Aktualisierung: 06.11.2020