BIM: Vom Kleinen zum Großen

Praxiserfahrung mit Building Information Management (BIM) war das Thema des Werkstattgesprächs der Baugewerblichen Verbände Nordrhein in Wuppertal. Dachdecker aus der Region informierten sich über erste praktische Ansätze.

BIM Wuppertal Seminarraum
An der Uni Wuppertal informierten sich Bauhandwerker über die Möglichkeiten zu BIM.

BIM ist bei vielen Bauunternehmen immer noch eher ein theoretischer Ansatz als die praktische Durchführung. Vielleicht drängt auch deshalb die Bundesregierung darauf, dass BIM als Methode zum Planen und Bauen breiter eingeführt werden soll. Doch gerade Handwerker wissen oft nicht, was sie sich darunter vorstellen sollen. In einem „Werkstattgespräch“ am BIM-Institut der Uni Wuppertal erläuterten Ende November Praktiker die Methode und gaben Einblicke in ihre Arbeitsweisen.

BIM als Paradigmenwechsel

Referent Harald Siebert von den Baugewerblichen Verbänden gab eine Einführung in das Thema und beschrieb beispielhaft das Umfeld zum Beispiel wie 3-D Drucker eingesetzt werden oder die Erfahrungen mit BIM in der Schiffsbranche. „BIM ist Bauen mit dem Computer, Ausgangsbasis ist ein computergestütztes Modell. Das Gebäude wird im Detail geplant und im Team als Modell koordiniert“, sagte Siebert.

BIM Wuppertal Virtual-Reality-Brille
Mit Virtual-Reality-Brillen konnten die Gäste ein geplantes Gebäude durchschreiten.

Mögliche Vorteile von BIM:

• Bessere Abläufe und Prozesse

• Bessere Kommunikation

• Mehr Klarheit

• Keine Doppelarbeiten und Verschwendung von Zeit

• Verständnis des Bauwerks als gemeinsames Projekt

Die Zutaten und Voraussetzungen für BIM:

• kompatible EDV-Systeme

• Einheitliche Standards

• Kooperative Menschen

• Strukturiertes Arbeiten

• Koppelung von Planen und Bauen

Allerdings hinkt die Baubranche bei der Umsetzung seit Jahren hinterher. Ein Ziel des Bundes bis 2020 ist die „ansteigende Zahl von Verkehrs-Infrastrukturprojekten“. Doch wie und wann ziehen der Hochbau und die anderen Gewerke nach?
Handwerksmeister und Tiefbau-Unternehmer Michael Hissel berichtete von seinen Praxiserfahrungen mit BIM und zeigte die Software.

BIM Wuppertal Golißa
Dachdeckermeister Stefan Golißa: "Neben der Technischen Ausrüstung im Büro müssen auch die Mitarbeiter auf diese neue „Arbeitsweise“, die BIM mit sich bringt, richtig eingestellt bzw. vorbereitet werden". Fotos: DDH

Mitarbeiterinnen des Lehrstuhls von Prof. Helmus an der Uni Wuppertal demonstrierten, was das dort vor kurzem eröffnete BIM-Institut mit seinem Labor leistet: Softwareprodukte und digitale Werkzeuge helfen bei der Planung, darunter auch Anwendungen der Virtual Reality zur realitätsnahen, computergenerierten Darstellung eines Bauwerks in der Planungsphase.

Johannes Messer

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