Dämmen und Dichten im Vringsveedel

Auf über 1.500 m² Dachfläche verlegte die Gernert Dachtechnik GmbH eine mehrlagige Bitumenabdichtung in Kombination mit EPS-Dämmung. Styropor-Dachreiter regelten das Gefälle bei der Sanierung des Vringsveedel in Köln.

Abdichtung in Kombination mit einer Gefälledämmung
Insgesamt 1550 qm Abdichtung in Kombination mit einer Gefälledämmung, bestehend aus 242 mm im Mittel für das Hauptgebäude und 210 mm im Mittel für das Nebengebäude, realisierte das Gernert-Team an dem Vorzeigeprojekt im Kölner Vringsveedel. Fotos: Vedag

Auf über 1.500 m² Dachfläche verlegte die Gernert Dachtechnik GmbH eine mehrlagige Bitumenabdichtung in Kombination mit EPS-Dämmung. Gefälle, Brandschutz und das passende Absturzsicherungskonzept standen dabei im Fokus. Wo Köln am kölschesten ist? Für die Menschen im Severinsviertel keine Frage: natürlich im „Vringsveedel“. Hier, im lebendigsten und urigsten Viertel der Domstadt investiert die BPD Immobilienentwicklung GmbH rund 20 Mio. Euro in das Wohnungsbauprojekt mit insgesamt rund 3.600 m² Wohnfläche .

Der Name des Objekts ist ein Versprechen: „vielvrings“, und ganz viel Vrings erleben die Bewohner des Vorderhauses mit ihren Logenplätzen für den Rosenmontagszug. Das 2.600 m² große Grundstück befindet sich südlich des römischen Stadtzentrums, aber noch innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern von Köln. Für sozialen Wohnungsbau ist das Grundstück bei einer solchen Toplage in der Kölner City zu teuer. Top ist daher auch die Architektur, die Ausstattung und natürlich auch der Preis. Genauso Top sollten auch alle technischen Maßnahmen am neubau sein, wie beispielsweise die Dachflächen die sich auf cirka 1500 m² gesamtfläche erstrecken.

Druckfeste Dämmung, stabile Lagenfolge

Hier setzte das ausführende Unternehmen, die Gernert Dachtechnik GmbH aus Waldbröl, auf einen mehrlagigen bituminösen Aufbau in Kombination mit Polystyrolhartschaum-Dämmung. Die 4 mm dicke Elastomerbitumen-Dampfsperr-Schweißbahn mit Rillenprägung bietet eine stabile Basis auf dem, mit schnelltrocknedem Bitumenvoranstrich behandelten, Stahlbetondecken der Gebäude. Ausgestattet mit einer feinbestreuten Oberfläche ist die Bahn geeignet für eine Dämmstoffverklebung und wäre, was auf dieser Baustelle allerdings nicht erforderlich war, als robuste Behelfsabdichtung einzusetzen gewesen. Stefan Gernert, der als erster die neuartige Bahn benutzt, ist zufrieden: „Schön, dass wir diese Bahn quasi als Erst-Tester nutzen durften. Die Bahn lässt sich super verarbeiten und gibt durch ihre Dicke und das untere Rillenmuster, einfach ein gutes Gefühl der Sicherheit, ohne die klassischen sichtbaren Tritte.“

Danach griffen die Dachdecker zur Schaumpistole geladen mit Mini PU-Schaum-Kartuschen und brachten als Wärmedämmung Flachdach-Dämmplatten aus Polystyrol-Hartschaum auf. Zum Einsatz kamen System-Dämmplatten mit einer Druckspannung von 150 kPa. Auf dem Hauptdach beläuft sich die mittlere Dicke der Dämmung bei einem Gefälle von 2 % auf 242 mm, beim Nebendach auf 210 mm. Das durchgehende Dach der sieben Stadthäuser im Hof wurde in sieben Teilflächen gegliedert, die jeweils durch EPS-Keile und Steinwolle-Streifen konstruktiv getrennt sind. Das Gefälle verläuft zu einem Abfluss mit waagrechtem Ablauf unter der nördlichen Attika. Mit Styropor-Dachreitern, auch „Schweinerücken“ genannt, regeln sie das Gefälle entlang der Attika.

Schicht für Schicht

Für die erste Abdichtungslage oberhalb der Gefälledämmung wählte das Gernert-Team eine Elastomerbitumenbahn mit einer Dicke von 3,5 mm und speizieller Sicherheitsnaht die mit einem 3 cm abziehbaren und 7 cm abflämmbaren Längsrandstreifen zwei Techniken kombiniert: Kaltselbstklebetechnik und Schweißverfahren.

Durch den „heißen“ Nahtverschluss wird auch bei ungünstigsten Witterungsverhältnissen ein Höchstmaß an Sicherheit erreicht. Darüber hinaus dient die Elastomerbitumenbahn als vorübergehende Behelfsabdichtung, so dass die Folgelage auch zeitlich versetzt aufgebracht werden kann. In der Severinstraße konnte die Folgelage unm...

Autor: Benjamin Wilde

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 05.2020.

Letzte Aktualisierung: 26.03.2020

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