Bremen: Ein Campus für die Dachdecker-Azubis

Nach dem Motto „Dübeln statt Grübeln“ haben sich fünf Dachdecker-Meisterbetriebe aus Bremen entschlossen, ihren Auszubildenden innerbetrieblich zusätzliche Arbeitspraxis zu vermitteln. In einer ehemaligen Lagerhalle hat Lutz Detring von Schmidt Bedachungen zusammen mit Kollegen einen neuen „DachdeNker-Campus“ eingerichtet. Mit dabei sind die Firmen Rolf Könsen, Heinrich Stangmann, sowie Sascha Apel und Schaardt von der Initiative der „Bremer DachdeNnker“.

DachdeNker Campus Macher
Die Macher des neuen Campus.

An festgelegten Samstagen können sich hier die rund 25 Lehrlinge von 8 bis 12 Uhr aus diesen Betrieben weiterbilden, und das geschieht gerne freiwillig. Auch drei junge Frauen sind unter den hoch motivierten Nachwuchskräften. Angeleitet von gestandenen Kollegen beschäftigen sie sich dann intensiv mit einzelnen Arbeitsprozessen an Flachdach, Steildach und Metalldach. Dazu sind Werkbänke, Werkzeuge und Material reichlich vorhanden, sogar eine komplette Dach-Holzkonstruktion ist als Übungs-Station installiert.  Auch Dachfenster-Einbau und Abdichtungen können geübt werden. Anschauliche Lern-Modelle für Fassadentechnik und Photovoltaik sind in Planung. Zudem gibt es einen separaten Schulungsraum für die Theorie, um Defizite im Rechnen und Schreiben sowie fehlende Sprachkenntnisse auszugleichen.

DachdenKer Campus Bremen
Neuer Campus in geräumiger Halle.

Zur offiziellen Einweihung des Schulungs-Campus waren am 29. Juni auch zuständige Vertreter vom Arbeitsamt der Hansestadt, von der Berufsschule am Schulzentrum Alwin-Lonke-Straße sowie einige Bremer Kommunalpolitiker gekommen, um sich direkt vor Ort über die vorbildliche Einrichtung zu informieren.

„Den Jugendlichen, die sich für den Dachdecker-Beruf entscheiden, soll es ja auch Spaß machen“, sagt Detring. Bereits seit einigen Jahren schaut er im eigenen Betrieb, wie er den Azubis neben Praxis und Berufsschule in zusätzlichen Kursen das vermittelt, bei dem manche junge Leute noch Probleme haben. Seine Tochter, Dachdeckermeisterin Katrin Detring-Pomplun, ebenfalls Geschäftsführerin bei Schmidt Bedachungen, unterstützt die Campus-Initiative. „Weil es momentan schwierig ist,  junge Leute für eine Ausbildung im Handwerk zu begeistern, wollen wir unseren Beruf attraktiv gestalten“, erklärt sie.

Azubis auf dem Campus
Azubis auf dem Campus. Fotos: Höpken

Der Dachdecker-Campus soll als dauerhafte Einrichtung schrittweise weiterentwickelt werden.Kompetente Meister und Gesellen aus den Fachbetrieben geben ihr Wissen weiter - ebenso wie Vertreter der Industrie, die hier den Einsatz ihrer Produkte wie Ziegel, Bitumen, Dichtung, Dämmung, Entwässerung etc. erklären können. Solche Unterweisungen in Verbindung mit Industrie und Handel haben sich bewährt und werden verstärkt.

Henning Höpken, redaktion24



Letzte Aktualisierung: 10.07.2019