2/2013: Chance zur Aufholjagd

Auch im 2. Quartal des Jahres blieb das Wetter ein maßgeblicher Faktor. Die Werte können sich in Anbetracht der widrigen Umstände sehen lassen – nun bieten sich Chancen für eine Aufholjagd in der zweiten Jahreshälfte.

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Durchschnittlicher Auftragsbestand in Monaten nach Tätigkeitsschwerpunkt. blau=Neubau, geld=Sanierung, grün=Reparaturen

Wer in den vergangenen Jahren über die Ausmaße der Finanz- und Schuldenkrise las, kam nur selten an Vergleichen mit Naturgewalten wie Stürmen oder Erdbeben vorbei. Das Jahr 2013 ist für Dachdecker mehr denn je von echten Naturkräften geprägt. Nachdem 1. Quartal mit eingebauter „Wetterbremse“, von der wir in Ausgabe 10.2013 berichteten, kamen die Dachdeckerbetriebe im 2. Quartal vielerorts vom sprichwörtlichen Regen in die Traufe. Denn auch das 2. Quartal war geprägt von Unwägbarkeiten. Anfang April herrschte in vielen Gegenden Deutschlands noch immer Winter mit geschlossener Schneedecke. Erst ab dem zweiten Monatsdrittel stiegen die Temperaturen weitgehend auf dachdeckertaugliches Niveau an, bevor der Deutsche Wetterdienst im Bundesschnitt den zweitnassesten Mai seit 1881 verzeichnete. Das daraus im Süden und Osten Deutschlands resultierende Hochwasser besaß ebenfalls historische Ausmaße.

Härtetest für Markt und Betriebe
Insgesamt also ein echter Härtetest für die Betriebe und den Dachmarkt allgemein. Erst im Juni und vor allem im Juli, der nicht zum aktuellen Betrachtungszeitraum des 2. Quartals gehört, konnten die Betriebe endlich überall durchstarten und mit Hochdruck beginnen, „verlorene“ Produktivstunden auf Jahressicht wieder aufzuholen.

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Beurteilung der Geschäftslage nach Schulnoten.

Die massiven Hagelunwetter in Teilen Baden-Württembergs Ende Juli unterstreichen die Situation beispielhaft: Im Kreis Reutlingen wurden nahezu flächendeckend Dächer beschädigt. Weil die Dachdecker in der Region ohnehin voll ausgelastet sind und mit der Schaffung der zur Behebung der Schäden erforderlichen Kapazitäten völlig überfordert waren, wurden sogar Dachdecker aus Hessen dazu aufgerufen, sich an den Reparaturen zu beteiligen. Es bleibt dabei: Das Wetter kommt meist ungelegen.
Bei regional so unterschiedlichen Bedingungen und Wetterereignissen besteht generell eine hohe Gefahr, dass die in unseren Grafiken dargestellten nationalen Durchschnittswerte insgesamt zu kurz greifen. So wirkt der Blick auf die Geschäftslage der vom ZVDH befragten Betriebe auf den ersten Blick unspektakulär: Wie im Vorjahresquartal verzeichnet das Barometer eine Durchschnittsnote von 2,5. Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein verzeichnen mit einer Durchschnittsnote von 2,2 besonders gute Geschäftslagen, im Verbandsgebiet Niedersachsen-Bremen ergibt sich ein Durchschnittswert von 3,1.
Ähnliches gilt auch für die Geschäftsaussichten. Hier übertrifft der aktuelle mit 2,4 den Vorjahreswert sogar geringfügig um 0,1 Einheiten. In der Verteilung der Werte zeigt sich eine gegenüber dem Vorjahr nochmals gewachsene (von 52,9 % auf 62,5 %) Gruppe von befragten Betrieben, die sich im Schulnotenbereich von sehr gut oder gut befinden. Dem gegenüber steht allerdings auch ein Wachstum (von 12,0 % auf 13,7 %) von Betrieben, die die Noten ausreichend und mangelhaft vergeben haben.

Malte von Lüttichau

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in Ausgabe DDH 16.2013.

Letzte Aktualisierung: 14.08.2013