Corona Ausbildungsprämien nur für erheblich durch Corona geschädigte Betriebe

Die Medien haben bereits seit Tagen über das Programm des Bundes zur Sicherung von Ausbildungsplätzen berichtet. Inzwischen sind einige Einzelheiten über die Förderbedingungen bekannt. Antragsberechtigt sind nur kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die durch die Corona-Krise erheblich getroffen sind.

Zuschuss von 2.000,00 € bei Erhalt des Ausbildungsniveaus

Voraussetzungen:

  • Aufrechterhaltung der Anzahl der Ausbildungsplätze im Vergleich zu den drei letzten Jahren(2017 –2019) und
  • mindestens 1 Monat Kurzarbeit in der ersten Jahreshälfte 2020 oder
  • Umsatzeinbruch in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 % im Vergleich zu April und Mai 2019.

Zuschuss von 3.000,00 € bei Steigerung des Ausbildungsniveaus

Voraussetzunge n:

  • Einrichtung eines zusätzlichen Ausbildungsplatzes im Vergleich zu den 3 Vorjahren (2017 –2019) und
  • mindestens 1 Monat Kurzarbeit in der ersten Jahreshälfte 2020 oder
  • Umsatzeinbruch in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 % im Vergleich zu April und Mai 2019.

Die Auszahlung des Zuschusses wird nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit vorgenommen.

Förderung bei Vermeidung von Kurzarbeit für Auszubildende

Voraussetzungen:

  • Arbeitsausfall von mindestens 50 % im gesamten Betrieb
  • Fortzahlung der Ausbildungsvergütung

Gefördert werden 75 % der Bruttoausbildungsvergütung für jeden Monat, in dem im Betrieb ein Arbeitsausfall von mindestens 50 % zu verzeichnen ist.

Förderung der Auftrags-und Verbundausbildung

Unterstützung für Auszubildende, die ihre Ausbildung nicht im eigenen Betrieb fortführen können, weil dieser aufgrund der Corona-Bedingungen geschlossen werden musste oder der Betrieb nur mit erheblichen Auflagen fortgesetzt werden konnte. Die Unterstützungsleistungen richten sich an Ausbildungsbetriebe und überbetriebliche Berufsbildungsstätten, die betroffene Auszubildende fürmindestens 6 Monate übernehmen.

Übernahmeprämie bei Insolvenz wegen Corona

Ausbildungsbetriebe, die einen Auszubildenden aufgrund einer pandemiebedingten Insolvenz für die restliche Ausbildungszeit übernehmen, erhalten eine Prämie in Höhe von 3.000,00 €. Die Abwicklung der Fördermittel soll (mit Ausnahme der Auftrags-und Verbundausbildung) über die Bundesagentur für Arbeit erfolgen.

Aufgrund der strengen Vorgaben ist die Inanspruchnahme der Fördermittel im Dachdecker-und Zimmererhandwerk wahrscheinlich nur in wenigen Fällen möglich. Das Förderprogramm soll vor allem die Unternehmen und Branchen unterstützen, die durch die Corona-Situation ganz besonders beeinträchtigt sind. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat bereits angekündigt, dass er sich im Falle der Fortdauer der pandemiebedingten Konjunkturkrise und deren Ausdehnung auf weitere Wirtschaftszweige dafür einsetzen wird, dass die Fördermaßnahmen entsprechend ausgeweitet und weiterentwickelt werden.

Letzte Aktualisierung: 02.07.2020