Corona-Umfrage: Baugewerbe stabil in der Krise

Die Corona-Krise trifft nicht alle Branchen gleichermaßen. Einige stabilisierende Branchen stellen mehr als 40 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland, darunter auch das Baugewerbe. Das zeigt eine neue Prognos-Analyse.

Corona-Umfrage Prognos
Grafik: Prognos

Die Maßnahmen zur Eindämmung und Verlangsamung der Verbreitung des Coronavirus treffen die deutsche Wirtschaft schwer. Viele Branchen können durch Grenzschließungen und weitrei-chende Kontaktverbote oder unterbrochene LieferkettenihrerArbeit nicht oder nur in reduzier-tem Maße nachgehen. Besonders augenfällig sind das Gastgewerbe und die Kulturwirtschaft, aber auch die Industrieist betroffen, wie die Werksschließungen bei den großen Automobilher-stellern zeigen. Dennoch steht die Wirtschaft in Deutschland keineswegs vollständig still. Zahlrei-che Branchen sind kaum bzw. nicht wesentlich von der Corona-Krise betroffen.Berechnungenvon Prognos auf Basis des Prognos Economic Outlook und der Volkswirtschaftlichen Gesamtrech-nungen zeigen, dass in diesen Branchen mehr als 40 Prozent allerBeschäftigtenin unserem Land tätig sind und damit knapp40Prozent der Bruttowertschöpfungerbringen. Sie bilden da-mit das Fundament für Stabilität im aktuellen Ausnahmezustand.

Bruttowertschöpfung und Beschäftigung in „normalen“ ZeitenNach zehn Jahren des kontinuierlichen Aufschwungs steht Deutschland wirtschaftlich so stark da, wie noch nie. 45 Millionen Erwerbstätige und gutdrei BillionenEuro Bruttowertschöpfung (2019) sind Ausdruck dieser Stärke.Noch vor wenigen Wochen wurde in Deutschland über drohende Anzeichen einer konjunkturellen Abkühlung diskutiert, und mancher hat sogar eine Rezession für 2020 prognostiziert. Mit der Corona-Krise sind alldiese Einschätzungenallerdings Makulatur.Der konjunkturelle Einbruch ist unabwendbar, die Frage ist nicht, ob es wirtschaftliche Einbußen in Deutschland (gleiches gilt im Übrigen für die gesamte Weltwirtschaft) geben wird, sondern nur, wie hoch sie ausfallen.Beispiele für den Einbruch hat jedeund jeder vor Augen: Gastronomieund Einzelhandel sind fast flächendeckend geschlossenund in der Industrie stehen zahlreicheBänder still.Allerdingsbetrifft der wirtschaftliche Ausnahmezustand –glücklicherweise –nicht alle Branchen gleichermaßen. So sind z. B. die Bildungseinrichtungen in Deutschland geschlossen, die Arbeit geht aber vieler-orts –dezentral und online –weiter,und Löhne und Gehälter werden unverändert bezahlt.Um die Auswirkungen der Krise quantitativ einordnen zu können, haben Forscherinnenund For-schervon Prognos die Branchen auf ihre „Robustheit“ in der Krise untersucht. Das Ergebnis: Rund 40Prozentder Bruttowertschöpfung findet in denBranchen statt, die auch in der Krise wei-terhin arbeitsfähig und ausgelastet sind.Das stabilisiert die Gesamtwirtschaft und sorgt nachhal-tig fürein funktionierendes Staats-und Gemeinwesen.

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Besondere Stabilität liefert der Dienstleistungssektor, allen voran das Gesundheits-und Sozialwe-sen, die „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung“ und die „Erziehungs-und Un-terrichtsdienstleistungen“. Auch im Baugewerbe sind derzeit noch keine signifikantenKrisenef-fekte beobachtbar. Diese Bereiche stehen zusammen fürgut 21 Prozent der Bruttowertschöp-fung und fast30Prozent der Erwerbstätigen.Jene Beschäftigten, die für uns alle zurzeit das Alltagsleben möglichst gut aufrechterhalten, ha-ben also nicht nur eine enorm wichtige gesellschaftliche Rolle. Sie sind in ihren Branchen auch von herausragender Bedeutung dafür, unsere Volkswirtschaft zu stabilisieren und den absehba-ren Einbruch der Wirtschaftsleistung in Grenzen zu halten.Quelle: Prognos

Letzte Aktualisierung: 06.04.2020