Corona: Zwischenprüfung, Berufsschule & Co

Durch die Ausbreitung von COVID-19 mussten Berufsschulen schließen und die Handwerkskammern haben die anstehenden Zwischenprüfungen verschoben oder sogar abgesagt. Was bedeutet das für den Verlauf der Ausbildung?

Gesellenlehrgang Mayen
Ausbildung in Mayen: 31 Dachdeckerhelfer aus dem gesamten Bundesgebiet.
Foto: BBZ Mayen

Verlängerung Ausbildungsvertrag

Auch wenn das Berufsbildungsgesetz und die Handwerksordnung keinen unmittelbaren Rechtsanspruch auf Verlängerung des Berufsausbildungsverhältnisses für den Fall vorsehen, dass die Abschluss- bzw. Gesellenprüfung erst nach Ablauf der Ausbildungszeit stattfindet, werden Anträgen auf Verlängerung aufgrund der besonderen Situation ausnahmsweise stattgegeben, sofern die Ausbildungsbetriebe keine berechtigten Einwände gegen eine Vertragsverlängerung erheben. Zugleich können Ausbildungsbetriebe ihre Auszubildende alternativ auch in ein Arbeitsverhältnis übernehmen , obwohl diese noch keinen Berufsabschluss erwerben konnten.

Nachholung der Prüfungen

In der Handwerksorganisation wird derzeit noch keine grundsätzliche Entscheidung zum ersatzlosen Wegfall von Zwischenprüfungen in der Ausbildung befürwortet. Zunächst werden die weiteren Entwicklungen beobachtet , um zu prüfen, ob im Laufe des Jahres noch Nachholtermine realisierbar sind.

Wenn die Zwischenprüfung wegen vorangeschrittener Ausbildungszeit nicht mehr sinnvoll ist und die für Zwischenprüfungen erforderlichen Ressourcen vor Ort nicht zur Verfügung stehen, können diese aufgrund der besonderen Situation ausnahmsweise entfallen. Den Auszubildenden soll dadurch kein Nachteil in Bezug auf die Zulassung zur Abschluss- bzw. Gesellenprüfung entstehen.

Alle Abschluss- und Gesellenprüfungen - auch wenn sie in gestreckter Form vorgeschrieben sind - sind nach geltendem Recht zwingend nachzuholen, sobald Infektionsgefahren in Bezug auf das Coronavirus weitestgehend ausgeschlossen werden können.

Ausfall Berufsschule

Die in allen Bundesländern getroffenen Anordnungen zu vorübergehenden Schulschließungen aus Gründen des Infektionsschutzes bedeuten, dass auch Berufsschülerinnen und -schüler dem Unterricht an berufsbildenden Schulen fernbleiben müssen. Auszubildende in dualen Berufsausbildungsverhältnissen sind in dieser Situation grundsätzlich verpflichtet, zur Fortsetzung der Ausbildung im Betrieb zu erscheinen.

Sofern jedoch die jeweiligen Berufsschulen Unterrichtsmaterial über Lernplattformen oder in ähnlicher Art und Weise zur Verfügung stellen wird empholen, den Auszubildenden zur Bearbeitung dieser Materialien ausreichend Zeit während der Ausbildung zur Verfügung stellen. Betriebe, die hierzu keine Informationen von den Berufsschulen ihrer Auszubildenden erhalten, sollten die Berufsschulen aktiv kontaktieren, um das weitere Prozedere, wie z. B. das Einräumen von Lernzeiten für Auszubildende, zu besprechen.

Quelle: www.zdh.de

Sollten Sie weitere Fragen rund um die Ausbildung haben, schreiben Sie der Handwerkskammer Ihres Bezirks, dort erhalten alle wichtigen Informationen.


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Letzte Aktualisierung: 25.03.2020