Creaton Geschäftsführer Dr. Dresse: Weg vom Konzern, hin zum Mittelstand

Seit einem Jahr ist Dr. Sebastian Dresse Geschäftsführer bei Creaton. Im Interview spricht er über Ziele, die Neupositionierung und die digitalen Angebote des Unternehmens.

Creaton Interview Dresse
„Wir werden wieder mittelständischer“ – Dr. Sebastian Dresse (rechts) im Gespräch mit Johannes Messer. Fotos: DDH

Herr Dr. Dresse, Sie sind jetzt gut ein Jahr Geschäftsführer der Creaton GmbH. In letzter Zeit sprach man in der Branche immer wieder über einen Verkauf? Was ist dran an den Gerüchten? 

Dabei handelt es sich keineswegs um Gerüchte, sondern um Fakten. Bereits vor eineinhalb Jahren hat die Etex-Gruppe entschieden, sich vom gesamten Steildachgeschäft zu trennen. Mittlerweile sind die Schwesterunternehmen Umbelino in Portugal und Marley in Großbritannien verkauft. Die Creaton Gruppe mit Unternehmen in Deutschland, Benelux, Polen und Ungarn gehört aktuell noch zur Etex. Für Creaton bietet dies die Chance, sich wieder aufs Kerngeschäft zu fokussieren und die führende Position im Segment Tondachziegel weiter auszubauen.  

Und wie geht es dem Unternehmen wirtschaftlich? 

Das Geschäftsjahr ist für Creaton bislang gut verlaufen. Wir konnten verlorene Marktanteile zurückgewinnen und ein deutliches Umsatzplus verbuchen. Anders als beispielsweise in Polen sind wir allerdings in Deutschland nach wie vor mit einem Wachstum des Flachdachmarktes konfrontiert, während der Steildachmarkt seit Jahren stagniert.  

Haben Sie das Gefühl, dass die Dachdecker generell zu langsam sind oder zu wenig Produkte der Hersteller verarbeiten? 

Im Gegenteil. Inhaber von Dachdeckerbetrieben sind erfahrene Unternehmer, die ihren Markt kennen und gut wirtschaften. Allein, die Auftragslage übersteigt hierzulande oftmals die Kapazitäten der Betriebe. Denn auch, oder gerade, im Handwerk zeigt sich der allgemeine Trend, dass es immer schwieriger wird, gute Mitarbeiter zu finden.  

Am Dachmarkt versuchen sich einige Dachportale wie zum Beispiel meindach.de zu positionieren. Was halten Sie von der Entwicklung? 

Grundsätzlich begrüße ich das Konzept, Handwerksleistungen digital anzubieten, um Bauherren die Auftragsvergabe so leicht wie möglich zu machen. Allerdings bietet die Marktsituation in Deutschland aktuell nicht die richtigen Voraussetzungen für Vergabeportale wie meindach.de. Die Auftragsbücher sind bereits durch Eigenakquise der Dachdeckerbetriebe gut gefüllt und der Vorlauf entsprechend lang.

Johannes Messer

Das ausführliche Interview lesen Sie in DDH 19. 2019.

Letzte Aktualisierung: 18.09.2019