Dach-Forum Güstrow: Regen bringt nicht nur Segen

Langanhaltendes Regenwetter und im Winter meterhohen Schnee – das wünschte sich NDR-Wetterexperte Stefan Kreibohm Anfang November auf dem „2. DACH-FORUM MV“ des Landesinnungsverbandes der Dachdecker in Güstrow.

Dach Forum Güstrow 2019
Interessiert verfolgten die Teilnehmer des Dach-Forums den Ausführungen. Foto: dachdecker-mv.de

Nur so könne sich die Natur von der Trockenheit der letzten Jahre erholen, meinte Kreibohm. Allerdings ist das kein Traumwetter für Dachecker oder Zimmerer, deren Arbeit ganz entscheidend von den Witterungseinflüssen geprägt wird. „Der Regen muss sein“, unterstrich Stefan Kreibohm. Er erklärte auf plausible Art und Weise, wie sich Regenwolken bilden und warum das Wetter in Niedersachsen nicht so sonnenreich wie in Mecklenburg-Vorpommern ist. Auf die hiesige Wetterlage – so der Experte – wirke sich der schützende skandinavische Gebirgsrücken aus. Kreibohm legte sich auch fest, was langfristige Prognosen angeht: Extreme Wetterunbilden nehmen zu.

Noch in Erinnerung sind den Dach-Profis die Auswirkungen des Tornados, der im Mai 2015 unzählige Dächer in Bützow zerstörte. Aber auch weniger starke Stürme hinterlassen häufig Schäden und sogar Dachabdeckungen. Um diese möglichst zu vermeiden, erklärte Referent Ronald Melzer von FOS, wie die Windlast zu berechnen ist und wie man unterschiedliche Dachbereiche sichern muss. FOS ist führender Hersteller von Sturm-, First- und Fassadenklammern. Die fachgerechte Montage der Dachpfannen sollte sich der Bauherr übrigens bestätigen lassen. Melzer wies zudem darauf hin, dass die Dächer von Gebäuden, die 25 m Firsthöhe überschreiten, 800 m über dem Meeresspiegel oder auf einer Insel liegen, ordnungsgemäß von einem Statiker zu begutachten sind. Weitere Referate beschäftigten sich mit der Dachsanierung, der Sicherheit auf dem Gerüst und im Datennetz sowie der Zeitwirtschaft im Handwerksbetrieb.

„Gemeinsam mit Partnern haben wir diese Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, um alle diejenigen zusammen zu bringen, die Kompetenzen rund um das Dach besitzen: Dachdecker, Zimmerer, Baustoffhändler, Sachverständige, IT-Spezialisten, Architekten und Ökonomen“, erklärte Landesinnungsmeister Rainer Thormählen. Beispielsweise stellten die aktuellen Entwicklungen in den Bereichen Energie und EDV die Unternehmer vor Herausforderungen. Diesem Umstand wollen wir Rechnung tragen. Auch der Fachkräftemangel sei ein herausragendes Thema in der Branche, betonte Thormählen, der einen Familienbetrieb in Holthusen bei Schwerin leitet. Wichtig sei es, die Ausbildung der jungen Menschen selbst in die Hand zu nehmen. So hat sich der Landesinnungsverband mit dem Förderkreis Dachdeckerhandwerk M-V verabredet, verstärkt auf Ausbildungsmessen zu werben.

„Junge Menschen müssen nicht unbedingt studieren, um einen anspruchsvollen Job ausüben und die Familie gut ernähren zu können“, sagte Andreas Knirk, Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes. Die deutschlandweit geltenden Tariflöhne im Dachdeckerhandwerk haben bereits ein hohes Niveau erreicht. Für die Azubis soll es außerdem während der Ausbildung bei guten Prüfungsergebnissen zusätzliche finanzielle Anreize geben. „Wir brauchen dringend qualifiziertes Personal, denn die Baukonjunktur läuft auf vollen Touren“, betonte Knirk. //


DDH Newsletter Anmeldung

Unser kostenloser Newsletter informiert Sie alle zwei Wochen über wichtige Branchenveranstaltungen, technische Neuerungen, einschlägige Regelwerke, interessante Sanierungsprojekte, die Fachmedienangebote der Rudolf Müller Mediengruppe sowie Produkte unserer Werbekunden.

Letzte Aktualisierung: 18.11.2019