In den Himmel gedreht

Höchste Ingenieurkunst bewiesen die Erbauer des 246 Meter hohen Aufzug-Testturm in Rottweil. Und auch die Firma Lange bewies ihr handwerkliches Können: am Fuß ein Gründach mit PIR-Wärmedämmung und wurzelfester Bitumenabdichtung. Darüber, in Rund 230 m Höhe: Deutschlands höchste öffentliche Plattform mit PIR-Gefälledämmung und ganz oben: eine perlweiße FPO-Kunststoffdachbahn mit blauem Thyssenkrupp-Logo.

Titelstory Rottweil Turm Bauder
Mit seinen 246 m Höhe ist der Turm in Rottweil sicherlich einer der höchsten Baustellen Deutschlands gewesen - und einer der fortschrittlichsten. Im Juni wurde dem Projekt aufgrund höchster Ingenieurskunst der Deutsche Ingenieurspreis 2018 verliehen. Foto: DDH

Auf immer weniger urbaner Fläche werden immer höhere Häuser gebaut. Für den Transport tausender Menschen in diesen Gebäuden testet Thyssenkrupp im neuen 246 Meter hohen Testturm in Rottweil revolutionäre Aufzugtechnik. Denn je höher Büro- und Wohnhäuser werden, umso komplizierter gestaltet sich die Logistik. Ganz klar, dass es dringend einer Revolution in der Aufzugtechnik für die wachsenden Superhochhäuser bedarf.

Um zukünftige Aufzüge für die Hochhäuser der Welt zu testen und zu zertifizieren, hat der Industriekonzern ThyssenKrupp vom Generalunternehmen Züblin in Rottweil, der Stadt der Türme, einen 246 Meter hohen Testturm für Hochgeschwindigkeitsaufzüge bauen lassen. In zwölf Schächten sausen Aufzüge mit Geschwindigkeiten von bis zu 18 Metern pro Sekunde auf und ab. In drei Schächten fährt der revolutionäre seillose MULTI Aufzug.

Er kennt keine Höhenbegrenzung, mehrere Kabinen bewegen sich in und zwischen den Schächten. Der MULTI kann waagrecht fahren und Gebäude verbinden, denn er gleitet auf wandernden Magnetfeldern. Selbst in höchsten Hochhäusern wird jedes Stockwerk ohne Umsteigen erreicht werden. Neben einem modernen Zentrum für Forschung und Entwicklung haben die beauftragten Stararchitekten Helmut Jahn und Werner Sobek für die Menschen in und um Rottweil auf 232 Metern die höchste Aussichtsplattform Deutschlands geplant - ein Geschenk des Bauherrn an die Kommune Rottweil, die jährlich rund 200.000 Besucher erwartet.

Fachbuch Schäden an Abdichtungen

Unterschiedlichste Anforderungen an Einzelflächen

Mit den umfangreichen Abdichtungsarbeiten der verschiedenen Ebenen wurde die Firma Lange Dach aus Obersdorf beauftragt und im Sommer 2016 konnte mit den Abdichtungs-, Wärmedämm- und Begrünungsarbeiten begonnen werden. Da die verschiedenen Dächer unterschiedlichen Einwirkungen wie mechanischen und thermischen Beanspruchungen, Wind, Wetter und Gefällesituationen unterliegen, bekam jede Fläche eine maßgeschneiderte Lösung: vom schubgesicherten, wurzelfesten Dachsystem unter einer aufgehangenen Begrünung auf 28-prozentiger Dachschräge im Sockelbereich über einen dauerhaft sicheren Aufbau unter der stark genutzten Besucherterrasse bis zur extremen Windsogsicherung auf dem Leichtdach ganz oben wurde jedes Dachsystem genau bemessen und exakt ausgeführt. Bei extremer Hitze kam es ganz besonders auf wärmestandfestes und gut zu verarbeitendes Material an.

Michael Zenk Rottweil
Michael Zenk auf dem Testturm in Rottweil. Foto: DDH

28 Prozent Dachneigung mit Begrünung

Um den Turm herum erstreckt sich im Sockelbereich ein kreisförmiges, zweigeschossiges Eingangsgebäude. In Empfang und Kundenlobby erlauben Glasscheiben den freien Blick auf neun Aufzugschächte.

Holger Krüger

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 23.2018.


Newsletter Anmeldung: Dach-News von DDH

Was gibt es Neues im Bereich Fachtechnik? Wo war die Dachbranche unterwegs? Was sind die Trends bei den Produkten? Rund 8.000 Newsletter-Abonnenten erhalten wertvolle Hinweise aus der Dachbranche. Zur Anmeldung DDH Newsletter.

Letzte Aktualisierung: 30.11.2018