Dachdecker Innung Berlin: Mietendeckel verhindert Sanierungen

Der geplante Mietendeckel des Berliner Senats war Thema der Berliner Bezirksmeister. „Dieser Mietendeckel wird Sanierungen verhindern" sagte Landesinnungsmeister Jörg-Dieter Mann.

Berliner Bezirksmeister 2019
Diskutieren die Themen geplanter Mietendeckel und Digitalisierung: Bezirksmeister der Berliner Dachdecker Innung. Foto: Innung Berlin

Am 19. November 2019 trafen sich alle Berliner Bezirksmeister und der Vorstand der Landesinnung Berlin zu ihrer traditionellen Jahresschlusssitzung im Sitzungsraum der Innungsgeschäftsstelle. Landesinnungsmeister Jörg-Dieter Mann begrüßte seine Kollegen und zog eine vorläufige Bilanz des zu Ende gehenden Jahres. Danach ist die Auftragslage der Berliner Dachdecker nach wie vor gut, allerdings zeigen sich erste Anzeichen einer Abschwächung. Auch die Preissituation sei nach wie vor nicht voll befriedigend, bemängelte Mann. Sein Ausblick auf das Jahr 2020 fiel verhalten positiv aus. Hier ging Mann insbesondere auf den geplanten Mietendeckel des Berliner Senats ein. „Dieser Mietendeckel wird Sanierungen verhindern, Wohnraum verknappen und zu keiner nachhaltigen Besserung des Mietniveaus führen“, so Mann. Auch die Baukonjunktur sowie die energetische Gebäudesanierung werde durch den Deckel nachhaltigen Schaden erleiden. Außerdem sei der Senat dabei, ein Gesetz auf dem Weg zu bringen, von dem man heute schon wisse, dass es rechtswidrig sei. „So etwas hat es im Nachkriegsdeutschland noch nicht gegeben“, resümierte Mann.

Zum wiederholten Male beschäftigten sich die Berliner Dachdecker mit der digitalen Zukunft. Vorgestellt wurde der digitale Werkzeugkasten für weniger Büro und mehr Dach, der von der eigens dafür gegründeten Gesellschaft Zedach Digital entwickelt wurde. Heiko Walther vom Dachdecker-Einkauf Ost sowie Moritz Lewin erläuterten diesen Werkzeugkasten im Detail. So wird es möglich sein, in Eigenleistung ohne Vorkenntnisse einen attraktiven Online-Auftritt im Webbaukasten zu basteln. Außerdem verfügt der Werkzeugkasten über Tools wie Sanierungsrechner und Angebotserstellung, die es den Dachdeckern ermöglichen, Onlineanfragen schnell online zu beantworten und damit den Kundenkontakt zu gewinnen. Auch die Baustellenverwaltung soll komplett digitalisiert werden.

Anschließend berichtete Dipl.-Ing. Christian Herzberg über seine Arbeit beim Flachdachausschuss des ZVDH, dessen Vorsitzender er ist. Herzberg ging insbesondere auf Unterschiede in den einschlägigen Normen sowie der Flachdachrichtlinie des ZVDH ein, die in den Ausschusssitzungen bearbeitet werden. Wichtig sei es hierbei, eine Einigung zwischen Industrie und Dachdeckerhandwerk herzustellen. Auch barrierefreie Übergänge wurden thematisiert. Insgesamt ist die Ausschussarbeit aufwendig und zeitraubend, muss aber gemacht werden, um das Fachregelwerk und die Normen in eine gemeinsame konstruktive Zukunft zu bringen.

Abschließend berichteten LIM Jörg-Dieter Mann und Geschäftsführer Ruediger Thaler über aktuelle Innungsthemen sowie die Schwerpunkte der Innungsarbeit im neuen Jahr. Auch in 2020 wird die Landesinnung wieder großen Wert auf eine aufwendige Nachwuchswerbung legen, da hier in den vergangenen Jahren große Erfolge erzielt werden konnten. So soll es in 2020 Werbung in den Berliner U-Bahnen und in den Fitnessstudios der Kette McFit geben. Auch soll an die technischen Hochschulen gegangen werden, um dort Studienabbrecher zu einer Dachdeckerlehre zu bewegen. In den großen Multiplexkinos soll wieder ein Werbespot ausgestrahlt werden. Über Facebook ist vorgesehen, die Elterngeneration auf den Dachdeckerberuf aufmerksam zu machen. Daneben wird die Landesinnung bei den Messen bautec und YOU mit attraktiven Ständen zur Nachwuchswerbung vertreten sein, die gemeinsam mit der Knobelsdorff-Schule errichtet werden.

Positiv vermerken Mann und Thaler, dass im ersten Lehrjahr 2019 von 120 Azubis immer noch 108 in der Ausbildung sind. Damit ist die Abbruchquote unter den Auszubildenden so gering wie noch nie.


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Letzte Aktualisierung: 25.11.2019