Dachdeckerverband ist Sonnenschutz-Partner

Erfreulicherweise sinkt insgesamt die Zahl der Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten; allerdings gilt dies nicht für weißen Hautkrebs (Plattenepithelkarzinom). Durch UV-Strahlung ausgelöste Hauttumore waren 2017 die am häufigsten angezeigte Berufskrankheit der Beschäftigen am Bau: Rund 2. 800 neue Verdachtsfälle meldete die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU).

Sonnenschutz_BG BAU
Bei den ständig steigenden Temperaturen ist Sonnenschutz lebenswichtig. Foto: Thomas Lucks/BG BAU

Dachdecker und Dachdeckerinnen sind durch ihre Arbeit im Freien besonders von den UV-Strahlen betroffen. Der jährliche Wert der Strahlenbelastung liegt für diese Berufsgruppe bei 444 SED (Standard-Erythem-Dosis). Ein SED reicht aus, um beim Hauttyp 1 (helle Haut, rötliches Haar) Sonnenbrand auszulösen. Daher liegt es dem Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) am Herzen, verstärkt über die Gefahren durch UV-Strahlung aufzuklären und die Präventionsarbeit auszubauen. So hat der ZVDH gemeinsam mit anderen betroffenen Verbänden, der BG BAU sowie der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) eine Sozialpartnervereinbarung „Umgang mit UV-Strahlung bei Tätigkeiten im Freien“ getroffen, die seit dem 1. Juli 2018 gilt.

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Sonnenschutz muss selbstverständlich werden


Der ZVDH will mit dieser Vereinbarung vor allem innerhalb der Berufsorganisation bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern das Bewusstsein für die Thematik schärfen. ZVDH-Hauptgeschäftsführer Ulrich Marx dazu: „Wir stellen leider immer wieder fest, dass die Problematik noch nicht in den Köpfen angekommen ist. Die Schäden durch UV-Strahlung sind enorm und gerade Dachdecker und Dachdeckerinnen gehören zu den besonders gefährdeten Personen. Mit unserer Sonnenschutz-Partnerschaft wollen wir aufklären und ein Bewusstsein schaffen für die oft schädlichen Folgen der UV-Strahlung. Zudem wollen wir eine UV-Schutz-Kultur bei Arbeitnehmern und Arbeitgebern in Gang setzen. Gerade auch in Zeiten mit deutlich längeren Hitzeperioden ist eine umfassende Aufklärung dringend notwendig. Durch die Partnerschaft haben wir mehr Möglichkeiten, das Thema breit zu streuen. Zudem soll eine gemeinsame Arbeitsgruppe der Beteiligten bei der Umsetzung der Ziele helfen.“



Letzte Aktualisierung: 23.08.2018