DACH+HOLZ 2020: Dachdecker als Energiesparer

Vier Tage lang war Stuttgart Zentrum des Dachdecker-, Zimmerer- und Klempnerhandwerks. Neben den Schwerpunkten Arbeitssicherheit und Energiespar-Lösungen zeigten einige Start-ups neue Angebote, die dem Handwerker das Leben erleichtern können.

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Ein Klassiker auf der Messe: Bitumenbahnen richtig verarbeiten, live am Stand. Fotos: DDH

Mit rund 600 Ausstellern bildete die Messe wieder das komplette Spektrum des Dachdecker- und Zimmererhandwerks ab. Die neue Hallenstruktur und der Branchenmix sollte für eine stärkere Vernetzung der Gewerke in allen Messehallen sorgen. Die Bereiche Fassade, Steil- und Flachdach sowie klassische Dämmung waren auf drei Hallen (4, 6 und 8) verteilt – und hier spielte vorwiegend die Musik. Die Aufteilung kam gut an, Aussteller und Besucher waren zufrieden. Nach ersten Schützungen kamen rund 52.000 Besucher nach Stuttgart.

Greta hat doch was bewirkt

Die Diskussion über die Themen Nachhaltigkeit und Enerigesparen zeigte: Umweltaktivistin Greta Thunberg und ihr Engagement haben doch etwas bewirkt. Auch die Hersteller der Dach- und Holzbranche nehmen Klimaschutz ernster als bisher und machen sich Gedanken über nachhaltigere Produkte und Anwendungen. So präsentierte zum Beispiel Isover die Kampagne „Sentinel Haus“, einen Online-Marktplatz für gesünderes Bauen. Bauder stellte einen neuen Dämmstoff vor, der nach eigenen Aussagen, zu 70 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen besteht.

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Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit Landesinnungsmeister Karl-Heinz Krawczyk und ZVDH-Präsident Dirk Bollwerk.

Dazu passt, dass die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gerade ihre Konditionen verbessert hat . Hintergrund ist das Klimaschutzpaket der Bundesregierung, die damit erreichen will, dass Bauherren mehr energieeffiziente Häuser und Wohnungen bauen. Das müsste den Dachdecker weiteren Rückenwind geben. Der Wunsch von Bauherren, etwas für den Klimaschutz zu tun, kann aber auch daran scheitern, dass alte Bau- und Dämmstoffe vermehrt schwierig und teuer zu entsorgen sind. Das Thema Entsorgung und die Bürokratie damit belastet Dachdecker nicht erst seit der Problematik HBCD im Jahr 2016.

Dachdecker schon lange Pioniere

Eine Pressekonferenz der baden-württembergischen Dachdecker widmete sich auch diesen Themen, der Obermeister der Dachdecker Innung Stuttgart griff das Thema auf: „Für den Dachdeckerbetrieb sind Schwankungen der Entsorgungskosten fast schon ein Teil des Alltagsgeschäfts. Welchen seriösen Preis sollen wir unseren Kunden nennen bei Preisspannen der Entsorger zwischen 200 Euro und über 1.000 Euro pro Tonne?“, fragte Ambrus. Dennoch hofft auch der Obermeister der Innung Stuttgart auf praxisgerechte Lösungen zum Nutzen des Klimaschutzes: „Wir Dachdecker gehörten nach der ersten sogenannten Ölkrise in der 1970er Jahren zu den Pionieren der Solartechnik, wir haben die Gebäudehülle gedämmt, als der Rohölpreis noch bei 7 $ lag, wir haben Gründächer vorbereitet, als es noch lange nicht das Schlagwort vom UrbanFarming gab".

DACH+HOLZ 2020 Wiederwahl Dirk Bollwerk und Michael Zimmermann
Große Unterstützung: Präsident Dirk Bollwerk (rechts) und Vize Michael Zimmermann (mit Blumen) wurden in ihren Ämtern wiedergewählt, mit 96,3% und 98,9%. Herzlichen Glückwunsch! Links die Vizepräsidenten Mike Schilling und André Büschkes.

Der betriebliche Alltag zeigt, dass der Informationsbedarf in Sachen Entsorgung weiterhin hoch ist und die Dachdecker belastet . Passend dazu präsentierte der Umweltdienstleister Interseroh erstmals sein Portfolio auf der Leitmesse und informierte über Rücknahme- und Recyclinglösungen für gebrauchte Transportverpackungen in der Baubranche.

Produktseitig gab es allerdings wenig Bahnbrechendes, das war vor zwei Jahren genauso. Die Aussteller setzten vor allem auf bewährte Produktvariationen oder Verbesserungen. Dachbahnen und Ziegel werden leichter, absorbieren Schadstoffe, zahlreiche Apps sparen Papier, sind aber noch keine wirkliche Entlastung im Dachdecker-Alltag . Deutlich wurde auch: Im Kampf um Marktanteile wird ein engagierter Kundenkontakt/Kundenbindung immer mehr zur Hauptwährung.

Wir sehen uns auf der nächsten DACH+HOLZ International, vom 15. bis 18.2. 2022!

Johannes Messer

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 03.2020.


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DACH+HOLZ Facts 2020

Letzte Aktualisierung: 31.01.2020