Dachsanierung im Winter: richtige Planung

Worauf kommt es bei der Dachsanierung im Winter an und welche Hürden gilt es zu umschiffen? Während die meisten Dachdecker in den Schönwettermonaten im Sommer Hochkonjunktur haben, stagniert die Auftragslage spätestens mit dem Aufkommen des Winters.

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Eine Dachsanierung im Winter bedarf einer detaillierten Planung. Foto: Werner

So entscheiden sich klassischerweise nur wenige Menschen für Bauarbeiten wie eine Dachsanierung im Herbst bzw. Winter. Allerdings sind schlechtes Wetter und kalte Temperaturen heute kein Grund mehr für einen kompletten Baustopp. Ganz im Gegenteil: Eine Dachsanierung im Winter kann sich für Kunden und Handwerksbetriebe durchaus lohnen.

Dachsanierung trotz Witterung im Herbst und Winter?

Da es im Herbst und Winter nicht selten zu großen Niederschlagsmengen und Witterungsereignissen wie beispielsweise Frost kommt, entsteht im Hinblick auf Dachsanierungen ein entsprechender Mehraufwand. So müssen Bauelemente zum Beispiel vor Eis, Schnee und Regen durch entsprechende Abdeckungen geschützt werden. Jedoch zeigt die Praxis, dass sich der zusätzliche Aufwand relativ schnell amortisieren kann. Kommt zum Beispiel ein spezielles Wetterschutzdach zum Einsatz, lassen sich die Arbeiten auch bei schlechter Wetterlage ohne Unterbrechung durchführen. Dass Dachsanierungen im Winter heute kein Hindernis mehr sind, hängt ebenfalls mit der fortgeschrittenen Entwicklung im Bereich der Baustoffe zusammen. So existieren auf dem Markt mittlerweile viele moderne Materialien wie beispielsweise Unterspannbahnen, Zwischendämmungen und Lacke, die auch bei besonders tiefen Temperaturen verarbeitet werden können.

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Planung ist das A und O

Ob eine Dachsanierung im Herbst bzw. Winter reibungsfrei vonstattengeht, hängt in der Praxis essenziell von der Planung ab. Vor allem die Terminierung ist hier ein wichtiger Faktor. Da sich die Niederschlagsmenge nicht zuverlässig voraussagen lässt, sollte bei der Terminfindung in erster Linie auf die Vermeidung von Frost geachtet werden. Insbesondere die Monate Oktober und November bieten sich deshalb als Starttermin für eine Dachsanierung an. Wichtig ist zudem, dass an der Baustelle Schutzmaßnahmen wie beispielsweise ein Notdach oder Planen jederzeit einsatzbereit verfügbar sind. So muss bereits im Vorhinein geklärt werden, welche Dimensionierungen Planen bzw. Wetterschutzdächer aufweisen müssen. Auf diese Weise kann bei plötzlich einsetzendem Regen das Dach schnell und effektiv geschützt werden. Damit das funktioniert, müssen selbstverständlich auch ausreichend Mitarbeiter vor Ort sein.

Was gilt es zu beachten?

Zu beachten ist, dass es bei einer Dachsanierung in den kalten und nassen Jahreszeiten immer zu Verzögerungen kommen kann. Insbesondere bei speziellen Arbeiten wie dem Abriss der alten Deckung oder dem Einbau der Wärmedämmung können Frost und Schnee die Arbeiten in die Länge ziehen. Aus diesem Grund sollte bei Dachsanierungen im Winter oder Herbst immer ein größerer Zeitpuffer eingeplant werden. Frost ist weniger aufgrund der Baustoffe problematisch, sondern hauptsächlich auch wegen der erhöhten Unfallgefahr für die Arbeiter durch Nässe und Glätte. Wichtig ist weiterhin, dass auch die Maschinen und Werkzeuge vor Ort regensicher abgestellt werden können, um unnötiger Korrosion vorzubeugen. Da es in der Verantwortung des Dachdeckers liegt, bei Arbeiten im Herbst die Dachkonstruktion vor Schäden durch Niederschläge zu schützen, sollten Betriebe unbedingt genügend Energie in die Vorbereitung stecken.

Mit der Ausnahme von besonders tiefen Temperaturen und ausgeprägten Herbststürmen gibt es auch im Herbst und Winter keine Witterungsereignisse, die eine Dachsanierung unmöglich machen. Wer genügend Zeit in die Planung investiert, kann aus einer winterlichen Dachsanierung sogar finanzielle Vorteile ziehen.

Stefan Müller, Profenster Weichsel GmbH


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Letzte Aktualisierung: 20.11.2019