Entwässerung, Balkon abdichten, Flachdachdämmung: Dachtage mit Flachdach

Balkon- und Terrassenabdichtungen mit "barrierefreien" Anschlüssen war das ein Thema in Mainz. Der Begriff „behindertengerecht“ wurde mittlerweile durch „barrierefrei“ ersetzt.

07b Herbert Gärtner
Bereits zum vierten Mal fanden im Favorite Park Hotel in Mainz die Dachtage des Landesinnungsverbandes Rheinland-Pfalz statt. Herbert Gärtner (DDM und ö.b.u.v. SV) begrüßte die zahlreich erschienen Gäste.

Am ersten Tag begrüßte DDH Autor Herbert Gärtner (DDM und ö.b.u.v. SV) die zahlreich erschienen Gäste und bedankte sich für deren Interesse und Teilnahme an dieser Weiterbildung.

Materialauswahl für Dächer mit Abdichtungen - welche Regelwerke gelten? Das war das erste Thema dieser Vortragsreihe. Dachdeckermeister und Bachelor of Engineering, Tobias Backhaus, Mitglied der Informationsstelle Technik des ZVDH, erklärte, auf was der Dachdecker achten soll bei der Auswahl und bei dem Einbau von Bauprodukten. Flachdachaufbauten- und deren Problematik, das war das Thema von Timo Eberhard, Der Dozent vom BBZ erklärte die Vor- und Nachteile der einzelnen Konstruktionen genauso wie die Rahmenbedingungen die unbedingt vorhanden sein müssen.

Balkon abdichten barrierefrei

Balkon- und Terrassenabdichtungen mit "barrierefreien" Anschlüssen, das war das Thema von Josef Löcherbach, Leitung Produktmanagement der Firma Alwitra in Trier. Der Begriff „behindertengerecht“ wurde mittlerweile durch „barrierefrei“ ersetzt. Der Grund hierfür ist der demografische Wandel. Braucht das Dachdeckerhandwerk eine noch höhere Qualität in den Abdichtungsprodukten? Diesem Thema widmete sich der Leiter der Abdichtungstechnik der Firma Bauder, Holger Krüger. 

Großekathöfer
Grundsätzlich sind die Forderungen der neuen DIN 68800 für nachweisfreie Flachdachkonstruktionen in Holzbauweise in der Praxis nicht einzuhalten. Zu diesem Ergebnis kommt Martin Großekathöfer von der Firma pro clima in seinem Vortrag. Fotos: Landesinnungsverband Dachdecker RLP

"Voll aus dem Leben", so begann am nächsten Tag die Vortragsreihe durch den ö.b.u.v. Sachverständigen Herbert Gärtner. In seinem Vortrag „ Praxisschäden“ erklärte er anhand eindrucksvoller Schadensbilder auf was man unbedingt achten sollte. Selbstverständlich stellte er auch Lösungsvorschläge für die regelkonforme Ausführung vor. Was passieren kann, wenn auf Dächern mit Mineralfaser Dämmung nachträglich Anlagentechnik montiert wird, dass zeigte Michaels Stumpf von der deutschen Rockwool. Ohne den Einsatz von druckbelastbaren Wärmedämmungen, in Kombination mit druckverteilenden Unterlagen während der Ausführung, sind Schäden geradezu vorprogrammiert. Die Regeln- und Notentwässerung von Flachdächern, das war das Thema von Rainer Pieper, technischer Leiter bei Sita Bauelemente. Anhand eines eindrucksvollen Videos zeigte er die möglichen Schäden einer nicht funktionierenden Dachentwässerung.

Wie dauerhaft sind die Übergänge zwischen flüssigen und bahnenförmigen Abdichtungen bei Flachdächern? Ralf Spilker vom Aachener Institut für Bauschadensforschung stellte die Ergebnisse aus einer umfassenden Untersuchung den interessierten Zuhörern vor. Angeschrieben wurden Sachverständige, Hersteller und auch verarbeitende Dachdeckerfirmen. Das Ergebnis: Grundsätzlich haben sich diese Kombinationen in der Praxis bewährt. 80 % der untersuchten Dächer sind schadenfrei. Wie anfällig sind unsere unbelüfteten Flachdachkonstruktionen aus Holz mit Zwischensparendämmungen? Direkt nach der Mittagspause stellte Ralf Spilker in seinem zweiten Vortrag die Forschungsergebnisse der AIBAU vor. Anders als bei den Schäden mit Flüssigabdichtungen, treten hier die meisten Schäden erst nach sechs Jahren oder später auf.

Tobias Backhaus
Anhand von praxisnahen Beispielen erklärte Tobias Backhaus den interessierten Zuhörern wie wichtig eine CE Kennzeichnung und eine Leistungserklärung der Hersteller für ihre Bauprodukte ist.

Wann sind gefällelose Konstruktionen möglich? Wie können barrierefreie Übergänge an Balkon oder Terrassentüren sicher entwässert werden? Diesem Thema widmete sich Stefan Reichert, Anwendungstechnik der Firma Gutjahr. Wann sind Flachdachkonstruktionen nach der neuen DIN 68800 – 1 nacheisfrei? Grundsätzlich sind die Forderungen der neuen DIN 68800 für nachweisfreie Flachdachkonstruktionen in Holzbauweise in der Praxis nicht einzuhalten. Zu diesem Ergebnis kommt Martin Großekathöfer von der Firma pro clima in seinem Vortrag.Jan Wittemöller von der Firma Triflex zeigte im letzten Vortrag die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Flüssigkunststoffen.

Die wesentlichen Punkte der neuen Flachdachrichtlinie;

Letzte Aktualisierung: 05.04.2017

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