Dämmen - aber richtig

Im Bereich der energetischen Sanierung und entsprechender Maßnahmen im Neubau sind momentan viele Veränderungen im Gange. Neue Richtlinien und rechtliche Veränderungen machen den Markt zunehmend komplex und für Bauherren teilweise nur schwer zu überschauen.

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Dr. Hartmut Schönell, geschäftsführender Vorstand des IVH. Foto: IVH

Dies betrifft auch das Feld der Wärmedämmung, deshalb warnt der Industrieverband Hartschaum e. V. (IVH) vor Schnellschüssen: Planung und Umsetzung sollte Fachleuten überlassen werden. Die ideale Kombination: Dämmstoffhersteller arbeiten mit Energieberatern Hand in Hand und sorgen gemeinsam für ein optimales Ergebnis.

Das Thema Dämmen ist in aller Munde. Im Zuge von energetischen Modernisierungen oder Neubauten fallen Stichworte wie Klimaschutz oder Energieeffizienz. Doch der Markt ist riesig - eine Vielzahl von Materialien, Herstellern und Anwendungsmöglichkeiten eröffnen viele Möglichkeiten, und jedes Bauvorhaben benötigt andere Lösungsansätze. Umso wichtiger ist es, sich von Fachleuten beraten zu lassen.

Wichtige Rolle der Energieberater

Als Bindeglied zwischen Handwerkern, Fachhandel und Industrie sowie den Bauherren kommt den Energieberatern aktuell eine zunehmend wichtige Rolle zu. Idealerweise an kein Unternehmen gebunden, gewährleisten sie eine objektive und herstellerunabhängige Beratung, zeigen Einsparpotenziale und Investitionsmöglichkeiten auf. "Vor der Umsetzung einer Dämmmaßnahme, zum Beispiel mit Styropor, ist die Beratung durch einen Energieberater eigentlich unumgänglich", erklärt Dr. Hartmut Schönell, geschäftsführender Vorstand des IVH. "Aber nicht nur für die Bauherren, auch für uns ist die Meinung der Energieberater wichtig. Schließlich sind sie nah am Markt und können uns mit wertvollen Informationen versorgen, welche uns bei der Weiterentwicklung unserer Produkte helfen können."

Gute Beratung kostet Geld

Allerdings sind Bauherren oft knapp bei Kasse gespart wird da nicht zuletzt an der Beratung. Gleichzeitig sind durch das Aufkommen immer neuer Richtlinien und Verordnungen die Beratungsanforderungen an Energieberater stetig gestiegen. Auch die Kunden sind besser informiert und erwarten eine kompetente Energieberatung zu den einsetzbaren Materialien. "Das kostet natürlich etwas - die Investition in eine sachkundige Beratung lohnt sich aber in jedem Fall, schließlich spart eine gute Dämmung langfristig bares Geld. Und je besser das Dämmkonzept, desto früher macht sich die anfängliche Investition bezahlt", so der Verbandsgeschäftsführer.

Tipps zur Auswahl eines kompetenten Energieberaters

Das Berufsbild der Energieberater ist in den Medien zwar allgegenwärtig vertreten, bei genauerer Betrachtung aber sehr heterogen. Die wesentlichen Untergruppen sind Handwerker, Schornsteinfeger, Ingenieure und Architekten. Bei der Wahl des Energieberaters sollte darauf geachtet werden, dass dieser eine Fortbildung nach den Kriterien des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) absolviert hat. Sie fördert die "Vor-Ort-Beratung" durch unabhängige Berater. Im Rahmen dieser Fortbildung werden bestimmte Mindestanforderungen gewährt. Ebenfalls als Kriterium für einen qualitativ fähigen Berater ist dessen Befugnis, nach einer ersten Gebäudeenergieberatung im Falle einer anschließenden Sanierung auch Energieausweise ausstellen zu dürfen. "Wir empfehlen außerdem darauf zu achten, dass der Energieberater in seriösen Internet-Datenbanken eingetragen ist. Qualifiziertes Fachpersonal findet man zum Beispiel auf der Seite des Deutschen Energieberater Netzwerks, der Deutschen Energieagentur oder beim Verband der Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker", empfiehlt Schönell.

Langfristig stärkere Vernetzung erforderlich

Gegen die aktuell vorherrschende Verwirrung in der Branche kann eine engere Vernetzung und eine aktive Informationspolitik helfen auch mit Hilfe des IVH. Ein Ansatz, der im Rahmen der "STYROPRO"-Kampagne weiter verfolgt werden soll. In dieser vor einem Jahr angelaufenen Imagekampagne wurde der Wärmeschutz mit Styropor bereits erfolgreich in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Um die Initiative mit neuen Impulsen zu beleben und um auf aktuelle Marktgegebenheiten reagieren zu können, wird in Zukunft eine noch engere Zusammenarbeit mit unabhängigen Experten, wie eben den Energieberatern, angestrebt.

Letzte Aktualisierung: 27.03.2012