Das bringt die neue Drohnenverordnung

Drohnen setzen sich im Dachdeckerhandwerk immer mehr durch. Aber je mehr Drohnen ­aufsteigen, desto größer wird die Gefahr von Kollisionen. Eine neue Verordnung soll den Flugverkehr der Copter regulieren.

Neue Drohnen-Verordnung
Künftig richten sich die Möglichkeiten der Drohnennutzung vor allem nach dem Gewicht der Drohnen und ihrer Flughöhe. Grafik: BMVI

Drohnen bieten ein großes Potenzial, das erkennen auch zunehmend Dachdeckerbetriebe, erleichtert der Einsatz doch zum Beispiel die Begutachtung von schwer zugänglichen Dächern. Aber je mehr Drohnen aufsteigen, desto größer wird die Gefahr von Kollisionen, Abstürzen oder Unfällen. Für die Nutzung von Drohnen sind deshalb klare Regeln nötig. Der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur hat daher dem Kabinett im Januar 2017 eine „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten“ vorgelegt. Der Bundesrat hatte noch Einwände des Deutschen Modellflieger-Verbandes aufgenommen und dann den neuen Regeln mit der Auflage, die maximale Flughöhe nicht pauschal auf 100 m zu begrenzen, zugestimmt. Die Drohnenverordnung gilt seit dem 07.04.2017.

Ein Überblick über die wichtigsten Regeln

Die Regeln zum Fliegen einer Drohne sind nach Gewicht gestaffelt. Unter dem Gewicht einer Drohne versteht man das Gesamtgewicht inklusive Kamera, Akku und so weiter. Wer sein Flugobjekt ausschließlich auf einem Modellfluggelände fliegen lässt, kann das unverändert machen. Die neuen Regeln gelten nur außerhalb von Modellflugplätzen. Einzige Ausnahme: Man muss eine Plakette mit Namen und Adresse des Besitzers anbringen. Eine Drohnenhaftpflichtversicherung wird natürlich auch bei Inkrafttreten der 2017 novellierten Drohnenregeln weiterhin Pflicht sein – egal ob das Fluggerät privat oder gewerblich eingesetzt wird. Da es sich jeweils um den Betrieb eines Luftfahrzeugs handelt, sind Unfälle, die von Drohnen verursacht werden, in der Regel nicht über die Privathaftpflichtversicherung abgedeckt. Vielmehr ist eine sogenannte Halterhaftpflichtversicherung erforderlich.

Gewichtsstaffeln für Besitzer von Drohnen oder Modellflugzeugen

Abfluggewicht ab 0,25 kg: Es muss eine Plakette mit Namen und Adresse des Besitzers angebracht werden.

Abfluggewicht ab 2 kg: Es muss eine Plakette mit Namen und Adresse des Besitzers angebracht werden. Darüber hinaus müssen die Besitzer besondere Kenntnisse nachweisen. Dieser Flugkundenachweis über Erfahrungen mit Drohnen wird entweder nach Prüfung durch eine vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannte Stelle erteilt oder bei Modellflugzeugen durch einen Luftsportverband nach einer Einweisung ausgestellt. Die Nachweise gelten für fünf Jahre. Für den Betrieb im Rahmen von Modellflugplätzen ist kein Kenntnisnachweis erforderlich.

Abfluggewicht ab 5 kg: Drohnen und Multikopter mit einem Gewicht von mehr als 5 kg benötigen darüber hinaus eine Aufstiegserlaubnis, die von den jeweiligen Landesluftfahrtbehörden der einzelnen Bundesländer erteilt wird. Achtung, es gibt hier Unterschiede.

Abfluggewicht von mehr als 25 kg: Betriebsverbot – in Deutschland nicht gestattet.

Kennzeichnungspflicht

Die neue Verordnung sieht vor, dass Eigentümer eines Flugmodells oder eines unbemannten Luftfahrtsystems mit einer Startmasse von mehr als 0,25 kg an sichtbarer Stelle Namen und Anschrift in dauerhafter und feuerfester Beschriftung an dem Fluggerät anbringen muss. Plaketten, welche die erforderlichen Eigenschaften besitzen, sind in jedem Fachgeschäft für Beschriftungen erhältlich. Die Kennzeichnung kann neben dem Aufbringen von Plaketten zum Beispiel auch durch einen Aluminiumaufkleber mit Adressgravur erfolgen, die in Schreibwarengeschäften erhältlich sind. Die Plaketten können auch im Internet erworben werden. Um den Eigentümern genug Zeit für die Ausrüstung mit einer Plakette einzuräumen, tritt die Kennzeichungspflicht erst ab Oktober 2017 in Kraft.

Betriebsverbot außerhalb Sichtweite aufgehoben

Für Betriebe eine wichtige Neuerung: Gewerbliche Nutzer brauchten für den Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen bisher eine Erlaubnis – unabhängig vom Gewicht. Künftig ist für den Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen unterhalb von 5 kg grundsätzlich keine Erlaubnis mehr erforderlich. Zudem wird das bestehende generelle Betriebsverbot außerhalb der Sichtweite aufgehoben. Landesluftfahrtbehörden können dies künftig für Geräte ab 5 kg erlauben. Damit wird der Betrieb gewerblicher Drohnen erleichtert und es werden neue Geschäftsmodelle ermöglicht. Wer seine Drohne nachts aufsteigen lassen will, muss aber beachten, dass dann auf jeden Fall eine Aufstiegserlaubnis erforderlich ist.
Verboten ist: jegliche Behinderung oder Gefährdung, der Betrieb von Drohnen oder Modellflugzeugen in und über sensiblen Bereichen wie Ein-satzorten von ­Polizei und Rettungskräften, Kran­kenhäusern, Menschenansammlungen, Hauptverkehrswegen, An- und Abflugbereichen von Flugplätzen, Industrieanlagen, Justizvollzugsanstalten, Einrichtungen des Maßregelvollzugs, militärischen Anlagen und Organisationen, Anlagen der Energieerzeugung und -verteilung, der Betrieb einer Drohne oder eines Modellflugzeugs mit einem Gewicht von mehr als 0,25 kg über Wohngrundstücken. Das Gleiche gilt, wenn das Flugobjekt (unabhängig von seinem Gewicht) in der Lage ist, optische, akustische oder Funksignale zu empfangen, zu übertragen oder aufzuzeichnen.
Und ganz wichtig: Drohnen und Multikopter müssen bemannten Luftfahrzeugen stets ausweichen.
Zur Drohenverordnung: www.bmvi.de/drohnen 

Letzte Aktualisierung: 29.06.2017