Das Problem mit dem Untergrund

Sandende, stark faserige, feuchte, staubige oder auf andere Weise verschmutzte Untergründe sind für eine Verklebung nicht geeignet. Grund ist, dass die Oberfläche entweder in sich keinen ausreichenden Zusammenhalt hat und deshalb nicht tragfähig ist, oder dass Fremdstoffe zwischen Klebemittel und Untergrund liegen und dabei wie eine Trennschicht wirken.

Verklebungen_Dörken_ Teil 2
Die auf der Baustelle oft unvermeidliche Verschmutzung der Oberflächen ist meist nur auf kontrastreichen Untergründen zu erkennen und wird deshalb oft übersehen. Foto: Dörken

Eine Verschmutzung ist dabei oft mit bloßem Auge nicht erkennbar oder wird unterschätzt. Die zu verklebenden Bereiche, müssen je­doch in jedem Fall gereinigt werden. Werden dafür che­mische Mittel ver­wen­det, dürfen diese keine die Haftung beeinflussenden Rück­­­­stände - z. B. in Form von paraffin-, also wachsähn­li­chen Substanzen - hinterlassen. Solche Stoffe können auch in minder­wer­tigen Folien in Form von Rückständen aus Recycling­material oder aus chlorparaf­fin­basierten Flamm­­­­hemmern vorhanden sein. Diese können aus­schwit­­­­zen und so nachträglich eine funk­tions­fähige Ver­kle­bung lösen.

Nicht tragfähige Untergründe durch Haftgrund festigen

Nicht tragfähige Untergründe können durch einen Haft­grund verfestigt werden. Der verwendete Primer muss da­bei in seinen Werkstoffeigenschaften auf das Klebe­mittel und auf den Untergrund abgestimmt sein; er sollte in aus­reichender Menge aufgetragen werden, um in die Poren einzudringen, und lange genug ablüften. Auch Feuch­tigkeit im Untergrund, bedingt durch Nieder­schläge oder stehendes Wasser, kann die Haftung z. B. durch Diffusions- und Kondensationsprozesse negativ be­ein­­flussen. Dies gilt besonders für Dispersions­klebstoffe.

Letzte Aktualisierung: 07.09.2017