DDH Jubiläum: 140 Jahre Dachlösungen

Seit 140 Jahren berichtet DDH über das was Dachdecker wissen müssen. Im Lauf der Zeit hat sich die Dachwelt für DDH und die Dachdecker geändert – geblieben ist unsere gemeinsame Leidenschaft für sichere und schöne Dächer.

140 Jahre DDH
Die Entwicklung zeigt sich auch an der wechselnden Titel-Gestaltung von DDH.

Die Anfänge der Fachzeitschriften für das Dachdeckerhandwerk sind vergleichsweise unübersichtlich. Die Geburtsstunde der ersten Fachpublikation „Der deutsche Dachdecker“ ist das Jahr 1879. Die bestehenden Fachzeitschriften „Deutscher Dachdeckermeister“ und „Deutsche Dachdecker-Zeitung“ werden zu einem Organ des neuen Reichsverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks vereinigt. Der Titel lautet: „Deutsches Dachdeckerhandwerk“. Geleitet wird die Zeitschrift ab 1927 vom damaligen Verbandsgeschäftsführer Adolf Gros. Der Name Müller kommt vier Jahre später ins Spiel, als Rudolf Müllers Buchdruckerei aus Eberswalde bei Berlin die Zeitschrift übernimmt und bis zur erzwungenen Einstellung am Ende des Krieges wöchentlich herausgibt.

Zeitleiste 140 Jahre DDH
Highlights der Dachgeschichte in der DDH Zeitleiste.

„Den Flüchtlingen ein Betreuer sein“

Erst vier später kommt es zum Neubeginn, der gleichzeitig eine Zäsur darstellt. Auf dem ersten Verbandstag der Nachkriegszeit – 1949 in Marburg – beschließt der neu gegründete Zentralverband, erneut eine Fachzeitschrift herauszugeben, wiederum unter dem Titel: „Deutsches Dachdecker-Handwerk“, wiederum in Zusammenarbeit mit dem Verlagshaus Rudolf Müller, zu dieser Zeit ansässig in Oldenburg. Verlag und Zentralverband legen 1949 Aufgaben und Inhalte der Fachzeitschrift fest, die DDH bis heute prägen. Auch politische Ambitionen dieser Zeit finden sich in den Archivtexten. Etwa das Ziel, „den Flüchtlingen, Ausgewiesenen und Heimkehrern des Dachdeckerhandwerks ein besonderer fachlicher Betreuer zu sein, ihnen beim Wiederaufbau ihrer beruflichen Existenz beizustehen und für ein besseres Verhältnis zwischen ‚Alteingesessenen‘ und ‚Zugereisten‘ zu sorgen.“ 1950 änderte sich die Erscheinungsweise. DDH kommt alle zwei Wochen auf den Markt, 1951 zieht der Rudolf Müller Verlag an seinen heutigen Standort nach Köln, wohin 1969 auch der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks seinen Weg findet.

Titel 13.2019

Von der Industrieschau zur DACH+HOLZ International

DDH festigte in den kommenden Jahrzehnten seine Rolle innerhalb des Dachdeckerhandwerks, das sich mehr und mehr der Öffentlichkeit zuwandte und in enge Kooperation mit der herstellenden Industrie trat. Ein anschauliches Beispiel für diesen Bewusstseinswandel ist die Professionalisierung der Messen. Seit den 50er Jahren etablierten sich – zunächst in sehr kleinem Rahmen – die Industrieschau oder auch Fachausstellung genannten Veranstaltungen im Rahmen des jährlichen Zentralverbandstags. In den neunziger Jahren steigen die Ansprüche an Dächer und Abdichtungen, Dachdecker und Planer erkennen die vielfältigen Möglichkeiten von Nutzdächern. Bauherrn wünschen sich Dachgärten, Solardächer und Dachbegründungen. In Großstädten spielt der Dachgeschossausbau eine zunehmende Rolle, dabei kommt der Dämmung und dem Wärmeschutz eine immer stärkere Bedeutung zu. Diese Themen finden sich in DDH print wieder. 1999 wird DDH digital und erscheint im WWW. Zunächst unter dem Namen „dachdeckerhandwerk.de“, später „ddh.de“, bietet die Plattform Fachinformationen für Dachdecker.
Der Wunsch nach einer gemeinsamen Messe mit den Gewerken Dachdecker und Zimmerer wird stärker und manifestiert sich 2008 in der ersten gemeinsame Messe mit dem Titel DACH+HOLZ International. Die Leitmesse für Dachdecker und Zimmerer findet seitdem turnusmäßig alle zwei Jahre statt und wechselt zwischen den Standorten Stuttgart und Köln.
Eine gemeinsame Plattform, Dachdecker- und Zimmerer Handwerkskunst zu erleben bietet unser Sanierungspreis. Seit 2013 loben wir auf www.sanierungspreis.de den Wettbewerb aus. Eindrucksvoll demonstrieren seit Jahren Dachdecker, Zimmerer und Bauklempner, wie schön Dächer sein können und wie leidenschaftlich und anspruchsvoll Dachhandwerk sein kann.

In den letzten Jahren beschäftigen sich immer mehr Dachdecker mit der Digitalisierung und machen sich Gedanken, wie analoge Prozesse zu digitalen Lösungen werden können. Es geht um Themen wie Cyber-Sicherheit, Drohnen, digitale Mitarbeitersuche und zunehmend um Apps, die den Dachdecker-Alltag erleichtern. Seit 2014 gibt es DDH als digitale Ausgabe und informiert die Leser, die lieber am Pad/Tablet Aktuelles aus der Dachdeckerwelt lesen wollen, Ratgeber und Specials zu den Themen Digitalisierung, Schadensfälle oder Arbeitssicherheit runden das digitale Angebot von DDH ab. 2016 erschien unser digitaler Ratgeber „ Digitale Werkzeuge “, dort erläuterten wir aktuelle Trends, mit denen Dachdecker ihren beruflichen Alltag optimieren können.

Azubi-App und Frauenzimmer

Furore macht unsere App für Azubis, die den Nachwuchskräftemangel zwar nicht beheben kann aber „für die Lehrlinge endlich mal was Sinnvolles auf das Smartphone stellt“, wie Dachdeckermeister Sven Meyer aus Mülheim an der Ruhr als Mitinitiator der App treffend kommentierte. Unsere App „Dach Training“ macht Azubis spielerisch fit für die Gesellenprüfung. Über 15.000 Downloads zeigen: Das Trainieren mit dem Smartphone unter dem Motto: Dach Dich fit! kommt an und passt zum Lernverhalten der Jugendlichen. 500 aktuelle Prüfungsfragen aus den Bereichen Fachtechnik, Wirtschafts- und Sozialkunde warten auf die Tester. Der Lernmodus bereitet die Prüflinge Schritt für Schritt auf die Prüfung vor. In der Prüfung können die angehenden Dachdecker dann zeigen, dass Sie auf dem Weg zum Gesellen nichts mehr aufhalten kann. 2017 riefen wir erstmalig eine Dach-Veranstaltung für Unternehmerfrauen ins Leben: Das Frauenzimmer . Seitdem gehört das mehrtägige Event in Berlin zum festen Bestandteil von Frauen, die in den Männer dominierten Handwerksberufen die weibliche Sicht aufzeigt.

2029: 150 Jahre DDH

In 140 Jahren haben das Dachdeckerhandwerk und DDH einen weiten Weg zusammen beschritten, den wir fortsetzen wollen, partnerschaftlich wie kritisch. An Herausforderungen mangelt es dabei nicht – Dachdecker müssen genauso wie Informationsanbieter mutig neue Wege beschreiten und kreativ sein, um konkurrenzfähig zu bleiben. Ob Tools zum Fachregelwerk, Apps für die Baustelle, News auf der Webseite, ein Webinar oder ein gut recherchierter Beitrag im guten, alten Print-Medium – gemeinsam mit dem ZVDH möchten und werden wir weitere Angebote/Werkzeuge entwickeln, die dem Dachdecker die Arbeit erleichtern.

Wir bedanken uns herzlich für die Unterstützung – auf viele weitere, gemeinsame Jahre und Jubiläen, das nächste steht schon 2029 vor der Tür. Auch jetzt gilt noch: Was fällt Ihnen zu DDH ein? Schreiben Sie uns im Online-Formular :

Malte von Lüttichau und Johannes Messer

2. Standbein mit Solar

Wöll Bedachungen
Ulrich (links) und Denis Wöll (rechts) mit ihren Mitarbeitern, in der Mitte das Baustellenradio und DDH. Foto: Wöll

Aus Klingenbach kommt der Gewinner unserer aktuellen Leseraktion. Ein Baustellenradio gewinnt DDM Ulrich Wöll für seine Teilnahme an der Jubiläumsaktion anlässlich des Jubiläums „140 Jahre DDH “. Gemeinsam mit seinem Sohn Denis leitet er das Dachdecker-Unternehmen in dritter Generation und bezieht DDH seit immerhin schon 42 Jahren. Aktuell ist Wöll natürlich von den zahlreichen Verordnungen und Zertifizierungen, die dem Handwerk seit Jahren zusetzen, etwas genervt. Dazu kommen Kunden, die einfach nur billig wollen. Beide „Brennpunkte“ nehmen zu – Dachdecker müssen darauf reagieren können.

Gutachter in Sachen PV

Doch die Freude an Dacharbeiten hat sich Wöll dadurch nicht nehmen lassen. Frühzeitig hat er sich spezialisiert und ein zweites Standbein geschaffen: Dem Einbau von PV-Anlagen. „Schon 2006 bin ich in den Photovoltaik-Markt eingestiegen und habe 2008 mein 2. Unternehmen „Wöll Energy“ gegründet. 2012 ging es am Solar-Markt rapide abwärts, doch seit rund zwei Jahren häufen sich wieder die Anfragen“, sagt Wöll. Dazu passt, dass sich der Dachdecker zum Gutachter für PV weitergebildet hat und so manchen Schaden begutachtete, den handwerksfremde Unternehmen wie Hausmeisterservices gutgläubigen Kunden installiert haben. „Schon früh wollte ich wissen: Was kann man am Dach alles machen, was geht und was geht eben nicht. Und gerade die Installation von PV-Anlagen sollte - gemeinsam mit einem Elektriker, so wie bei unseren Unternehmen - in Dachdeckerhand sein und bleiben“, betont der Dachdecker. Offen sein für Neues mit den bekannten Produkten - das umschreibt Wölls Philosophie gut. Über neue Produkte tauscht er sich regelmäßig mit anderen Dachdeckern aus und testet gerne mal die ein oder andere „Innovation“.

Verkaufen will gelernt sein

Die Nische mit den PV-Anlagen zeigt Wöll, es geht doch mit gutem Marketing. Das ist für den Dachdeckermeister kein Hexenwerk. „Wenn ich gute Argumente habe, kann ich auch angemessene Preise durchsetzen. Das geht nicht im Anzug mit Lackschuhen, sondern authentisch mit gutem handwerklichen Wissen und einer gewissen Portion Selbstbewusstsein“, ist sich Wöll sicher. Die Vermittlung von Fachwissen schätzt er auch an seiner Fachzeitschrift. „In DDH interessieren mich vor allem die Schadensberichte aus der Serie Sachverständige. Die lese ich genau durch, denn es ist immer wichtig zu lesen, welche Fehler man vermeiden kann“.

Historie Wöll Bedachungen:

  • 1965 gründete Dachdeckermeister Kurt Wöll den Dachdeckerbetrieb in Katzenelnbogen.

  • 1984 führte die wirtschaftliche Entwicklung zum Bau einer größeren Betriebsstätte in Klingelbach.

  • Sein Sohn Ulrich Wöll legte im Mai 1978, als jüngster Handwerksmeister im Einrich, an der Bundesfachschule in Mayen seine Meisterprüfung im Dachdeckerhandwerk ab.

  • 1987 übergab Kurt Wöll den Betrieb an Ulrich Wöll, der das Unternehmen weiterentwickelte und je nach Saison sieben Mitarbeiter, zwei Meister und einem Auszubildenden beschäftigt.

  • In dritter Generation legte Denis Wöll 2005 seine Meisterprüfung im Dachdeckerhandwerk an der Bundesfachschule in Mayen ab.

  • 2013 erfolgte die Prüfung zum Gutachter für Photovoltaikanlagen

  • 2015 folgte die Weiterbildung zum Manager im Dachdeckerhandwerk.

Letzte Aktualisierung: 08.07.2019

Endlich da: Die App zum Regelwerk